Gastronomie

Berichte aus Restaurants und ähnlichen Etablissements

Kann man als Food Blogger noch gut essen gehen?

Diese Frage stellte ich mir neulich nach einem 4-Gänge-Menü in einem der besseren Hotels am Rhein – dem Le Chopin im Bellevue in Boppard. Wir waren in der Gegend wandern und ich wollte mal wieder etwas aufwändiger essen gehen. Nun kann man argumentieren, dass ein Kettenhotel wahrscheinlich nicht die ideale Lokation für ein perfektes Dinner ist, aber ich hatte vorab zur Auswahl nur begrenzt Zeit und die Menus lasen sich erstmal gut:

Menu 1 für S.

Menu 2 für mich.

Menu 2 für mich

Zum Essen folgten wir der Weinempfehlung des Hotels. Ich musste noch fahren und konnte daher nicht so wie ich wollte 😉
Wir hatten je 0,1 l

Vorspeise: Weißburgunder Spätlese trocken, Weingut W. Perll
Hauptgang: Riesling Spätlese „DEVON-S“ trocken, Weingut Toni Jost
Dessert: Riesling Spätlese lieblich, Goldene Kammerpreismünze, Weingut A. Perll

Die Abfolge in Bildern:

Zuerst ein Miniflammkuchen als „Vorabgruß“
Mini-Flammkuchen

Dann folgte der „Gruß aus der Küche“, ein Pastinaken-Cappuccino mit Gänseleber-Erdbeer-Waffel. Letztere war interessant, die Leber sehr subtil hinter dem Erdbeeraroma. Pastinakensuppe war belanglos und schmeckte eher nach Spargelfond. Etwas bemüht das Ganze.
Pastinaken-Cappuccino mit Gändeleber-Erdbeer-Waffel

Salat Menu 2: finden Sie die 10 Fehler auf diesem Bild. Tipp: 70er-Massivglas-Teller, Arrangement des Salats, Präsentation des Fischs,… Der Fisch war geschmacklich ok, aber der Salat – nun, schweigen wir.
Frühlingssalat mit gebratenem Saibling

Der von S. aus Solidarität zusätzlich georderte einzelne Salat konnte da schon deutlich mehr, allerdings dasselbe seltsame Dressing:
Salat extra

Zweiter Gang Menu 1: Eigelbravioli auf Blattspinat mit Trüffel (Anmerkung 1, für Kölner: nein, es heißt nicht „Eigel-Bravioli“. Anmerkung 2: Raviolo wäre korrekt, da es einer ist). Nette Idee, das Eigelb allerdings zu lange gekocht, es ist fast hart. Der Trüffel ist trotz Bekenntnis in der Speisekarte zu frischen Produkten eine Konserve und schmeckt nach nichts. Stattdessen gibt es die neuerdings so modernen Chilifäden – grausliges Zeugs.
Eigelbraviolo

Zweiter Gang Menu 2: Cremesüppchen vom Bärlauch. Ok, nicht originell oder irgendwie besonders, aber ok.
Bärlauchcremesüppchen

Hauptgang Menu 1: Chartreuse vom Stangenspargel mit Sauerampferpesto und neuen Kartoffeln. In Ordnung, S. war’s zufrieden. Die Chartreuse-Füllung: Kartoffelpüree mit Spargelstückchen, das Pesto fein. Etwas seltsam die überbordende Saucen-Deko.
Spargelchartreuse

Hauptgang Menu 2: Wolfsbarschfilet mit Morchel-Gemüse-Risotto. Der Fisch war gut gebraten, noch glasig und mit knuspriger Haut, und kam mit guter Temperatur an den Tisch. Das Risotto haptisch ok, nur die Morcheln waren nicht zu bemerken. Wahrscheinlich auch hier keine frischen Pilze, zudem nur sehr gelegentlich ein Stückchen davon anzutreffen. Auch hier der seltsame Drang zur überbordenden Sauce.
Wolfsbarsch mit Risotto

Dessert Menu 1: Rhabarber-Himbeer-Ingwer-Frühlingsrolle mit Riesling-Carameleis. Die Frühlingsrolle war gut. Rhabarber in sehr kleinen Stücken nur sehr kurz angedünstet, gab dem Gericht eine knackige Note. Ingwer roh, gut. Ungefragt große Bananenstücke dabei, die störten.
Süße Frühlingsrolle

