Nachgekochtes

Rezepte mit wenig eigener Fantasie

Newtella – Schokocreme aus Eicheln

Nutella-Ersatz aus Eicheln – jetzt wird es exotisch! Ich war mir erst nicht so sicher, ob ich dieses Experiment wirklich hier publizieren sollte oder lieber in meinem Parallelblog Natürlich! Wildkräuter. Aber nachdem die Ostfriesische Zeitung am Wochenende einen längeren Artikel über mein Wirken gebracht hat und auch auf diesen Versuch Bezug nahm, habe ich mich nun entschlossen, das kulinarische Ergebnis zu betonen und nicht die „natürliche“ Herkunft.

Habe ich es schon erwähnt? Aufgrund diverser Allergien in unserem Haushalt sind wir darauf angewiesen, die kulinarischen Standard-Kindervergnügungen sparsam einzusetzen, und wir sind immer auf der Suche nach gesunden Alternativen. Nutella stand bei uns als Industrieprodukt mit über 50% Zuckergehalt und gut 30% Fett nie wirklich auf dem Tisch, aber auch alternative Bio-Nusscremes scheitern bei uns eben an der Haselnuss. Eines Tages, im Rahmen meiner Wildkräuterweiterbildung, lief mir ein Rezept über eine selbstgemachte Schokocrema auf Eichelbasis über den Weg. Damals fand ich es zumindest interessant genug, um es aufzubewahren. Jetzt ist es so weit – die große Eiche, die unseren Garten im Herbst mit Unmengen von Eicheln bombardiert, gab genug Anlass zum Sammeln (Bombardierte, muss man leider sagen, der Orkan Ende Oktober hat sie nun leider zerlegt. Ich verarbeite also sozusagen den Nachlass).

Newtella

Das Foto zeigt es bereits – optisch kann die Creme mithalten. Das „Streichgefühl“ ist mangels Fett nicht ganz so „gleitend“ wie bei Nutella, aber wie ich finde gut genug. Geschmacklich stehen noch weitere Testreihen an, das Originalrezept ist noch nicht so ganz kinderkompatibel 😉

Wie geht’s also? Man nehme: reife Eicheln, am besten welche, die sich später gut pellen lassen (hängt von der Sorte ab, man merkt es leider erst später). Diese Eicheln kommen in eine große Schüssel Wasser auf’s Fensterbrett und werden mit frischem kalten regelmäßig (d.h. alle 2-3 Tage) durchgespült, bis sie ordentlich keimen. Das ist bei mir nach ca. 3 Wochen der Fall. Dann pellen, die braune Haut muss mit ab. Ein scharfes, stabiles kleines Messer hilft hier sehr, denn die Eichelschalen sind zwar teilweise aufgeplatzt, aber trotzdem recht zäh. Ich brauche über 2 Stunden für die notwendigen 500 g geschälte Eicheln. Nun kommen die Eicheln in den Ofen – 15 Minuten bei 200°. Ob es reicht? Im Original gibt es dazu keine Angaben. Ich habe auch Eichelkaffee gemacht, da waren die Eicheln deutlich länger im Ofen, allerdings werden sie dann eben auch bitterer. Das will ich für die Creme nicht.

Eicheln

Anschließend kommen die Eicheln in den Topf, zusammen mit 1 Liter Apfelsaft (ich nehme naturtrüben) und koche sie, bis der Saft fast vollständig reduziert ist. Dann die Eicheln pürieren, mit dem Kartoffelstampfer ein mühseliges Geschäft. Dei Eicheln sind schon zerkocht, aber trotzdem deutlich stabiler als z.B. Kartoffeln. Jetzt kommt noch einmal 500 ml Saft dazu, ich mische alles mit dem Zauberstab. Das geht nicht sehr gut, so passiere ich nochmal durch die feine Scheibe der flotten Lotte. Jetzt wieder erhitzen und 250 g Gelierzucker 2:1 einrühren und ordentlich kochen, bis die Creme fest ist. Abschließend gebe ich 4 gute EL Kakaopulver, in wenig Wasser klumpenfrei gerührt, zu der Creme dazu. Es hätte mehr sein können, aber leider war der Vorrat verbraucht. Nun kommt die Creme in sterilisierte Gläser und ruht erst einmal einen Tag. Frisch und warm schmeckt sie nämlich nicht besonders gut. Bei zwei Gläsern gebe ich zusätzlich noch Zimt hinzu.

