Vegan

Kein Fleisch, Kein Fisch, kein sonstiges Meeresgetier, keine tierischen Produkte wie Ei, Milch, Sahne.

Weihnachtliche Kürbissuppe mit Pimentkraut

Jetzt rüsten sie wieder auf, die Kulinariker unter uns… Weihnachten ist schließlich das Fest der Freude, da soll auch der Gaumen und der Bauch „endlich“ mal was Besonderes bekommen, nachdem ja das ganze Jahr nix Vernünftiges auf den Teller kam. Ich seh es in den Food-Foren und auch die Suchstatistik meines Blogs ist voll von Anfragen zu „der perfekte Braten“, „Jakobsmuschel-Carpaccio“, „Essenz“, „Weihnachtsplanung“ und so fort. Macht Euch nicht so einen Stress! Ich achte inzwischen lieber das ganze Jahr über auf gute Qualität und Freude beim Essenmachen und -kochen und vermeide den kulinarischen Jahresendschlag. Das schont die Nerven, den Magen und den Geldbeutel…

Weihnachtliche Kürbissuppe

Ein bisschen weihnachtlich darf es trotzdem sein, heute entstand inkrementell diese besondere Suppe, die ganz einfach herzustellen ist. Ich koche einen in Stücke geschnittenen Hokkaido, 3-4 Kartoffeln, eine rote Zwiebel und eine Knoblauchzehe, alles ebenfalls in Stücken, in reichlich Gemüsebrühe auf. Dazu kommt eine kleine Chilischote, die bei uns im Wohnzimmer immer noch reichlich wächst. Nach 25 Minuten kann die Suppe mit dem Zauberstab püriert werden. Wenn sie zu dick ist, kommt noch etwas Wasser hinterher. Die Suppe darf beim Kochen keine Vulkankrater erzeugen!
Jetzt reibe ich mit der feinen Reibe ein ordentliches Stück Ingwer hinein (50 g vielleicht) und schmecke mit Sojasauce ab. Nebenher erwärme ich etwas Sauerkraut, das ich mit gemörsertem Piment gewürzt habe.
Der Clou der Suppe: zum Schluss gebe ich noch einen Teelöffel Lebkuchengewürz dazu (Achtung, nicht zu viel nehmen). Auf den Tellern richte ich die Suppe mit dem Sauerkraut, Mandelhälften und jeweils einem guten Schuss Kürbiskern- und Orangenöl an. Das letztere verbindet die Weihnachtsaromen hervorragend mit der Säure des Krauts und der samtigen Suppe.
Allemal ein Festessen!

Newtella 2.0

Wie vorgestern schon geschrieben, hat mein Creme-Experiment noch ein paar Schwachpunkte. Zum Glück habe ich noch genug Eicheln übrig, um eine kleine Versuchsreihe zu starten.

Newtella 2.0 Versuchsreihe

Zunächst ändere ich den Beginn der Verarbeitung – nach dem langwierigen Schälen der Eicheln (das übrigens leichter geht, wenn man die Eicheln mit kochendem Wasser überbrüht) gebe ich die Früchte zunächst bei 200° für 15 Minuten auf einem Blech mit Backpapier in den Ofen. So rösten sie ein wenig an und erzeugen Malz. Dadurch kam ich auch auf meine Apfelsaftalternative – wie wäre es, Malzbier statt Apfelsaft zu benutzen? Gesagt, getan – das Gros der gerösteten Eicheln (500 g) habe ich in einem Liter Dinkelmalzbier aufgesetzt und dann weiter verarbeitet wie im Rezept beschrieben. Für Vergleichszwecke habe ich 200 g Eicheln einfach nur in Wasser weiterverarbeitet.
Nun habe ich also eine Malz-Gelierzucker-Eichelmasse und eine ohne Malz. Der Malzgeschmack hat schon einmal gut getan, und auch die Wasservariante ist besser als die mit Apfelsaft. Schon mal ein Fortschritt! Ein weiterer Fortschritt ergab sich aus dem Einsatz der flotten Lotte – immer noch aufwändig, aber besser, als die Masse durch ein Sieb zu streichen. Ich habe die feine Scheibe für beide Varianten benutzt und erhalte so ein feines Mus.
Was nun? Ich nehme von der Wasservariante eine Probe ohne Kakao und gebe gemörserten Kardamom hinzu. Schon mal sehr fein, auch ohne Kakao. Dasselbe nochmal mit. Auch das geht gut. Und jetzt -trara- kommt noch Port hinzu. Nun wird es richtig interessant. Die Kardamom-Proben können sich schon mal sehen lassen. Für eine weitere Probe rühre ich den Kakao mit Ananas-Kokos-Saft an (gibts im Bioladen und ist bei uns ein guter Durchläufer). Kommt auch gut, die Ananas schmeckt fein durch den Kakao und der Kokos rundet ab. Für die Kinder mache ich aus dem Rest der Wasserversion eine Nur-Kakao-Variante.
Die Malz-Version wird jetzt mit richtig viel Kakao angerührt, 6 gute EL kommen hinzu. Das tut der Masse gut, besser als die knappen Reste vom letzten Mal. Und mit Port ist diese Variante mein Favorit – Schokoladig, süß mit ein wenig Säure im Hintergrund und durch den nicht ganz verkochten Alkohol auch mit ein wenig Pep. Zwar nichts für die Kinder, aber so habe ich eine Ausrede, dass diese Creme nur für die Erwachsenen ist 😉
Die Proben hebe ich erstmal auf, es ist schon spät und der Rest des Haushalts träumt schon vom Frühstück. Morgen gibt es also einen kleinen Favoritenwettbewerb, wobei meiner wie gesagt schon feststeht 😉 Eicheln habe ich nun keine mehr, aber im nächsten Jahr geht es dann gleich mit dem richtigen Rezept los!