Dessert Menu 2: Erdbeer-Basilikumgelee mit heißem Limetten-Espuma und Minzsorbet. Das Sorbet war gut, in einem ausgehöhlten rosa Eisstück serviert, das nach nichts schmeckte und nach dem Essen eine rosa Pfütze bildete. Erdbeer-Basilikum als nette Idee ein bisschen zu langweilig umgesetzt – Eine Basilkuminfusion als Geleebasis wäre besser gewesen. Von dem heißen Espuma hab ich nichts bemerkt, erst jetzt identifiziere ich es auf dem Foto – es war wohl auf dem Sorbet. Ich hatte das für eine der allgegenwärtigen nach nichts schmeckenden Milchschauminseln gehalten, die man zu optischen Zwecken verteilt. Etwas unmotiviert 2 Orangenfilets dazu.
Erdbeer-Basilikum-Gelee mit Minzsorbet

Pralinen – Petit Fours – Feingebäck. Ja, es gab Pralinen. Ein Marzipanstück, ein Pistazien-Marzipanstück und ein Erdnussnougat. Letzteres problematisch bei Allergikern, es gab keinen Hinweis auf die Erdnuss. Und zwei Marzipanstücke – muss nicht sein. Gebäck gab es keins.
Pralinen zum Nachtisch
Abschließend nahmen wir noch einen Espresso, der eher zu einem Holiday Inn-Frühstücksbüffet gepasst hätte – leblos-dünn. Abschließend ließ die Betreuung nach dem Essen merklich nach, es dauerte geraume Zeit, bis wir zahlen konnten.
Der Gesamtpreis war 122 EUR incl. Trinkgeld.

Bellevue Boppard kurz nach zehn

War es nun ein misslungener Abend? Jein. Das Essen hat meine Erwartungen nicht erfüllt, aber richtig schlecht war es nicht.

Um die Frage vom Anfang zu beantworten – es wird schwierig mit zunehmender Foodblogerfahrung. Nicht nur bemüht man sich in seinen eigenen Gerichten immer etwas Besonderes herzustellen (meist mit relativ „normalen“ Zutaten), auch präsentiert man das Essen ganz anders als zu der Zeit, wo noch nicht die Welt auf den Teller schaute. Und wenn man sich schon die Arbeit macht, nutzt man auch frische / regionale Zutaten und lässt Pannen wie eingelegte Trüffel außen vor. Da muss ein Restaurant der oberen Mittelklasse schon strampeln, bis es mithalten kann. Kein Zweifel, es gibt viele Köche, die bei weitem professioneller und ausgefeilter kochen als man das als Amateur je erreichen wird. Aber die finden sich dann meist schon im Sternebereich und liegen finanziell außer zu besonderen Anlässen meist außer Reichweite.

Für mich gibt es daher künftig folgende Präferenz: Essen gehen ja, aber dann lieber in einfache Restaurants, die authentisch und sorgfältig mit einfachen Zutaten frische / regionale Küche produzieren. Wenn es etwas Besonderes sein soll, lade ich ein paar Food Blogger zum gemeinsamen Kochen ein, da haben wir ein schöneres Essen zu besseren Preisen mit mehr Spaß 😉

Business Büffet im Palazzo Taverna

Im Rahmen der gerade besuchten Konferenz in Rom haben wir gestern abend ein römisches Highlight erlebt. Zur „Welcome Reception“ wurden wir mit Bussen von unserem Tagungshotel aus zum Palazzo Taverna gefahren, einem knapp 800 Jahre alten Palast der italienischen Orsini-Familie – „alter Adel“ trifft hier wohl ins Schwarze.

Der Abend war ein Erlebnis. Bereits im Treppenhaus des alten Palazzo wurden wir von einem kleinen Geigenensemble empfangen, die auf den Stufen stehend, uns im Kerzenlicht empfingen. Der Palazzo selbst – oder zumindest die 10 Säle, in denen wir uns bewegen konnten – ist eine unglaubliche Folge von barocker Pracht in dem noch viel älteren Gebäude. Im ersten großen Saal war bis auf einen Flügel und eine kleine Bar nichts aufgebaut, so dass wir Gemälde und Deckenbilder in voller Pracht bewundern konnten. Auch konnte sich so die Meute von 400 Leuten erst einmal eingewöhnen, bevor es dann weiter in die folgenden Säle ging.