Das Ergebnis der vielen Mühen? Wie oben schon beschrieben, ist es eine recht ordentlich Creme geworden. Schokoladig ist sie schon, und durch die Eicheln auch hinreichend gehaltvoll. Mich stört noch ein wenig der eher intensive Apfel(saft)geschmack. Ist zwar in Verbindugn mit Kakao auch mal ganz apart, aber für den Dauereinsatz würde ich den gerne noch wegbekommen. Und für die Kinder wäre es dann auch eher akzeptabel (bisher hielt sich die Begeisterung in Grenzen…). Malzbier ginge vielleicht auch als Kochflüssigkeit, oder einfach Wasser? Ein paar Eicheln habe ich noch, auf geht’s zu neuen Experimenten!

Ich wollte doch auch mal Backen…

Unterwegs in den USA… Zwischen Casino-Frühstück und Geschäftskonferenz organisiere ich die Zulieferung zum geplanten Wochenend-Dinner mit Freunden. Wo bekomme ich nur Biofleisch her, Freitag abend, wenn ich zurückkehre? Wir sind zu acht, und es soll mal was Besonderes geben, was nicht zu viel Arbeit macht, wenn die Gäste da sind. Vielleicht etwas Geschmortes? Endlich mal eines der vielen Kalbs/Rinder/Ochsenbackengerichte, die in den diversen Food-Blogs kursieren? Oh ja, gute Idee! Dank Internet finde ich einen Biofleischer in Bremen, den ich per mail anfunke. Leider ohne Antwort, so dass ich dann doch zum Telefon greife. Ja, Backe gibts, gerade ist eine Kiste voll gekommen! Juhu, die reserviere ich mir.

Freitag, nach 20 Stunden Reise, komme ich etwas desolat beim kleinen Fleischerladen an. Der Fleischer schaut ein wenig betreten, kramt eine Weile in seiner Kühlkammer und kommt dann mit besagter Kiste zurück. Leider ist der zuständige Veterinär anscheinend kein Gourmet gewesen! Backen müssen ja aufgeschnitten werden, um auf Wurmbefall getestet zu werden. Diese Backen haben dem Wurm jedenfalls keine Chance mehr zum Verstecken gegeben. Ich sehe eine Sammlung mehr oder weniger kleiner, flacher Fleischfetzen vor mir, diagonal durch Sehenstücke geteilt. So hatte ich mir das nicht vorgestellt!

Gemetzelte Backen

Für mein Dinner geht das jedenfalls nicht. Ich nehme die drei größten Stücke noch mit, ca. 500 Gramm. Davon bleiben 330 Gramm nach dem Parieren übrig. Ist das normal? Keine Ahnung. Ich wickle die gesäuberten Fleischlappen zusammen und verschnüre sie rouladenartig. Ab in den TK, die werden später mal getestet. Zu Essen gab es dann Rinderhüfte, hier hatte die Kettensäge des Tierarztes nicht gewütet und ich konnte ein schönes Stück erstehen, aus dem ich dann Steaks geschnitten habe.