Newtella 2.0 Versuchsreihe

Newtella – Schokocreme aus Eicheln

Nutella-Ersatz aus Eicheln – jetzt wird es exotisch! Ich war mir erst nicht so sicher, ob ich dieses Experiment wirklich hier publizieren sollte oder lieber in meinem Parallelblog Natürlich! Wildkräuter. Aber nachdem die Ostfriesische Zeitung am Wochenende einen längeren Artikel über mein Wirken gebracht hat und auch auf diesen Versuch Bezug nahm, habe ich mich nun entschlossen, das kulinarische Ergebnis zu betonen und nicht die „natürliche“ Herkunft.

Habe ich es schon erwähnt? Aufgrund diverser Allergien in unserem Haushalt sind wir darauf angewiesen, die kulinarischen Standard-Kindervergnügungen sparsam einzusetzen, und wir sind immer auf der Suche nach gesunden Alternativen. Nutella stand bei uns als Industrieprodukt mit über 50% Zuckergehalt und gut 30% Fett nie wirklich auf dem Tisch, aber auch alternative Bio-Nusscremes scheitern bei uns eben an der Haselnuss. Eines Tages, im Rahmen meiner Wildkräuterweiterbildung, lief mir ein Rezept über eine selbstgemachte Schokocrema auf Eichelbasis über den Weg. Damals fand ich es zumindest interessant genug, um es aufzubewahren. Jetzt ist es so weit – die große Eiche, die unseren Garten im Herbst mit Unmengen von Eicheln bombardiert, gab genug Anlass zum Sammeln (Bombardierte, muss man leider sagen, der Orkan Ende Oktober hat sie nun leider zerlegt. Ich verarbeite also sozusagen den Nachlass).

Newtella

Das Foto zeigt es bereits – optisch kann die Creme mithalten. Das „Streichgefühl“ ist mangels Fett nicht ganz so „gleitend“ wie bei Nutella, aber wie ich finde gut genug. Geschmacklich stehen noch weitere Testreihen an, das Originalrezept ist noch nicht so ganz kinderkompatibel 😉

Wie geht’s also? Man nehme: reife Eicheln, am besten welche, die sich später gut pellen lassen (hängt von der Sorte ab, man merkt es leider erst später). Diese Eicheln kommen in eine große Schüssel Wasser auf’s Fensterbrett und werden mit frischem kalten regelmäßig (d.h. alle 2-3 Tage) durchgespült, bis sie ordentlich keimen. Das ist bei mir nach ca. 3 Wochen der Fall. Dann pellen, die braune Haut muss mit ab. Ein scharfes, stabiles kleines Messer hilft hier sehr, denn die Eichelschalen sind zwar teilweise aufgeplatzt, aber trotzdem recht zäh. Ich brauche über 2 Stunden für die notwendigen 500 g geschälte Eicheln. Nun kommen die Eicheln in den Ofen – 15 Minuten bei 200°. Ob es reicht? Im Original gibt es dazu keine Angaben. Ich habe auch Eichelkaffee gemacht, da waren die Eicheln deutlich länger im Ofen, allerdings werden sie dann eben auch bitterer. Das will ich für die Creme nicht.