Das Bild (nicht von mir, siehe Link) gibt einen Eindruck von der Atmosphäre. auch wenn die Stimmung durch die einbrechende Dunkelheit noch viel eindrucksvoller war. In jedem Saal gab es einen großen Tisch mit Büffet in der Mitte, ringsherum kleine Tische oder Stehgelegenheiten zum Essen. Schnell wurde die Stimmung locker, in dieser Umgebung konnte man gut ein bisschen abschalten und den Abend neben dem guten Essen zum „Networken“ nutzen. Die Geiger wandelten durch die Räume und gaben jeweils kurze Stücke zum Besten. Eine Harfistin war nicht so mobil und ging im Stimmengewirr ein wenig unter. Insgesamt jedoch sehr beeindruckend.

Palazzo Taverna

Das Essen war reichlich und hat schön gezeigt, dass man auch mit relativ einfachen Gerichten auf einem Büffet durchaus eine Menge erreichen kann. Es gab

  • Fusilli mit Spargel und Trüffel (das war das beste Gericht 😉 )
  • Spinatlasagne in kleinen Stückchen
  • Penne mit Tomatensauce
  • eine Art Quiche Lorraine
  • Putenfleisch in Kräutersauce (kalt und sehr grün)
  • Pizza Napolitana in kleinen Stücken
  • Mozzarella. Parmesan, Bassano
  • Mortadella, Salami, Parmaschinken
  • Salat, Rucola, Tomate, Gurke, alles einzeln und mit Dressing zu versehen
  • Diverse kleine Desserts – Panna Cotta, ein Heidelbeerpudding, schokoladiges Gebäck,… (habe ich nicht gegessen)

7-8 Büffets waren aufgebaut und es wurde stetig nachgefüllt, so dass nach etwa zwei Stunden alle gut gesättigt waren. Dazu gab es einen einfachen, aber gut trinkbaren Rot- und Weißwein.

Das Event war mit 2,5 Stunden gut terminiert. Da viele Teilnehmer erst am Dienstag angereist sind, wollte keiner so recht lange feiern und gegen halb zehn ging es mit den Bussen in die Hotels zurück.

Perfekt organisiert und sehr eindrucksvoll! Wer einmal ein ähnliches Event in Rom organisiert, sollte sich diesen Palazzo ansehen. http://www.aldobrandini.it/sito/tave/piantine.shtml

El Bulli macht zu

Heute liest man es in allen Zeitungen und im Internet sowieso – Ferran Adriá macht sein Avantgarde-Restaurant in 2 Jahren für zwei Jahre zu (klingt nach langer Warteliste, wenn es jetzt schon verkündet wird).

Geht uns das was an? Ich glaube nicht. Molekularküche fasse ich eher als „Kunst“ auf denn als relevante Ernährungstechnologie. Man muss Grenzen testen, überwinden, provozieren und Denkmuster in Frage stellen, das ist das Vorrecht der Kunst. Aber danach gehen wir ins Museumscafé und essen ein Stück Käsekuchen 😉

Nur durch den extremen Aufwand in Verbindung mit der notwendigen Präzision gewinnt das Thema an Bedeutung, alles andere ist ein „Me Too“, das mit viel technologischem Klimbim nur unbefriedigende Ergebnisse liefert. Wer in der Provinz „Schweinebraten mit Klößen und Rosmarin-Espuma“ gegessen hat, weiß, was ich meine.

Folgerichtig sind in den Food Blogs diese Themen auch kaum aufgetaucht. Mal abgesehen von gelegentlichem Einsatz von Xanthan oder Lecite (beides übrigens natürliche Stoffe) hat sich die Experimentierlust nicht eingestellt – wozu auch? Es gibt ja auch durch klassische Methoden noch ein unglaubliches Potenzial an Kreativität zu erschließen.

Interessant ist, dass die Molekularküche die Methoden und teils auch die Techniken der Food Industrie aufgenommen hat und uns die Entfremdung produzierter Ware von ihrem natürlichen und handwerklichen Ursprung so markant vorführt. So wird die Tütensuppe voller Chemie durch die Sterneküche voller Chemie nachträglich rehabilitiert, und die Avantgarde ist plötzlich gar nicht mehr so sehr Avantgarde. Kein Wunder, dass Adrià müde ist…

Ich bin auf den nächsten Trend gespannt.

