Schuhbecks fehlende Bilder

Die Rezepte von Schuhbeck, zu denen es keine Fotos in seinen Büchern gibt

Alles nur geklaut – Gorgonzola-Kohlrabi mit Safranrisotto

Wie schwer, seine größten Erfolge zu übertreffen! Auf meinem Blog ist das skurrilerweise das seltsame Gericht Seeteufel mit gefülltem Kohlrabi, das irgendwann auf den Radar von scheissewaskocheichheute geriet und seitdem beständig der meistgeklickte Artikel ist. Und vermutlich der am wenigsten nachgekochte…

Überbackener Kohlrabi und Safranrisotto

Daher versuche ich heute gar nicht, das durch neue eigene Kreationen zu übertreffen und setze auf Nachgekochtes. Der eigene Garten spuckt zuverlässig große Gemüsemengen aus, heute tritt wieder Kohlrabi und Möhre auf. Ich wähle ein Rezept von Mestolo, dass beim bekennenden Kohlrabihasser nur auf mittlere Begeisterung stieß. Für mich klingt es gut, ich spare mir das Abtippen des Rezepts. Die einzige Abweichung ergibt sich bei der Garzeit. Nach den 10 Minuten im Ofen übergrille ich die Kohlrabi nochmals 5 Minuten bei mittlerer Hitze.

Nur ein Kohlrabi für jeden? Nee, das reicht ja nie. So überlege ich, was dazu noch ginge und komme auf Safranrisotto. Schuhbeck hatte doch da was mit einer eigenartigen Gewürzkombination… ach ja, hier:

150 g Risottoreis (ich nehme in Ermangelung von Vorräten skandalöserweise einfach Milchreis)
500 ml Gemüsebrühe – kommt bei mir aus dem TK, Reste vom letzten Suppengemüseblanchieren
200 ml Weißwein – bei Schuhbeck nur 3 EL. Das ist mir für Risotto definitiv zu wenig
1 Zwiebelchen – ich nehme das Weiße einer Frühlingszwiebel, die sind eh fällig für die Kohlrabifüllung
1 Scheibe Ingwer
1 Knoblauchzehe
ein paar Safranfäden
1 gute Messerspitze Vanille (Schuhbeck kocht eine Viertel Schote mit)
1 gute Messerspitze Cayennepfeffer

Der Reis kommt in die angeschwitzten Zwiebeln und wird glasig angebraten. Dann nach und nach die Brühe und den Wein dazu, die Gewürze waren schon in der Brühe und kommen nun mit in den Reis. Ich ignoriere das Dauerrührgebot und schiebe nur ab und zu den Reis durch die Pfanne. Trotzdem (deswegen?) gelingt er gut, Klumpkatastrophen wie in manche Foren bei der Nutzung von Milchreis ankündigen, bleiben aus. Würzig, der Reis! Ich gebe in Ermangelung der vorgeschriebenen 50 g gehackter Nussmischung einfach ein paar Pinienkerne dazu. Ingwer und Knobi kommen vor dem Servieren wieder raus. Eine schöne Ergänzung zum Kohlrabi!

Buntes Gemüse mit Zimtbulgur

Frei nach Schuhbeck krame ich im Gemüsefach und befördere so einiges zutage. Das passt fast zum Gemüserezept, so dass ich damit wieder ein Rezept der Serie „Schuhbecks fehlende Bilder“ kochen kann. Na ja, um ehrlich zu sein, gibt es ein Foto dazu im Buch. Aber nicht mit Bulgur…

Buntes Gemüse mit Zimtbulgur

Ich schäle / putze

2 Möhren
2 Stangen Spargel
1 Stück Knollensellerie
1 Stange Sellerie
1 rote Parpikaschote
eine Handvoll Brokkoliröschen
1/2 Fenchel

und schneide das Gemüse in grobe Stücke. Nun kommt es in einen Metalldurchschlag in den großen Topf über kochendes Wasser und dämpft dort in 15 Minuten gar.

Mittlerweile gebe ich

100 ml Gemüsebrühe in eine Pfanne und dann die Gewürze hinzu

1 Zweig Rosmarin
1 Knoblauchzehe in Scheiben
1 Stückchen Ingwer
1 Stückchen Vanillestange
2 getrocknete Orangenschalen

und erwärme die Flüssigkeit langsam. Zum Ende der Gemüsegarzeit ist sie heiß und die Aromen sind übertragen. Die Orangenschale schneide ich nun klein und gebe sie über das Gemüse, ebenso ein paar Rosmarinnadeln und den Ingwer.

eine Tasse Bulgur
1 Messerspitze Zimt

habe ich parallel dazu in einem eigenen Topf in gut 10 Minuten gar gekocht. Nun kann ich alles in vorgewärmte Schüsseln geben und mit

Olivenöl
Piment d’Espelette
Salz

abschmecken.