Eicheln

Anschließend kommen die Eicheln in den Topf, zusammen mit 1 Liter Apfelsaft (ich nehme naturtrüben) und koche sie, bis der Saft fast vollständig reduziert ist. Dann die Eicheln pürieren, mit dem Kartoffelstampfer ein mühseliges Geschäft. Dei Eicheln sind schon zerkocht, aber trotzdem deutlich stabiler als z.B. Kartoffeln. Jetzt kommt noch einmal 500 ml Saft dazu, ich mische alles mit dem Zauberstab. Das geht nicht sehr gut, so passiere ich nochmal durch die feine Scheibe der flotten Lotte. Jetzt wieder erhitzen und 250 g Gelierzucker 2:1 einrühren und ordentlich kochen, bis die Creme fest ist. Abschließend gebe ich 4 gute EL Kakaopulver, in wenig Wasser klumpenfrei gerührt, zu der Creme dazu. Es hätte mehr sein können, aber leider war der Vorrat verbraucht. Nun kommt die Creme in sterilisierte Gläser und ruht erst einmal einen Tag. Frisch und warm schmeckt sie nämlich nicht besonders gut. Bei zwei Gläsern gebe ich zusätzlich noch Zimt hinzu.

Das Ergebnis der vielen Mühen? Wie oben schon beschrieben, ist es eine recht ordentlich Creme geworden. Schokoladig ist sie schon, und durch die Eicheln auch hinreichend gehaltvoll. Mich stört noch ein wenig der eher intensive Apfel(saft)geschmack. Ist zwar in Verbindugn mit Kakao auch mal ganz apart, aber für den Dauereinsatz würde ich den gerne noch wegbekommen. Und für die Kinder wäre es dann auch eher akzeptabel (bisher hielt sich die Begeisterung in Grenzen…). Malzbier ginge vielleicht auch als Kochflüssigkeit, oder einfach Wasser? Ein paar Eicheln habe ich noch, auf geht’s zu neuen Experimenten!

They came from Outer Space…

Ihren Raumschiffen sah man die lange Reise an. Verbeult, verkohlt, an manchen Stellen aufgeplatzt, die Isolierschicht verletzt und in langen Fäden aus dem Inneren heraushängend. Insgesamt recht mitgenommen. Ganz anders, als sie aufgebrochen waren. Da waren die stromlininenförmigen Körper noch glänzend, grün, ohne Makel, wie alles in ihrer Welt. Sie waren jung gestartet.

Die Älteren hatten sie gewarnt. Sie würden in feindliche Welten kommen, sagten sie. Körperfresser würden kommen und sich durch die Schutzschicht bohren, in den Insassen einnisten und sie aussaugen. Auf manchen Planeten würden sie bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen, nur um später verspeist zu werden. Vic Faba, ihr Anführer, hatte nur gelacht. Besser als sie war keiner ausgestattet! Gepolsterte Schiffe, Schnellverschluss zum Aussteigen, wenn die Reise am Ende angekommen war, integrierte Lebenserhaltungssysteme, und noch ein individueller Schutzanzug. Was sollte ihnen schon passieren? So machten sie sich auf die Suche…

Outer Space
…und nun waren sie hier. In einem grünen (immerhin!) halbtransparenten Energiefeld, das ihr Gefängnis wurde, waren sie transportiert worden. Die Raumschiffe waren gewaltsam an den Schnellausgängen geöffnet worden und alle Insassen, die die lange Reise überlebt hatten, mitsamt ihren Schutzanzügen minutenlang in kochendes Wasser geworfen worden, genau, wie die Alten es vorhergesagt hatten. Vielleicht war das ihr Schicksal? Das Ziel? Der Zweck der langen Mühen?

Körperanzüge
Die Körperanzüge brauchten sie nun nicht mehr. Schnell ließen sie sie zurück, ein Berg leerer Hüllen, die ihnen lange gut gedient hatten. Blendendes Licht umgab sie. Sie wurden sanft auf ein weißes Tableau gelegt, und dann in die Kryokammer gebracht, um auf ihren nächsten Einsatz zu warten…..