Cross-Table-Dinner

Speed-Dating mit Essen – der XING Münster Business Club veranstaltete gestern ein Gruppentreff, bei dem man mit ca 50 Gleichgesinnten locker ins Gespräch kommen sollte. Das Ganze fand im A2 am Münsteraner Aasee statt, einer angenehmen Location, die einen Extraraum für solche Events mit Seeblick anbietet.

Das „Cross“ im Event bezog sich darauf, dass jeder 6er-Tisch nur für einen Gang zusammensaß. Danach musste man sich neu mischen und kam so bei 4 Gängen zu 20 potenziellen Gesprächskandidaten.

Das Menü:
1. Gang
Honiglasierter Lachs an einem Pesto von der Erdnuss auf einem Blattsalatnest an Pinienkern–Limettendressing
oder
Ziegenfrischkäse im Weckglas serviert (meine Wahl) mit Oliven, sonnengetrockneten Tomaten, Olivenöl und ofenwarmem Knoblauchbaguette

2. Gang
Waldpilzrahmsuppe mit rosa Pfeffer und frischer Sahne verfeinert

3. Gang
rosa gebratene Entenbrust (meine Wahl) auf Balsamicojus an Sprossen-Kaiserschotengemüse und Sesamschupfnudeln
oder
Schweinemedaillons auf tomatisiertem Bohnengemüse an gebackenen Kartoffelscheiben

4 Gang
Schokoladenlasagne aus heller und dunkler Schokolade auf einem Vanille-Schokoladensoße-Spiegel

Klang gut, war auch gut. Dazu gabs noch 2 Gläser Wein oder Bier, also alles in Allem ein rundes Menü. Die Qualität war auch in Ordnung, so dass man von einem gelungenen Ambiente sprechen kann.

Hauptthema waren natürlich die Besucher. Nach einem kurzen Prosecco-Empfang mit noch zögerlichen Unterhaltungen kamen die Gespräche an den Tischen sehr schnell in Fahrt. Die Wechsel zwischen den Gängen störten gar nicht, es blieb genug Zeit nach jedem Gang, noch ein wenig zu schwätzen und dann so allmählich an einen anderen Tisch zu wechseln. Da es keine Regeln gab, war die Zusammensetzung sehr spontan und so kamen Menschen mit unterschiedlichsten Profilen und Interessen zusammen. Ein hoher Anteil Selbständige war wohl anwesend, das hat der ganzen Veranstaltung eine Menge unternehmerischen Esprit eingehaucht.

Kurz gesagt – der Abend war ein voller Erfolg. Viele interessante Leute kennen gelernt und noch gut gegessen – was will man mehr? Gerne wieder!

Hotel-Restaurant Hinterding in Lengerich

Am Freitag wollten wir mit ein paar Freunden im Rahmen einer kleinen Feier einen gemütlichen Abend mit gutem Essen verbringen. Das Restaurant Hinterding ist mir von einem Slow-Food-Abend in guter Erinnerung gewesen, es wirkte irgendwie „heimelig“. Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass Ewald Hinterding seit langen Jahren Koch ist und seit 1985 ununterbrochen einen Michelinstern hat. Das in Verbindung mit der unprätentiösen Darstellung des Restaurants (keine eigene Website!) gab den Ausschlag.

Hotel-Restaurant Hinterding

Tja, wie beschreibt man einen solchen Abend? Es war wie ein Rausch an positiven Erlebnissen, der immer noch nachhaltig in der Erinnerung ist und nur schwierig in Worte zu fassen ist. Ich versuch’s mal mit der Kategorisierung von Arthurs Tochter, die alle Aspekte einer solchen Lokation gut beschreibt und die sie mir freundlicherweise für so einen Fall freigegeben hat.

Der Vorabservice
Wir waren auf der Rückreise unseres Urlaubs dort und haben unseren Wunsch gleich vor Ort diskutiert. Termin ging in Ordnung, das Buchen der 3 Hotelzimmer auch (Das Haus hat nur 5 Zimmer, so hatten wir Glück).
Eine genaue Durchsprache des Menüs ging nicht, auch später am Telefon gab es nur eine etwaige Richtung, die wir diskutierten. Herr Hinterding arbeitet anscheinend eher „spontan“ und ich wollte ihn nicht in eine Richtung drängen. Nichts für schwache Nerven, aber ich war entspannt und vermutete, das es schon was Gutes geben würde.

