Kochkurse

Ich lerne außerhalb

Klassisches bei Buchholz

Was tun an einem trüben Samstag in Rheinhessen, bei dem eine gähnende Lücke in der Familien-Wochenend-Agenda herrscht? Beim Recherchieren nach Vergnügungsmöglichkeiten im Internet finde ich Frank Buchholz‘ Kochschule, die just an diesem Samstag den Kochkurs „Buchholz-Klassiker“ anbietet. Kurz noch überlegen, ist ja nicht ganz billig da, aber dann siegt die Lust auf’s Kochen und die Notwendigkeit, meine Sternekochsammlung zu vervollständigen… Also schnell telefonisch bestellt, alles kein Problem. Nur Bares soll ich mitbringen, man hat keinen Kartenautomat in der Kochschule.

„Na das wird ja Zeit“, heißt es lakonisch vom Chef, als ich 3 nach 10 etwas abgehetzt in der Küche ankomme. Alle sind schon versammelt, mir hat der langsamste Geldautomat von Mainz und der nicht existierende Parkraum zu schaffen gemacht. Schnell bekomme ich eine Schürze, ein Handtuch und ein Glas Sekt in die Hand gedrückt. Frank Buchholz – „nennt mich ab jetzt einfach Frank“ – erklärt die Zutaten für das heutige Menü und weiß gleich allerlei Interessantes zu berichten. Zum Beispiel, dass Thunfisch nicht nur aus ökologischen Gründen nicht aus dem Schleppnetzfang genossen werden sollte – der Fisch gerät dort in Stress und produziert ein Enzym, das für Menschen unverträglich ist und den Fisch so zu unerfreulichem Durchgangsbeschleuniger macht. Oder dass man bei Bucholzens den Salat immer in warmen Wasser wäscht, mit etwas Zucker im Wasser. So geht der Dreck besser ab und der Salat bleibt länger frisch und knackig. Ansonsten finden sich auf dem Tisch unter anderem ein Zander, Kalbslende, Lammrücken, Artischocken, Wachteleier, Stangensellerie, Möhren, Zwiebeln, jede Menge frische Kräuter in bester Qualität und noch viel mehr, was ich auf den ersten Blick gar nicht wahrnehmen kann.

Ich schaue mich ein wenig um in dem ehemaligen Bauernhaus. Gemütlich ist es hier, mit den Natursteinwänden. rechts der Essbereich mit 3 Achtertischen, dann eine Stahltreppe nach oben und dahinter die großzügige Küche, wo wir uns auch mit 10 Kursteilnehmern nie sehr in die Quere kommen.

Küche Kochschule Buchholz

Essplatz Kochschule Buchholz

Fast verpasse ich die Bekanntgabe der Speisefolge – Vorsicht, hier muss man aufpassen. Frank schätzt die direkte Ansprache. Wer schläft, wird auch mal gerüffelt – wie in einer richtigen Profiküche eben 😉 Wir werden kochen
* Vorspeise: Kalbstartar mit Wachtelei, Oregano-Thunfisch, Kalbsafelspitz „Vitello“.
* Fischgang: Zander, Sellerie, Weiße Beete, Baslamico-Kirschen
* Fleischgang: Lammrücken, Kräuterkruste, Artischockenrisotto
* Dessert (das machen wir allerdings nicht selber): Warmer Schokokuchen, Ingwereis, Agrumen (Küchendeutsch für Zitrusfrüchte)

Ich bin im Vorspeisenteam stürze mich gleich in die Arbeit – Oregano zupfen, Stangensellerie fein würfeln. In den benötigten Mengen schon ein bisschen Arbeit, so dass ich den Mis en place der anderen Gruppen gar nicht richtig mitbekomme. Was bei uns passiert ist allerdings auch spannend. Zum Sellerie gesellt sich ebenfalls fein gewürfelte Mango. Der Thunfisch -beste Sashimiqualität im Leinentuch- wird kurz in Soja mariniert und dann in dem ganz fein gehackten Oregano paniert.