Lauwarmer Spargel-Wildkräuter-Salat mit Mandelcroutons

Manchmal kommt es anders als man denkt – auf der Suche nach neuen Spargel-Rezepten geriet ich auf die e&t-Seite und entdeckte eine Spargel-Mohn-Variante, die mich sehr interessierte. Nun ist es Pfingstmontag leider schwer, an Blaumohn zu kommen, wenn der erwartete Vorrat auf mysteriöse Weise aus dem Schrank verschwunden ist – sollte der etwa doch bei der letzten Weihnachtsbäckerei schon verbraucht worden sein? Egal, ich behelfe mir mit anderen Zutaten, behalte aber das Grundrezept bei. So entsteht eine leckere, sommerliche Spargelvariante, die so gar nicht zum grau-zu-kalt-für-schwül-Wetter passen will.

Lauwarmer Spargelsalat mit Mandelcroutons

Zunächst wie immer – 1 Kilogramm Spargel schälen und die holzigen Enden abschneiden. So langsam ist die Saisonroutine wieder da 😉 Der Spargel kommt wie im Rezept gewünscht auf ein Blech mit Backpapier, dessen Enden ich leicht verdreht habe. So bildet sich eine Wanne für das Gemisch aus 150 ml Wasser, 4 EL Olivenöl und Salz, die den Spargel im Ofen vor dem Austrocknen schützen sollen. Das Blech kommt bei 200° Ober-/Unterhitze in den Ofen und bleibt dort eine halbe Stunde.

In der Zeit können die kleinen Pellkartoffeln gar kochen und gepellt werden, die ich dem Gericht hinzufüge. Außerdem sammle ich im Garten, was sich gerade so an Grünzeug findet. Rucola, Giersch, Löwenzahn, Kapuzinerkresse und Pflücksalat in verschiedenen Formen und Farben wandern in das Sieb und werden gründlich abgespült und geschleudert.

Dann ist die Vinaigrette dran: 6 EL Orangensaft, 4 EL Zitronensaft, 5 EL Ahornsirup, 3 EL Senf, 3 EL Walnussöl und ordentlich Pfeffer und Salz bilden eine dünne, aber aromatische Vinaigrette. Die rosa Beeren des Originals lasse ich weg, die sind mir zu dominant. Ebenso spare ich mir den Ziegenkäse, der da eigentlich mit rein soll. Er wird nicht vermisst – denn statt der eigentlich vorgesehenen gerösteten Mohnsamen gibt es nun noch grob geshreddertes altes Dinkelbrot. Es geht zusammen mit einer Handvoll ungeschälter Mandeln in den Zerkleinerer. Immer wieder begeistert mich der hübsche Name „Speedy Pro“ 😉 Der Zerkleinerer tut, was er soll und ich siebe mit einem groben Sieb die feinen Krümel raus – ich möchte heute nur die groben haben. Diese gehen in die Pfanne, zusammen mit etwas Oregano und Olivenöl, und rösten, bis sie kusprig-aromatisch sind.

Zum Servieren gebe ich den Spargel mit ein paar leicht zerdrückten Kartoffeln auf die Teller, dann den Salat darüber und zum Abschluss reichlich Vinaigrette und die Croutons. Geniale vegane Küche!

Gebratener Blumenkohl mit Giersch-Linsen

Der Frühling ist endlich da! Beziehungsweise die Kräuter, die dieses Jahr so wenig Zeit haben, schießen nun alle gleichzeitig aus der Erde. Da ist es an der Zeit, das junge Grün auch kulinarisch zu verarbeiten. Am Abend gibt es ein schnelles Gericht aus den Vorräten in Haus und Garten.