Das Ambiente
Das Haus ist eine gut erhaltene / renovierte Jugendstilvilla. Der Haupteingang führt direkt in den Vorraum mit dem Tresen, der hier eigentlich nur dem Aussschank dient und nur eine kleine Sitztheke bietet. Sehr schön sind in diesem Vorraum ein paar kleine Tische und eine Lederbank, auf der man sich vorab niederlassen kann. So haben wir dort unseren Aperitif getrunken und gewartet, bis alle aus den Hotelzimmern versammelt waren.

Foyer bei Hinterding

Das Restaurant selbst ist in dezenten Farben und mit weniger aber geschmackvoller Dekoration so eingerichtet, dass man sich gleich wohlfühlt. Ein wenig Holztäfelung, ein paar große Pflanzen und eine gekonnte zurückhaltende Tischdekoration sorgten für Behaglichkeit.

Die Hotelzimmer sind groß, schön in Jugendstil-Art eingerichtet, mit guten Betten versehen, ruhig gelegen und für diesen Standard preiswert. Sie scheinen extra für Restaurantgäste gemacht, die den Abend genießen wollen und nicht mehr nach Haus fahren wollen.

Anfahrt/Parkplätze
Das Haus liegt nahe dem Zentrum von Lengerich und ist gut von der A1 aus zu erreichen. Parkplätze gibt es am Haus und auf der Straße. Die Einfahrt ist schmal und auf dem vorderen Parkplatz macht sich ein kunstvoll drapierter Steinhaufen an den Frontspoilern zu schaffen, die über ihn entlangkratzen.

Menü- und Getränkekarten
Zur Standardkarte kann ich leider nichts sagen. Die für uns erstellte Menükarte war knapp aber aussagekräftig. Getränke haben wir uns empfehlen lassen. Die Weinkarte enthält eine kleine aber feine Auswahl mit guten Beschreibungen, allerdings habe ich sie im Detail nicht studiert.

Die individuell angefertigten Menükarten wurden uns in Rechnung gestellt

Hinterding Menü

Der Service
Das kleine Restaurant ist mit 2 Servicekräften gut ausgestattet. Wir wurden den ganzen Abend hervorragend betreut.

Am Ende des Abends haben wir uns im Foyer noch mit Ewald Hinterding unterhalten können, der uns zu einer Brand-Kostprobe einlud, von seiner Handwerkskunst erzählte und uns abschließend auch noch auf Trompete und Querflöte eine Kostprobe seines künstlerischen Schaffens gab. Wir haben uns sehr wohlgefühlt!

Service Hinterding - Chef mit Trompete

Die Küche
Um es vorweg zu sagen – wir wurden nicht enttäuscht. Alle Menügänge waren hervorragend und sorgfältig mit unspektakulären Zutaten zubereitet. Wir hatten vorweg um wenig „Exotik“ gebeten, da wir empfindliche Esser dabei hatten. Das passte anscheinend gut ins Konzept.

Zunächst ein Gruß aus der Küche – ein gestürzer, gelierter Kürbisschaum, asiatisch angehaucht mit Kokos und Currynote, dazu ein paar wenige Nordseekrabben. Ein gutes Entree.

1. Gang – Lachstatar auf Kartoffelrösti mit Salat. Den hab ich noch fotografiert, danach hab ich mich einfach nur noch auf’s Essen konzentriert…

Lachstatar auf Rösti

2. Gang – Seeteufel auf Trüffelrahmnudeln. Ein Gedicht, für mich das Highlight des Essens. Saftig gebratene Medaillons und dazu die sahnig-buttrigen Trüffelnudeln…

3. Gang – Wildconsommee mit Steinpilz-Raviolo. Gute Kraftbrühe, die Nudel gefüllt mit kleinen, festen Steinpilzstücken, die nach mehr schmeckten.

4. Gang – Rehnüsschen in Portweinjus mit Herbstgemüsen und Kartoffelklößchen. Neben dem butterzarten Fleisch ein Turm aus Rosenkohlblättern, ein wenig Rotkohl und obenauf zur Krönung ein Selleriepürree, wie ich es noch nicht gegessen habe. Sehr weiß, sehr fein, fast Schaum, obenauf ein paar gedünstete Apfelwürfelchen. Sehr gut, da kann man zum Vegetarier werden 😉 Aber damit würde ich dem Reh unrecht tun…

5. Gang – Dessert mit Johannisbeersorbet, Nusseis und Mousse au chocolat auf verschiedenen Saucen. Das klassische Multi-Dessert, für das ich persönlich nicht so ein Faible habe, das aber bei den anderen sehr gut ankam.