Thunfisch in Oregano

Dann werden die beiden viereckigen Stücke von jeder Seite 4 Sekunden in reichlich Butter angebraten, aufgeschnitten und auf dem Sellerie-Mango-Salat angerichtet. Der zweite Teil: ein Kalbfleischtartar aus der Lende, handgeschnitten natürlich, wie es der Anlass gebietet. Gewürzt mit Rosmarin, Cayenne und Räucherpaprika und belegt mit einem Wachtelspiegelei wird aus der Fleischmasse eine besondere Leckerei. Dazu kommt dann als Drittes ein im Vakuum gegarter Kalbstafelspitz mit einer Thunfischmayonnaise.

Vorspeisenproduktion

Vorspeise

Wir richten die Vorspeise gemäß Franks Musterteller an und fertig ist der erste Gang. Exzellent schmeckt es! Dazu gibt es einen feinen Riesling (wie immer vergesse ich sofort wieder, von wem und woher).

So langsam kommen wir in Schwung. Frank achtet sehr auf die Arbeit aller Teilnehmer, er ist über all und greift ein, wo notwendig. Nur die Enthauptung der Dekorübchen, die ihr Grün behalten sollten, konnte er nicht rechtzeitig verhindern. Sie werden gnadenlos entsorgt.

Der nächste Gang wird montiert. Die Sauce mit Schalotten, Kalbsfond und Sahne wird erhitzt und der kleingeschnittene Kohlrabi kommt hinein. Ebenso gewürfelte weiße Bete, eine alte Variante der roten Bete, die Frank in der Nähe züchten lässt. Während das Gemüse vor sich hin köchelt, wird der Zander portioniert und kommt auf einen mit flüssiger Butter gefetteten Teller. Dann Klarsichtfolie drüber „die hält sich bis 90 Grad“ und ab damit in den mit 60 Grad vorgeheizten Ofen. Dort gart der Fisch ganz sanft und muss zum Abschluss nur noch einmal ganz kurz in gebräunter Butter geschwenkt werden. Beim Anrichten kommt ein besonderer Leckerbissen dazu – Balsamicokirschen, die dem Gericht eine süße Abrundung geben.

Zander

Zum Essgenuss wird ein Chardonnay gereicht. Alle sind sich einig, dass die Vorspeise doch noch übertroffen werden konnte!

Jetzt kommt der Fleischgang – bereits vor dem letzten Servieren kam der Lammrücken, mit einer dicken Kräuterkruste belegt in den Ofen. Das Ergebnis können wir jetzt bewundern – rosa gegartes Lamm mit knuspriger Kruste. Dazu gibt es ein Risotto, im Dampfkochtopf gegart, das spart die viele Rührerei. Gebratene Artischockenstücken kommen hinzu und eine mit Basilikum im Backofen aromatisierte Kirschtomate. Die Sauce ist eine Reduktion von gerösteten Lamm- und Kalbsknochen, angereichert mit Port und Rotwein. Wir verwenden eine vorbereitete Reduktion, da die Zeit für die Herstellung nicht gereicht hätte.

Lammrücken

Auch hier überzeugt das Ergebnis komplett. Der Risotto – ein Traum! Das Lamm ebenfalls genau so, wie es sein soll. Mit Biss, aber nicht zu weich und sehr aromatisch. Und die Basilikumtomaten sind ebenfalls eine Geschmacksoffenbarung.

Eine gewisse Sättigung macht sich bemerkbar. Erst allmählich kommen wir los von den Esstischen und können bei der Produktion des Desserts noch zusehen. Die Schokoküchlein enthalten einen flüssigen Kern aus dunkler und weißer Schokolade – immer wieder großartig. Dazu ein sanftes Ingwereis und marinierte Zitrusfilets.

Dessert

Ein schöner Abschluss unseres Kochtags, denn nun ist es bereits 15 Uhr und der Kurs ist vorbei. Wir sitzen noch beim Espresso eine Weile zusammen und lassen die Geschmackserlebnisse nachwirken, dann ist Zeit zum Aufbruch. Schade – es könnte immer so weiter gehen.