Gebratener Blumenkohl mit Giersch-Linsen

Ich koche eine Tasse Belugalinsen in der dreifachen Menge Wasser – ohne Salz, damit sie nicht hart werden, aber mit 1/2 TL Räucherpaprika und 3 Knoblauchzehen, die ich in größere Stücke geschnitten habe. Dann setze ich den Blumenkohl auf. Ich will ihn heute braten und schneide ihn dazu in 1 cm dicke Scheiben. Das krümelt mächtig, die Reste wandern demnächst in eine Suppe. Die Scheiben brate ich in Rapsöl bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten – genauso lange, wie die Linsen brauchen. In einer weiteren Pfanne dünste ich eine kleine halbe rote Zwiebel, die ich in feine Würfel geschnitten habe und gebe 2 gehäutete und klein geschnittene Tomaten dazu. Noch etwas Salz, Zucker, Balsamico und einen kleinen Schuss Rotwein, dann alles zu einem aromatischen Ketchup einkochen lassen. Zu guter Letzt blanchiere ich den Giersch. Ich nehme zwei gute Handvoll von den jungen, gerade gesprossenen Pflanzen und gebe sie für 2 Minuten in kochendes Salzwasser. Dann kurz abschrecken und warm halten. Die Linsen würze ich jetzt noch ordentlich mit Bärlauchsalz, ebenso den Blumenkohl. Alles wird auf vorgewärmten Tellern angerichtet und nach dem obligatorischen Foto schnell verspeist. Die farbenfrohe Gemüsekombination schmeckt ausgezeichnet!

Helden des Alltags

Was isst der Foodblogger, der Fernsehgourmet, der Sternekoch nach/zum Feierabend? Ok erstere zumindest in der aktiven Phase das, was man im Netz der Rezepte so nachlesen kann. Aber täglich wird auch hier nicht produziert. Also was gibt es, wenn das Notebook, die Kamera, der Sterneherd aus/kalt sind? Stulle, TK-Pizza, Glibberzeugs vom Lieferchinesen? Oder die Best of’s, die man öffentlich nicht mehr zeigt wegen Wiederholungslangeweile?

Leider immer noch zu oft gibt es aus dienstlichen oder anderen Gründen die obige Ersatznahrungsbeschaffung. Am liebsten sind mir jedoch die kleinen schnellen Restegerichte, die sich dann ergeben, wenn man regelmäßig kocht und bevorratet. Irgendwas ist immer da und oft passt es auch zum späten Feierabend nach ein paar Stunden Schneeverwehungen auf der Autobahn. Und passt so zusammen, dass der Tag noch irgendwie gerettet werden kann..

So ein Tag ist heute. Ich finde 3 gekochte Pellkartoffeln, 3 braune Champignons, etwas ältlichen Rucola, eine halbe Knoblauchzehe. Kartoffeln und Pilze in Scheiben braten schnell in der Pfanne knusprig bzw. aromatisch, zusammen mit dem Knoblauch. Würzen mit Majoran, Fleur de Sel und geräuchertem scharfen Paprika (genial! auch wenn er immer erstmal streng riecht beim Öffnen) und zum Schluss schnell das Grünzeug druntergeschwenkt.

Passt! Meist sind es die kleinen Details, die auch alltags ein Festmahl erlauben…

Helden des Alltags

Kinderkompatibler Gemüsegratin

Die Frage aus dem letzten Artikel bleibt – warum isst das Kind nicht? Vielleicht ist die Alltagsernährung trotz saisonal-frisch-regional einfach zu langweilig? Farbe muss her! Außerdem soll es natürlich so schmecken „wie immer“, wobei Überraschungen wie eine knusprige Gratinkruste auch gerne genommen werden.

Ich versuche mich also an einem Gemüseauflauf, zu dem die Leek Lizards und einige Kompagnons beitragen.

Gemüsegratin

Ich koche ein Pfund Pellkartoffeln und schneide 1 große Möhre, 4 sehr kleine Lauchstangen, 3 große Champignons in kleinere Würfel. Das Gemüse dünste ich in der Pfanne weich, als Gewürze füge ich Bohnenkraut, Muskatblüte, süßen Paprika, Pfeffer und Salz hinzu. Die Kartoffeln stampfe ich gepellt grob und gebe 1 EL Margarine und Salz hinzu. Dann rein in die Pfanne mit den Stampfkartoffeln und alles schön durchrühren. Es gibt eine zusammenhaltende, aber nicht sehr klebrige Masse, die sich mit Servierringen gut aufs Backblech (mit Backpapier) verteilen lässt. Obenauf kommt die Krümelkruste. Dazu mische ich grob geriebenes trockenes Brot mit ordentlich Margarine, Salz und getrockneten Brennnesselfrüchten, bis eine krümelige, aber noch zusammenhaltende Masse entsteht. Die drücke ich portionsweise in Scheiben, die genau auf das Gemüse-Kartoffel-Gemisch passen.

Mittlerweile ist auch der Ofen auf 200° vorgeheizt und der Gratin kommt für 15 Minuten hinein. Er ist dann noch ein wenig blass um die Nase, so gebe ich nochmal ein wenig Margarine drauf und schalte den Grill für ein paar Minuten an.