Abschluss – Espresso und ein Birnenbrand, dessen Hersteller ich leider vergessen habe.

Sterneküche mit Bodenhaftung!

Preis/Leistung
Top! Der Verzicht auf Modisch-Übertriebenes macht sich im Preis angenehm bemerkbar, für ein Fünf-Gänge-Menü in dieser Qualität war der Preis sehr günstig. Zusammen mit dem Zimmer war es ein rundes Paket zu einem sehr guten Preis.

Fazit – Ein Abend wie man ihn selten hat. Wir werden uns noch lange an dieses schöne Ereignis erinnern!

Letzter Draußen-Kaffee

HeuteSonntag war’s wohl das letzte Mal vor dem Winter, dass wir nochmal richtig schön draußen in der Sonne sitzen konnten, diesmal nach einer Wanderung im Kloster Gravenhorst bei Ibbenbühren. Man spürt nun schon die Kälte, die hinter den Sonnenstrahlen liegt und genießt diese um so mehr.

Rechts vorne übrigens ein Himber-Joghurt-Stück in XXL, es war genug für uns zwei.

Schön.

Draußen-Kaffee

Qype: Großer Kiepenkerl in Münster

MuensterEssen & TrinkenRestaurantsDeutsch

Samstag mittag ist es ein bisschen hektisch, was aufgrund der Lage mitten in der Stadt nicht verwunderlich ist. Das Lokal ist von 12:30 bis 13:30 voll besetzt, die Kellner haben ordentlich zu tun, kommen aber im Wesentlichen ihrer Aufgabe nach. Man mag es westfälische Herzlichkeit nennen, ich fand die Bedienung ein wenig ruppig und unpersönlich.

Das Essen ist “typisch westfälisch”, unser Kaninchenfilet war an sich ein gutes Essen, aber leider viel zu durch gebraten, daher trocken. Sauerbraten schwamm in Soße, um den ein einzelner riesiger Kartoffelkloß rollte. Zander war in Ordnung, ebenso wie die Hochzeitssuppe vorweg. Die Pfifferlingscremesuppe war missglückt, sehr salzig und nicht gut passiert. Mascarpone-Dessert war dann wieder in Ordnung.

Alles in allem eher so wie man es in gutbürgerlichen Häusern in dieser Lage leider oft vorfindet – jahrelange Erfolge haben träge gemacht, es könnte besser gehen.

Mein Beitrag zu Großer Kiepenkerl – Ich bin mjahr – auf Qype

Casino Zollverein in Essen

Probepost-Übernahme aus QYPE, daher ein bisschen verspätet

Ein relaxter Abend in Essen im Casino Zollverein. Trotz einiger Weihnachtsfeiergruppen war das Restaurant nicht voll. Die Servicequalität hat nicht unter den vielen Gruppenbestellungen gelitten, wir (2) wurden im Gegenteil hervorragend bedient von einem jung-dynamischen Kellner, der die Vorzüge des Essens mit vollem Körpereinsatz darzustellen wusste.

Die Industriekulisse ist zurzeit dezent weihnachtlich dekoriert. Die Brüche in der Wahrnehmung von altem Beton und Rohrleitungen und dem noblen, klar gestalteten Restaurantambiente machen einen Aufenthalt sehr spannend.

Unser Essen war sehr gut. Tomatenrisotto und Bouillabaisse-Roulade mit Garnele machten einen guten Einstieg, auch wenn die Roulade ein wenig kräftiger gewürzt hätte sein können. Die Kürbis-Ingwersuppe war guter Standard. Als Hauptgericht gab es Entenbrust mit Lavendelhonig und Couscous – Ente perfekt rosa, der Couscous gut mit Chili aromatisiert und für mich Steak vom Iberico Schwein mit griechische Kartoffelplätzchen, Ofengemüse und Sauce Gribiche (Petersilie, Kapern, hartgekochte Eier). Das Gemüse war zu hart, aber das Steak war sensationell. Fest, aber nicht zäh, mit einer leichten Fettschicht umgeben, dafür lass ich jedes Steak liegen.

Nachtisch ging leider nicht mehr, ich hätte gerne die Feigentarte probiert…

Das war nicht das letzte Mal!