Probierteller mit Hüftsteak

Zu mehr als einem Probierfoto hat es dann allerdings nicht gereicht, am Dinnerabend selber war genug zu tun und ich war noch im Jetlag… Das Fleisch war sensationell, ich habe es noch mit Speck umrandet, sehr lecker! Dazu dann drei Pürees: AT’s Zitronenpüree, ein Selleriepüree von Schuhbeck und grünes Petersilenpüree – Ihr seht, ich habe alle Blogbeilagen geklaut :)

Also: hat jemand eine zuverlässige Quelle von Biofleisch, wo man auch halbwegs intakte Kalbs-/Rinderbacken bekommt? Mit Versand! Danke an alle Backen-Aficionados 😀

Lauwarmer Spargel-Wildkräuter-Salat mit Mandelcroutons

Manchmal kommt es anders als man denkt – auf der Suche nach neuen Spargel-Rezepten geriet ich auf die e&t-Seite und entdeckte eine Spargel-Mohn-Variante, die mich sehr interessierte. Nun ist es Pfingstmontag leider schwer, an Blaumohn zu kommen, wenn der erwartete Vorrat auf mysteriöse Weise aus dem Schrank verschwunden ist – sollte der etwa doch bei der letzten Weihnachtsbäckerei schon verbraucht worden sein? Egal, ich behelfe mir mit anderen Zutaten, behalte aber das Grundrezept bei. So entsteht eine leckere, sommerliche Spargelvariante, die so gar nicht zum grau-zu-kalt-für-schwül-Wetter passen will.

Lauwarmer Spargelsalat mit Mandelcroutons

Zunächst wie immer – 1 Kilogramm Spargel schälen und die holzigen Enden abschneiden. So langsam ist die Saisonroutine wieder da 😉 Der Spargel kommt wie im Rezept gewünscht auf ein Blech mit Backpapier, dessen Enden ich leicht verdreht habe. So bildet sich eine Wanne für das Gemisch aus 150 ml Wasser, 4 EL Olivenöl und Salz, die den Spargel im Ofen vor dem Austrocknen schützen sollen. Das Blech kommt bei 200° Ober-/Unterhitze in den Ofen und bleibt dort eine halbe Stunde.

In der Zeit können die kleinen Pellkartoffeln gar kochen und gepellt werden, die ich dem Gericht hinzufüge. Außerdem sammle ich im Garten, was sich gerade so an Grünzeug findet. Rucola, Giersch, Löwenzahn, Kapuzinerkresse und Pflücksalat in verschiedenen Formen und Farben wandern in das Sieb und werden gründlich abgespült und geschleudert.

Dann ist die Vinaigrette dran: 6 EL Orangensaft, 4 EL Zitronensaft, 5 EL Ahornsirup, 3 EL Senf, 3 EL Walnussöl und ordentlich Pfeffer und Salz bilden eine dünne, aber aromatische Vinaigrette. Die rosa Beeren des Originals lasse ich weg, die sind mir zu dominant. Ebenso spare ich mir den Ziegenkäse, der da eigentlich mit rein soll. Er wird nicht vermisst – denn statt der eigentlich vorgesehenen gerösteten Mohnsamen gibt es nun noch grob geshreddertes altes Dinkelbrot. Es geht zusammen mit einer Handvoll ungeschälter Mandeln in den Zerkleinerer. Immer wieder begeistert mich der hübsche Name „Speedy Pro“ 😉 Der Zerkleinerer tut, was er soll und ich siebe mit einem groben Sieb die feinen Krümel raus – ich möchte heute nur die groben haben. Diese gehen in die Pfanne, zusammen mit etwas Oregano und Olivenöl, und rösten, bis sie kusprig-aromatisch sind.

Zum Servieren gebe ich den Spargel mit ein paar leicht zerdrückten Kartoffeln auf die Teller, dann den Salat darüber und zum Abschluss reichlich Vinaigrette und die Croutons. Geniale vegane Küche!

Wolfsbarschfilet mit Fenchelsalat

Beim Kochbuchblättern fällt mir Björn Freitags Sterne-Snack-Buch in die Hand. Nette Sachen, auch wenn mir „Sterne“ teilweise ein bisschen hoch gegriffen scheint… Da uns heute ein ruhiger Abend bevorsteht, kann es auch mal wieder was Nettes zu essen geben. Ich entscheide mich für Dorade mit Fenchelsalat, sollte schnell gehen und Fenchel ist ja einer meiner Favoriten.