Lecker!

Laugenbrötchen

Skandal! E500 im Backwerk! Und es ist noch nicht einmal deklarierungspflichtig! Die Aufreger können sich beruhigen – es geht hier nur um eine einfache und schnelle Methode, Laugenbrötchen selber herzustellen.

Laugenbrötchen im Ofen

Professionell hergestellte Laugengebäcke werden tatsächlich vor dem Backen in Natronlauge (NaOH) gebadet. Diese Lauge ist schwer ätzend und damit ziemlich gefährlich. Im Privathaushalt hat sie daher in der Küche nichts zu suchen – zumindest wenn Kinder in Reichweite sind! Die entschärfte Variante gelingt ganz einfach mit einem Sodabad – Natriumcarbonat (Na2CO3), oder lebensmittelrechtlich eben E500, entsteht, wenn man ganz normales Haushaltsnatron in heißem Wasser auflöst. Gibt es anderes als das von Kaiser? Ich habe nie andere Packungen gesehen 😉 Das chemisch korrekt mit Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) benannte Salz zersetzt sich dann prompt unter Sprudeln.

Wie kommt das Soda nun aufs Brötchen? Ich nutze ungebacken eingefrorene Brötchenrohlinge. Bei mir sind sie natürlich aus dem Kartoffelbrotteig – das Rezept reicht für 16 kleine Brötchen. Da sie gefroren sind, lassen sie sich gut für 2 Minuten in der kochenden Lauge baden, ohne sich in zerlaufene Matschklumpen zu verwandeln. Dann gleich aufs Blech, mit grobem Salz bestreuen und sofort in den auf 230° vorgeheizten Ofen, für 25-30 Minuten. Die Brötchen werden dunkler als ungelaugte, aber das ist so gewollt. Ein Renner auf dem heimischen Frühstückstisch!

Grüner Garten-Gazpacho

Gerade aus dem Urlaub zurück, wuchert uns der Garten schon fast ins Haus. Monster-Zucchini, die Tomaten sind reif, eine Riesengurke hat sich eingestellt und auch alles andere ist während unserer Abwesenheit gewachsen und gediehen. Was macht man mit all diesen frischen Sachen bei gar nicht so frischen 35 Grad? Da muss es wohl was leicht Verdauliches geben, ich denke an Suppe.

Eine mittelgroße Zucchini in weiß fält als erstes dem Erntemesser zum Opfer. dann folgen einige Blätter Mangold, von denen ich nur das grüne Blatt (und zwei Stiele für die Deko) verwende. Weiterhingibt es 6 orangefarbene Cherrytomaten, einen Miniporree (SEHR Mini, hat eher die Größe einer kleinen Frühlingszwiebel) und einige Blätter Basilikum „Magic Blue“ aus der Klostergärtnerei sinnesgrün in Münster.

Grüne Gemüsesuppe

Und nun – Suppe kochen bei der Hitze? Ich entdecke im Internet ein Rezept für rohe Zucchini-Mangold-Suppe und lasse mich davon inspirieren. Die superfrischen Zutaten kommen so bestimmt viel besser zur Geltung! Allerdings lasse ich die dort aufgelistete Avocado weg und nehme stattdessen die oben erwähnten Tomaten, die ich vorher pelle – das geht erstaunlich gut, wenn sie frisch vom Strauch sind. Sonst kurz blanchieren. Ein Kaffeebecher warmes Wasser kommt mit in die Rührschüssel, ebenso der Saft von 1 Limette. Das ganze rühre ich mit dem Zauberstab cremig-flüssig, das dauert eine Weile, aber das treue Gerät gibt auch bei diesen tropischen Temperaturen nicht auf. So, nun noch abschmecken mit Kumin, Chili, Salz, Pfeffer – und mit einem guten Schuss Olivenöl (das gute, nicht von dem Zeug für Gäste). Alles noch einmal durchgemixt und fertig ist die erfrischende Suppe. Wer will, stellt sie nochmal kalt bis zum Essen, dann evtl nochmal nachwürzen.

Als Deko gebe ich noch eine Kapuzinerkresseblüte, ein paar Tomatenstücke, einen gedünsteten Mangoldstiel und mit Curry geröstetes Brot dazu.

Sehr angenehme kalte Suppe, ohne die üblichen für mich unangenehm scharfen rohen Paprika und ohne Gurken.