Tomatennudeln mit Zucchini und Bohnenkraut

Und schon wieder ein Schuhbeck-Rezept! Neben der aufwändigeren Wochenendküche gibt es auch durchaus Alltagstaugliches. Das folgende Gericht hat mich beim Durchblättern schon aufgrund seiner ungewöhnlichen Gewürzkombination interessiert. Also frisch ans Werk! Beim genaueren Durchlesen fällt leider der erste Fauxpas in diesem Buch auf – die Zutaten für den Nudelteig ergeben zusammen 1 kg für 4 Personen! Das ist wohl nicht ganz richtig. Insbesondere, weil die im Buch angegebenen Saucenzutaten gerade für 2 reichten. Entweder setzt Schuhbeck hier auf homöopathische Gemüsedosis und satte Nudelmenge oder der Teig ist einfach falsch berechnet.

Ich nehme letzteres an und adjustiere die Mengen. Die 600 g Teig, die dann entstehen, werden gedrittelt und ein Drittel – also 200 g – reichen für unsere Abendmahlzeit aus. (Hungrige Esser nehmen 300 g für zwei Personen).

Tomatennudeln mit Zucchini und Bohnenkraut
120 g Hartweizengrieß
250 g Mehl
3 Eier
50 g Tomatenmark
1/2 TL Piment d’Espelette
etwas Zimt

verknete ich zu einem glatten Teig, er ist noch etwas klebrig, aber das korrigere ich beim Ausrollen. Der Teig geht für 30 Minuten in den Kühlschrank.
Dann bereite ich das Gemüse vor:

3 Tomaten
1 kleinere Zucchini (150 g)
6 große grüne Oliven ohne Kern

Die Zucchini würfle ich in kleine Stücke (1/2 cm Kantenlänge), die Oliven ebenso. Die Tomaten werden gehäutet, entkernt und ebenfalls klein gewürfelt. Später (kurz bevor die Nudeln ins Wasser kommen) brate ich die Zucchini heiß 2-3 Minuten in Olivenöl an, so dass sie leicht bräunen. Dann die Tomaten und Oliven dazu, salzen, pfeffern und nur noch kurz durchziehen lassen.

Das Hauptaroma kommt aus der Brühe

200 ml Gemüsebrühe
1 TL getrocknetes Bohnenkraut
1/4 Vanilleschote
2 Knoblauchzehen, in dünnen Scheiben

Jawohl, Vanille-Knobi! Interessante Kombinationen entstehen hier 😉 Die Brühe koche ich kurz auf, dann auf kleiner Hitze, bis später die Nudeln hinenkommen.

Genau diese sind jetzt an der Reihe. Ich walze den Teig durch die Nudelmaschine bis Stufe 6 von 9 und mache dann Bandnudeln. Das dauert eine Weile, weil die Maschine die Nudeln nicht ganz sauber trennt und man sie nach dem Schneiden auseinanderziehen muss. Ein bemehltes Brett verhindert Zusammenkleben und Nervenzusammenbrüche.

Jetzt ist alles kochfertig:

Gemüse braten wie oben beschrieben
Nudeln in 2-3 Minuten in Salzwasser gar kochen (Schuhbeck besteht auf 1 Lorbeerblatt und 2 getrockneten Chili im Kochwasser), abgießen und in etwas Öl schwenken. Dann in die heiße Brühe geben. Sie verschwindet fast, macht das Essen aber nicht so trocken.
Nudeln in die vorgewärmten Teller geben und Gemüse obenauf.

Sehr aromatisch, in der Tat und wieder wohlausgewogen! Es reicht noch für einen Nachschlag, dann ist alles verputzt.

Lasagne mit Lachsforelle und Wokgemüse

Schuhbeck nennt diese Lasagne „offene Lasagne“. Damit meint er, dass sie nach dem Zusammenbau nicht mehr überbacken, sondern gleich verzehrt wird. Das klingt ungewohnt, aber schmeckt sehr gut. Und auch hier fehlt das Bild im Kochbuch, also nachkochen!

Lasagne mit Lachsforelle und Wokgemüse

Zunächst putze ich die Lachsforellenfilets. Sie haben (gehäutet) je 100g, ich entferne die vielen kleinen Gräten und schneide die fettigen Bauchlappen ab. Bis zur Verarbeitung stelle ich sie kühl.