Mein Auto ist noch da, einen Strafzettel habe ich auch nicht und zum Abschluss gibt’s noch ein Foto von Außen. Die Kochschule ist nicht im Hauptrestaurant von Frank Buchholz untergebracht, sondern ein paar Häuser weiter – so ist man dort beiderseits ungestört. Es hat sich gelohnt!

Buchholz Kochschule

Geschmacksschule im La Vie

Das La Vie – seit langem lockt mich das 2-Sterne-Restaurant von Thomas Bühner in Osnabrück, nur zum Essen fehlte immer Anlass und Gelegenheit. Nun habe ich am Wochenende zumindest einmal die Gelegenheit genutzt, einen Kochkurs, der hier „Geschmacksschule“ heißt, zu besuchen. Eingebettet in meine aktuellen Renovierungsarbeiten, schaffe ich es gerade, mir die Farbreste von den Händen zu kratzen, um um 14 Uhr pünktlich in Osnabrück zu sein. Die Anfahrt zum Restaurant geht durch die Fußgängerzone, an diesem Samstag ist zusätzlich noch Weihnachtsmarktaufbau, so dass es eine Weile dauert, bis ich am Ziel bin.

La Vie

Vom Restaurant und der Restaurantküche („der andere Kochkurs“ nennt Bühner sie später) bekommen wir nicht viel zu sehen, im Obergeschoss liegt die Küche, die unseren Kochkurs beherbergt. Neben eine kleine Bar und ein großer Esstisch. Zum Start gibt es ein Glas Champagner, der die 6 TeilnehmerInnen entspannt, danach kann es dann in der gut vorbereiteten Küche losgehen.
Mis en place muss kaum gemacht werden, für alle Rezepte sind die Zutaten schon hingestellt oder vorbereitet. Wo es aus didaktischen Gründen sinnvoll ist, legen wir später selber Hand an.

Die Schulküche

Thomas Bühner selbst führt uns durch den Nachmittag, mit der Unterstützung durch einen weiteren Koch und den Auftritt des Patisseurs („früher war der der Dümmste in der Küche, Pfirsich Melba kann ja jeder. Heute ist das ein anspruchsvoller Job.“) fühlen wir uns gut versorgt.

Zunächst bereiten wir die Basis für eine Rote-Bete Gazpacho zu. Rote Bete ist schon gegart (im Salzbett im Backofen) und wird püriert, ebenso wie Gurke, Knoblauch und die weiteren Zutaten. Das wäre normal schon gut so, verrät uns der zweite Koch, aber wir sind ja im La Vie also wird noch einmal passiert, damit die Suppe feiner wird. Jeder drückt einmal die dunkelrote Masse durchs Spitzsieb, dann kommt die in den Kühlschrank zum Durchziehen.

Rote-Bete-Passage

Schnell ein paar Stücke Suppengemüse zur Brunoise zerwürfelt. Wir bekommen es vorgemacht. Prinzipiell ist das ja einfach, kleinste Würfelchen schneiden. Die Geschwindigkeit des Profis ist beeindruckend. Bei uns dauert es etwas länger, aber das Ergebnis ist auch für Thomas Bühner nach einigen Korrekturen zufriedenstellend. Die Würfelchen werden angedünstet („Brunoise nie blanchieren, da geht der ganze Geschmack ins Wasser“) und mit Olivenpaste und Rosmarin vermischt. Wir brauchen das Gemüse später für den Lammstrudel.

Gemüse-Brunoise

Nun kommt der Patisseur zum Zuge. Für das Dessert soll es ein Parfait geben, schnell sind Eier und Zucker gemischt, dazu kommt heiße Sahne, die mit Tahiti-Vanille angereichert ist. Das Gemisch wird im Wasserbad auf 85° erhitzt, der viele Zucker verhindert ein Gerinnen des Eigelbs. Dann weißen Rum dazu und ab damit in die Terrinenform und in den Tiefkühler. Das Parfait friert in den 2,5 Stunden durch und bleibt trotzdem cremig.