Wolfsbarschfilet mit Fenchelsalat

Gesagt, getan – nur hat ausgerechnet heute der einzige Fischhändler weit und breit keine Doradenfilets :( Aber zum Glück liegt da noch ein einsamer Wolfsbarsch auf dem Eis – der wird kurzerhand geschnappt und filetiert. Der Rest ist einfach:

1 Knolle Fenchel mit dem Trüffelhobel in feine Streifen hobeln, mit einer Vinaigrette aus 2 EL weißem Balsamico, 2 EL Olivenöl, Pfeffer, etwas Zucker, etwas Fenchelsaat und einer ordentlichen Prise Olivensalz anmachen. dazu kommen zwei kleine Scheiben luftgetrockneter Schinkenspeck, in kleine Stücke geschnitten. Abdecken und für 30 Minuten in den Kühlschrank.

Die Filets entschuppe ich nun noch, ziehe die letzten feinen Gräten heraus und trockne die Stücke gut ab. Dann mehlieren und ab damit in die Pfanne. 5 Minuten bei guter Hitze auf der Hautseite, dann ausschalten und für 2 Minuten noch umdrehen. Alles auf einem Teller anrichten, ein paar Tropfen des schwesterlichen Chili-Vanille-Öls auf den Fisch und fertig ist das lecker-leichte Abendessen 😉 Dazu gibt es geröstetes Oliven-Ciabatta.

Kardamom-Hähnchen mit Schwarzwurzelreis

Sonntag abend – zwei Hühnerbeine wollen zubereitet werden, nur wie? Zum Glück gibt es das Internet, ich finde ein Rezept von Tim Mälzer, dessen Hühnerteil mich anspricht. Die dort vorgesehen Kartoffeln lasse ich links liegen, ich habe anderes vor.

Kardamomhähnchen mit Schwarzwurzelreis

Aber zunächst zum Huhn:
die zwei Keulen werden gewaschen und abgetrocknet. Dann bereite ich die Marinade zu, wie unser Meisterkoch es vorgibt:

3 Kardamomkapseln
1 Zimtstange
etwas Chilipulver
1 TL schwarzer Pfeffer
1 TL Paprikapulver
1 TL getrockneter Oregano
1 TL abgeriebene Zitronenschale
1 EL Meersalz
1 EL Agavendicksaft (in Ermangelung von Honig)
4 El Olivenöl

Die Keulen schneide ich jeweils in 2 Teile und streiche die Marinade darauf. Sie reicht gerade so. Eine große Zwiebel schneide ich in dicke Ringe und gebe sie in eine kleine Auflaufform. Darauf kommen die Hühnerstücke, die ich dann bei 210° auf unterster Schiene in den Backofen gebe. 45 Minuten bleiben sie dort, die letzten 5 Minuten unter dem Grill.

Die Zeit nutze ich, um eine Handvoll Schwarzwurzeln zu putzen. Ich schäle sie in der Spüle unter Wasser mit etwas Essig, so bleibt die übliche Verfärbung aus. Dann koche ich eine schnelle Gemüsebrühe, die ich mit Kumin, Kurkuma, Schwarzkümmel und Knoblauch würze. Außerdem kommt als fruchtige Komponente etwas Mangosaft dazu. Jetzt die in Stücke geschnittenen Schwarzwurzeln hinzu und 5 Minuten kochen. Dann gebe ich eine große Tasse Reis dazu und lasse alles köcheln, bis der Reis gar ist. Ich gieße die überschüssige Flüssigkeit ab und gebe die Zwiebeln und den Bratensaft des Huhns zum Reis. Schnell anrichten und schmecken lassen 😉

Alles nur geklaut – Gorgonzola-Kohlrabi mit Safranrisotto

Wie schwer, seine größten Erfolge zu übertreffen! Auf meinem Blog ist das skurrilerweise das seltsame Gericht Seeteufel mit gefülltem Kohlrabi, das irgendwann auf den Radar von scheissewaskocheichheute geriet und seitdem beständig der meistgeklickte Artikel ist. Und vermutlich der am wenigsten nachgekochte…