Dann erstelle ich den Pastateig aus

70 g Mehl
45 g Hartweizengrieß
etwas Salz

und lasse ihn verknetet für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen. Jetzt kann ich das Gemüse putzen. Ich erstelle einen kleinen Julienne-Berg aus

60 g Möhre
60 g Lauch
60 g Sellerie

Nun karamelisiere ich

1 TL Puderzucker

in der Pfanne und dünste das Gemüse darin. Nun ablöschen mit

1 EL Portwein
2 EL helle Sojasauce
etwas Wasser (ca 4-5 EL)

Jetzt dünstet das Gemüse schön vor sich hin. Das Nudelwasser mache ich nun heiß, und der Fisch kommt auf 2 gefetteten Tellern bei 80° auf die mittlere Schiene des Backofens. Dort bleibt er gut 1520 Minuten. Das Gemüse braucht noch zur Vervollständigung

1 EL gerösteten hellen Sesam
ein Schuss Sahne
1 fein geriebene Knoblauchzehe
1 gleichgroßes fein geriebenes Stück Ingwer
etwas Zitronenschale
1 TL dunkles Sesamöl

und bleibt auf kleiner Hitze auf dem Herd, bis ich die Lasagne montiere. Nebenher erstelle ich aus

2 EL Butter

braune Butter. Jetzt knete ich

1 Handvoll Kräuter (Dill, glatte Petersilie)

in den Pastateig und rolle ihn aus (Stufe 7/9). die Teigplatten werden ca. 10*10 qm²cm² geschnitten und kochen im Nudelwasser 2-3 Minuten gar. Ich mache immer nur 2 Platten gleichzeitig. Wenn sie fertig sind, bepinsele ich sie mit etwas brauner Butter und ab in den Ofen zum Warmhalten.

Zum Schluss passt alles zusammen: auf die vorgewärmten Teller kommt

1 gebutterte Nudelplatte
Fischfilet (wird auch nochmal mit brauner Butter bestrichen
Gemüse
1 gebutterte Nudelplatte
und obenauf noch ein paar frische Kräuter

Es passt! Der Eindruck, den ich beim Lesen der Schuhbeck-Rezepte schon hatte, bestätigt sich beim Nachkochen. Die Gerichte sind eigentlich einfach, aber sehr „rund“ – gut gewürzt, die richtigen Texturen zusammen und insgesamt eine harmonische Kombination. Da bleib ich dran 😉

Und ohne Käse ist die Lasagne auch „Ohne“ :)

Blog-Event-LV - Ohne (Einsendeschluss 15. April 2010)

Falafel

So, jetzt müssen endlich die Kichererbsenreste weg und da fällt einem doch gleich Falafel ein – zumindest, wenn man in Schuhbecks famosen „Meine Küche der Gewürze“ blättert – auch wenn das Gericht dort kosmopolitisch-bayrisch „Kichererbsenpflanzerl“ heißt. Das Rezept klingt gut, leider gibts kein Foto. Ein guter Anlaß, die Serie „Schuhbecks fehlende Bilder“ zu beginnen…

Falafel mit Salat

Erst bereite ich die Kichererbsenmasse ziemlich genau nach Originalrezept

3 Frühlingszwiebeln, klein geschnitten
350 g Kichererbsen aus dem Glas, mit dem Blitzhacker püriert
40 g Magerquark (Schuhbeck: Frischkäse)
1 Ei
1,5 EL Semmelbrösel (Schuhbeck: Toastbrotbrösel)
1 große Knoblauchzehe
1 TL geriebener Ingwer
1 EL Petersilie, fein gehackt
1 TL Salz
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Koriander, gemörsert
1/2 TL Kreuzkümmel, gemörsert
eine Prise Piment d’Espelette (Schuhbeck: milde Chiliflocken)
frisch geriebene Muskatnuss
etwas Zitronenschale, gerieben

Alles wandet in die Rührschüssel und lässt sich gut mit der Gabel verkneten. Perfekte Konsistenz!

Nun bereite ich noch einen Salat vor. Ich putze und schneide

2 handvoll Babyspinat
1 rote Bete, geraspelt
1 Chicoree
1 Orange, filetiert

Salatsauce und Dip für den Falafel:

2 Zweige Minze
150 ml Joghurt
etwas Olivenöl
der aufgefangene Orangensaft vom Filetieren

panierte Falafel-Rohlinge

Nun können die Falafel in einer beschichteten Pfanne gebraten werden. Ich nehme dazu einen guten Schuss Olivenöl und füge ein kleines Stück Butter hinzu. Den Falafelteig habe ich nun zu kleinen dicken Talern geformt, die wälze ich noch einmal in Paniermehl (vorsicht, sie sind sehr mürbe) und dann ab in die Pfanne damit. Auf 2/3-Stufe von jeder Seite 3-4 Minuten goldbraun braten. In dieser Zeit kann ich den Salat anrichten und den Dip in kleine Gläser füllen. Er ist etwas dünnflüssig geworden, Schubeck wollte den festeren griechischen. Aber geschmacklich und farblich passt alles wunderbar zusammen!