Jetzt zum Fischgang. Makrele sollte es werden, der Händler liefert Pferdemakrele, eine ganz andere Art. Thomas Bühler ist nicht amüsiert, nimmt die Ware jedoch entgegen, um das Menü wie geplant umsetzen zu können. Er erklärt uns ausführlich, wie der frische Fisch zu erkennen ist – klare Augen, frischer Geruch und intakte, dunkelrote Kiemen. Die letzteren sind die feingliedrigsten Teile am Fisch und zersetzen sich daher zuerst. So kann man schnell sehen, wie es um die Frische bestellt ist. „Der Fisch stinkt vom Kopf“ ist also nicht nur eine Redensart, erklärt Bühner. Je nach Art gibt es unterschiedliche „Grenzwerte“ für die einzelnen Kriterien, so dass letztendlich der Gesamteindruck und vor allem Erfahrung dazu gehören, den Fisch korrekt zu bewerten.

Pferdemakrele

Der Fisch will filetiert werden. Bühner zeigt uns, wie man das Messer hinter den vorderen Flossen nach vorne ansetzt, dann wendet und an der Gräte entlang schneidet. Eigentlich ganz einfach, wenn man weiß wie es geht. Wir dürfen selber Hand anlegen und von den abgelösten Filets noch die Bauchlappen abschneiden und die feinen Gräten entfernen. Leider hat die Pferdemakrele am hineren Ende einen Grätenansatz direkt unter der Haut, so muss die auch runter. Die stellt sich aber ziemlich an, so dass der Meister persönlich ran muss, um größeres Gemetzel zu verhindern. Bald liegen 6 Filets ordentlich bereit. Die lagern nun noch einmal im Kühlschrank zwischen.

Gebackene Gemüsezwiebeln

Die Makrele soll in einen Zwiebelsud, der muss nun auch hergestellt werden. Ganz einfach geht das, zwei Gemüsezwiebeln und eine rote Zwiebel, die mit Schale im Ofen gegart werden, kommen zusammen mit einer weiteren gerösteten Zwiebel ins Wasser und sieden dort vor sich hin. Da das einige Zeit dauert, lassen wir unsere Zubereitung sieden und nutzen später schon einen vorbereiteten Sud. Eine einfache Möglichkeit, schnell an einen Fond zu kommen. Insgesamt sind die Rezepte des Kurses so gestaltet, dass wir sie zuhause mit den beschränkten Mitteln der Privatküche ohne Stress nachmachen können.

Strudel in Arbeit

Jetzt ist der Lammstrudel dran. Fertigen Strudelteig nutzen wir (Bühner nennt bosfood als Bezugsquelle. In seinem „anderen Kochkurs“ macht er den Teig frisch, aber das würde den Rahmen des Kurses sprengen), der wird mit Butter eingestrichen und Mie de Pain kommt ordentlich darauf, damit der Strudel ein bisschen aufgeht später. Einmal gefaltet, nochmals gebuttert und bestreuselt, dann kommt je ein Stück Lammrücken darauf, belegt mit den Gemüse-Brunoise. Einwickeln, mit Butter bepinseln, fertig. Der Strudel kommt bei 100 Grad in den Ofen und wird später noch in der Pfanne gebräunt.

Gerollte Makrele

Wir rollen nun die Makrelenfilets paarweise in gebutterte Alufolie und drehen diese fest zu drei Rollen zusammen. Sie werden später in mäßig heißem Wasser für ein paar Minuten pochiert.

Aber zunächst gibt es gutes Brot und Butter zur Stärkung vorab und dann kommt die Montage des ersten Gangs. Die Rote-Bete-Gazpacho kommt in Teller, darauf je ein Stück geräucherter Safran-Aal („den kaufe ich als eines von wenigen Produkten fertig, den kann ich selber nicht besser machen“, erklärt Bühner). Ein wenig Brunnenkresse, geriebene Pistazie und ein wenig Forellenkaviar machen aus der roten kalten Suppe „großes Kino“, wie ein Teilnehmer meint.