Überbackener Kohlrabi und Safranrisotto

Daher versuche ich heute gar nicht, das durch neue eigene Kreationen zu übertreffen und setze auf Nachgekochtes. Der eigene Garten spuckt zuverlässig große Gemüsemengen aus, heute tritt wieder Kohlrabi und Möhre auf. Ich wähle ein Rezept von Mestolo, dass beim bekennenden Kohlrabihasser nur auf mittlere Begeisterung stieß. Für mich klingt es gut, ich spare mir das Abtippen des Rezepts. Die einzige Abweichung ergibt sich bei der Garzeit. Nach den 10 Minuten im Ofen übergrille ich die Kohlrabi nochmals 5 Minuten bei mittlerer Hitze.

Nur ein Kohlrabi für jeden? Nee, das reicht ja nie. So überlege ich, was dazu noch ginge und komme auf Safranrisotto. Schuhbeck hatte doch da was mit einer eigenartigen Gewürzkombination… ach ja, hier:

150 g Risottoreis (ich nehme in Ermangelung von Vorräten skandalöserweise einfach Milchreis)
500 ml Gemüsebrühe – kommt bei mir aus dem TK, Reste vom letzten Suppengemüseblanchieren
200 ml Weißwein – bei Schuhbeck nur 3 EL. Das ist mir für Risotto definitiv zu wenig
1 Zwiebelchen – ich nehme das Weiße einer Frühlingszwiebel, die sind eh fällig für die Kohlrabifüllung
1 Scheibe Ingwer
1 Knoblauchzehe
ein paar Safranfäden
1 gute Messerspitze Vanille (Schuhbeck kocht eine Viertel Schote mit)
1 gute Messerspitze Cayennepfeffer

Der Reis kommt in die angeschwitzten Zwiebeln und wird glasig angebraten. Dann nach und nach die Brühe und den Wein dazu, die Gewürze waren schon in der Brühe und kommen nun mit in den Reis. Ich ignoriere das Dauerrührgebot und schiebe nur ab und zu den Reis durch die Pfanne. Trotzdem (deswegen?) gelingt er gut, Klumpkatastrophen wie in manche Foren bei der Nutzung von Milchreis ankündigen, bleiben aus. Würzig, der Reis! Ich gebe in Ermangelung der vorgeschriebenen 50 g gehackter Nussmischung einfach ein paar Pinienkerne dazu. Ingwer und Knobi kommen vor dem Servieren wieder raus. Eine schöne Ergänzung zum Kohlrabi!

Grüner Garten-Gazpacho

Gerade aus dem Urlaub zurück, wuchert uns der Garten schon fast ins Haus. Monster-Zucchini, die Tomaten sind reif, eine Riesengurke hat sich eingestellt und auch alles andere ist während unserer Abwesenheit gewachsen und gediehen. Was macht man mit all diesen frischen Sachen bei gar nicht so frischen 35 Grad? Da muss es wohl was leicht Verdauliches geben, ich denke an Suppe.

Eine mittelgroße Zucchini in weiß fält als erstes dem Erntemesser zum Opfer. dann folgen einige Blätter Mangold, von denen ich nur das grüne Blatt (und zwei Stiele für die Deko) verwende. Weiterhingibt es 6 orangefarbene Cherrytomaten, einen Miniporree (SEHR Mini, hat eher die Größe einer kleinen Frühlingszwiebel) und einige Blätter Basilikum „Magic Blue“ aus der Klostergärtnerei sinnesgrün in Münster.