Rote-Bete-Gazpacho

Die Suppe wird gleich verzehrt, das Rote-Bete-Aroma passt wunderbar zu dieser kalten Suppe mit dem Aal, auch im Winter eine gute Kombination.

Schon geht es weiter. Der Fisch wird wie beschrieben blanchiert, dazu braten ein paar Poreescheiben kurz an. Sie sind voher im Vakuum gegart, ich kann keinen Unterschied zu den heimsch gedünsteten Scheiben feststellen. Aber das gehört wohl heutzutage zum guten Ton in der haute cuisine. Wir geben den Porree in vorgeheizte Suppenteller, die Makrele wird mit Folie in Scheiben geschnitten und dann erst entpackt. So bleiben die Rollen in Form. Bei richtiger Makrele ergibt sich ein schönes Muster auf den Rollen, wie uns Bühner auf einem Foto zeigt. Mit unserer Pferdemakrele ist das nicht so, aber das können wir verschmerzen.

Makrele im Zwiebelsud

Wir gießen noch den Zwiebelsud an, und schon steht der zweite Gang auf dem Tisch. Ganz ruhig und entspannt ist Bühner und wir fragen uns, ob wir auch so entspannt wären, wenn wir dieses „einfache“ Menü zuhause nachkochen würden. Der Fisch ist ganz zart, gar nicht so fettig-makrelig wie man das von der Räuchervariante kennt und passt mit dem Zwiebelsud gut zusammen. Wir essen die Suppe gleich in der Küche, weil das Programm gleich weiter geht.

Der Lammstrudel ist fällig, kommt wie gesagt nochmal in die Pfanne zum Bräunen. Dazu gibt es Süßkartoffelwürfel mit Ingwer, die in ordentlich Butter weich aber noch in Form geschmort werden. Auch dieser Gang ist schnell angerichtet. Der Strudel wird in Scheiben geschnitten und mit dem Gemüse zusammen angerichtet. Das Lamm ist ganz zart und sehr aromatisch. Bühner merkt an, dass es für einen rosa Kern ein wenig zu lange im Ofen war, das tut dem Genuss aber keinen Abbruch.

Lammstrudel mit Süßkartoffeln

Langsam zeigen Wein und bisheriger Genuss ihre Wirkung, wir lassen es nun etwas geruhsamer angehen, die Stimmung ist gelöst, wir freuen uns schon aufs Dessert. Zum Parfait („Ist es wirklich durchgefroren in der kurzen Zeit? Oder hat da einer heimlich was getauscht?“ fragen wir uns) gibt es Rumtopf und frittierte Quarkbällchen. Bühner erklärt uns, wie er den Rumtopf übers Jahr produziert – Früchte mit Rum und Zucker ansetzen und immer wieder Früchte, Rum und Zucker zugeben, sobald die nächsten Früchte Saison haben. Im Herbst ist dann die Mischung komplett.

Der Meister in Aktion

Die Quarkbällchen sind schnell zusammengerührt und Bühner gibt sie löffelweise in einen Topf mit heißem Butterschmalz. Das Thermometer liegt hier immer neben dem Herd parat, wir hatten es auch schon bei der Parfaitmasse und beim Fischsud im Einsatz. „Zuhause machen Sie das aber bitte in der Friteuse. Wir geraten hier nicht gleich in Panik, wenn mal ein Topf brennt, aber bei Ihnen ist das vielleicht anders“, weist uns Bühner auf die Tücken der Dessertproduktion hin.

Das werdende Dessert

Jetzt schnell zur Schlussmontage. Ein wenig Rumtopf mit einem Stück Parfait, dazu eine ordentliche Portion Quarkbällchen – die perfekte Kombination zum Abschluss. Wir legen alte Vorurteile gegen Rumtopf ab, er schmeckt sehr gut, fruchtig und nicht übertrieben nach Rum. Zusammen mit dem sehr gut passenden Dessertwein erreichen die Autofahrer unter uns nun leider die Grenze, daher gibt es leider keinen Nachschlag.