Grüne Gemüsesuppe

Und nun – Suppe kochen bei der Hitze? Ich entdecke im Internet ein Rezept für rohe Zucchini-Mangold-Suppe und lasse mich davon inspirieren. Die superfrischen Zutaten kommen so bestimmt viel besser zur Geltung! Allerdings lasse ich die dort aufgelistete Avocado weg und nehme stattdessen die oben erwähnten Tomaten, die ich vorher pelle – das geht erstaunlich gut, wenn sie frisch vom Strauch sind. Sonst kurz blanchieren. Ein Kaffeebecher warmes Wasser kommt mit in die Rührschüssel, ebenso der Saft von 1 Limette. Das ganze rühre ich mit dem Zauberstab cremig-flüssig, das dauert eine Weile, aber das treue Gerät gibt auch bei diesen tropischen Temperaturen nicht auf. So, nun noch abschmecken mit Kumin, Chili, Salz, Pfeffer – und mit einem guten Schuss Olivenöl (das gute, nicht von dem Zeug für Gäste). Alles noch einmal durchgemixt und fertig ist die erfrischende Suppe. Wer will, stellt sie nochmal kalt bis zum Essen, dann evtl nochmal nachwürzen.

Als Deko gebe ich noch eine Kapuzinerkresseblüte, ein paar Tomatenstücke, einen gedünsteten Mangoldstiel und mit Curry geröstetes Brot dazu.

Sehr angenehme kalte Suppe, ohne die üblichen für mich unangenehm scharfen rohen Paprika und ohne Gurken.

Ananas mit Minzzucker

Beim Blättern in alten Kochbüchern stolpere ich über dieses „Rezept“ von Jamie Oliver. Es geht ganz schnell – die Ananas putzen und in dünne Streifen schneiden. Einige Blätter Minze im Mörser mit ca 2 EL Zucker zermörsern, bis dieser grün ist. Durch ein grobes Sieb über die Ananans verteilen. Sehr aromatisch!

Ananas mit Minzzucker

Lieblings-Kartoffelbrot

Es trat immer wieder mal in diesem Blog auf, am Rande, ganz unscheinbar, aber es ist der Star meiner Alltagsbäckerei – ein Brot aus Hefe-Kartoffelteig, dass sich schon in verschiedensten Kombinationen in unseren Brotkonsum eingeschlichen hat und so langsam das gekaufte Dinkelbrot verdrängt. Daher ist es nun Zeit, ihm einmal einen eigenen Beitrag zu widmen.

Kartoffelbrot

Das Basisrezept ist ganz einfach:

Zunächst einen Vorteig aus 50 g Mehl mit einem zerpflückten Würfel Hefe und 100 ml warmem Wasser herstellen. Etwas gehen lassen, eine Prise Zucker hilft der Hefe beim Wachsen. Während der Vorteig geht, 100 g Kartoffeln kochen, pellen und dann zerdrücken.

Nun folgt der Hauptteig aus 500 g Mehl, 1 EL Salz, 1 TL Zucker, den Kartoffeln, dem Vorteig und ca. 230 ml warmem Wasser. Alles gut verkneten und an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen.

Dann den Ofen auf 230° vorheizen (wer eine dunklere Kruste mag, backt die ersten 10 Minuten bei 250°). Den Teig mit einem Schaber aus der Schüssel so auf das Blech schieben, dass eine Brotform entsteht. Wenn der Teig fest genug ist, die eine Seite noch nach oben ziehen, so dass oben eine Kante entsteht (daher auch der Name „Schopfbrot“). Wenn nicht, geht es auch so. Der Teig sieht zunächst sehr flach aus, das Brot geht während des 50-minütigen Backens aber noch gut auf. Dann aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

Die angegebene Menge ergibt ungefähr einen 800 g-Laib. Meistens verschwindet davon mindestens die Hälfte noch am selben Abend 😉 Ich habe mittlerweile einige Varianten probiert – vor allem die Mehlmischung gibt dem Brot immer wieder ein neues Gesicht, ohne dass es seinen knusprigen, großporigen Charakter verliert. Am besten finde ich die Variante aus 630er Dinkelmehl, aber auch mit selbst gemahlenem Dinkelvollkorn ist das Brot ein Hit. Und als Füllung geht alles von Tomaten über Oliven, gerösteten Zwiebeln bis hin zu Wildkräutern wie den Wiesenbärenklaustängeln.

Kartoffelbrot

Salzseebrot

Der Food Blogger ist ja trendmäßig immer auf dem aktuellsten Stand. Regional und saisonal haben wir ja quasi erfunden, nun ist es das Thema allergenfrei und gesund, dass uns erneut in die Labors – äh, Küchen, treibt, um in endlosen Versuchsreihen Gutes für die Menschheit oder zumindest die Leserschaft zu erfinden. Blogs wie kochtrotz oder Anie’s Delight sind gute Beispiele dafür.

Auch in meinem Umfeld ist das Thema neuerdings akut, ich koche gelegentlich glutenfrei und vegan. Das gelingt teils ganz gut, wie man meinem Rezepten hoffentlich entnehmen kann, nur das typische Kochbeiwerk wie Saucenbasis, Dips, Brot, Brotauflage geht dann meist doch nicht ohne Verwerfliches. Neulich auf der Suche nach glutenfreiem Backwerk lief mir im Buch Vegan & vollwertig genießen der Tipp über den Weg, einmal mit Kichererbsenmehl als Ei-Ersatz zu experimentieren.

Der erste Probelauf war Anlass, eine Packung dieses Mehls zu erwerben, diente aber keinem großen Erkenntnisgewinn, da die angerührte Dinkelmehlpasta sich von den genannten 2 Esslöffeln Kichererbsenmehl als Eisimulation nicht beeindrucken ließ – sie wurden wie eh und je ein ordentlicher Teig zum Durchnudeln durch die Maschine, geschmacklich trat das Mehl nicht hervor.

Salzwüste

Nun ist die Packung also im Haus, was tun damit? Ja, Falafel, klar, hatten wir schon, und die gehen auch besser mit gekochten Früchten. Beim Stöbern im Internet stieß ich auf einen einfaches Kichererbsenbrot. Zu einfach für meinen Geschmack, es sollte nur aus Kichererbsenmehl, Wasser. Öl und Salz bestehen (Gut, dass kein Ei vorgesehen war – Kichererbsenmehl als Ei-Ersatz in einem Kichererbsenmehlbrot wäre wohl dann doch ziemlich exotisch).
Ich traute dem Rezept nicht so ganz über den Weg und hab noch eine Knoblauchzehe hineingerieben und einige getrocknete Rosmarinnadeln, in Stücke gehackt.

250 ml Wasser
380 g Kichererbsenmehl
2 EL Öl
Salz

zu einem Teig verkneten, stand da. Am besten über Nacht ruhen lassen (hab ich nicht), dann bei 220 Grad in der Obstkuchenteigform in den Ofen und eine knappe halbe Stunde backen. Ok, mach ich. Der Teig ist erstmal ok, mürbe, aber er hält. Dann ab in die Form, sieht gut aus. Nach dem Backen allerdings eine gewisse Ernüchterung. Der Boden sieht aus wie eine Salzwüste in Utah und sensorisch bzw. geschmacklich liegt das Ergebnis leider ziemlich in der Nähe davon.

Salzwüste in Stücken

Ich versuche zu retten, was zu retten ist, mache kleine Sandwiches daraus mit Tomate, Frischkäse, gehackten Champignons und reichlich süßer Chilisauce, probiere sie nochmal mit Öl zu bestreichen und zu grillen… schmeckt immer noch wie Salzwüste. Also ein Flop. Was gerade noch ging, ist, sie zu zerbröseln und mit Brennnesseln zusammen zu rösten, bis man sie für Suppen zum Bestreuen nutzen kann.

Suppenkrümel

Na, ich hoffe, dass die anderen Rezepte in dem Buch freudvoller werden. Auch ein schnell probiertes Cashewkernmus als Schmandersatz war nicht der Renner. Ich finde schon, dass vegan und gesund sich nicht ausschließen muss mit lecker und schön anzusehen. Da lobe ich mir zum Beispiel das inzwischen viel gebackene Schopfbrot in der Dinkelmehlvariante (Rezept folgt). Sensationell!

Wer also zwei große Tupperboxen voller Salzwüstenstücken braucht – bitte melden!