Zu guter Letzt

Es ist vollbracht! Die drei Stunden sind wie im Flug vergangen, beim abschließenden Espresso lassen wir noch einmal das Erlebte Revue passieren. Auch oder gerade weil wir nicht die komplette Zubereitung übernommen haben, ist es für uns genau die richtige Kombination von Selbermachen und Erklärung gewesen. Niemand hat sich überfordert oder gelangweilt gefühlt, und nach dem Genuss der vier Gänge sind wir alle rundum zufrieden. Die ruhige und Kompetente Art von Thomas Bühner hat dazu genauso beigetragen wie das Wirken der Unterstützer im Hintergrund, auch der Service war die ganze Zeit über ausgezeichnet. Insgesamt also ein rundum positives Fazit für diesen nicht ganz billigen Kochkurs, der Lust auf Fortsetzung macht – ich verlasse das La Vie mit dem festen Vorsatz, nun auch einmal dort essen zu gehen, ich bin noch neugieriger geworden, wie sich die Kochkunst von Thomas Bühner durch den „anderen Kochkurs“ präsentiert.

Liebe kochessenz-Leser, vielleicht bekommen wir ja einmal einen Gruppentermin hin? Meldet Euch, wenn Ihr Interesse habt!

Kochurlaub im Herbst

Mein Mecklenburger Lieblingshotel auf Gut Gremmelin hat noch Plätze für einen Kochurlaub frei! Vom 27.09.-01.10.2010 werden herbstliche Genüsse und norddeutsche Spezialitäten erkocht. Und als Last Minute Aktion gibts nochmal 10% Rabatt auf den Kurspreis!

Ich habe dort auch einen ähnlichen Kurs absolviert und war sehr angetan ovm Hotel, der Umgebung und der Möglichkeit, sich intensiv mit Kochen und Essen auseinanderzusetzen.

Wer interessiert ist, schaut hier.

Gut Gremmelin

Hamburg kocht – ich koche mit

Italien ist angesagt, auch in Hamburg – Viva Italia! ist das Motto des privat organisierten Events, das in einer sehr angenehmen Location mitten in Hamburg-Winterhude stattfand. Das Loft, in dem wir kochten, hat einen wunderbaren Innenhof, wo wir dank des schönen Wetters den ganzen Tag sitzen konnten, der Raum selber ist ideal zum Miteinanderkochen – die Küche geht direkt in den Raum mit großem Tisch über und der Herd steht in einer Kochinsel zum Raum hin. Auch wenn die Küche nicht alle Ansprüche an eine hochwertige Kochwerkstatt befriedigt, ist das Ambiente dennoch für uns ideal gewesen – was für ein schöner Tag!

Innenhof des Loft

Was haben wir gekocht? Die Planung sah ja nachmittags Nudeltag und abend Kochevent vor – dies hat sich nicht so ergeben. Zum einen haben einige Teilnehmer leider noch sehr kurzfristig abgesagt – sehr ärgerlich, wenn man schon die Lebensmittel eingekauft hat. Andererseits hat uns das ermöglicht, aus Nudelaktionen und den Gängen des geplanten Menüs eine ständige Abfolge wechselnder interessanter und geschmackvoller Kleinigkeiten zu gestalten. So floss der Tag dahin…

Zum Warmwerden ein paar Grissini (helle, schwarze mit Sepiatinte und Sesam, und sehr aromatische mit Fenchelsaat) und dann die Tomaten-Waldmeister-Bruschetta auf dem Hausbrot von Tollkötter aus Münster.

Tomaten-Waldmeister-Bruschette

Außerdem vorab und zwischendurch weitere Antipasti, Parmaschinken und Arancini, gefüllte Reisbällchen.

Arancini

Dann ging es los mit der Nudelei. Steph hat uns sachkundig vorgeführt, wie sie ihre Nudeln kocht und uns dabei viele Tipps gegeben. Zuerst gab es Pici, dicke handgerollte Spaghetti. Zwei weitere Teige haben wir angesetzt, die dann später verarbeitet wurden – einer mit Maronenmehl und ein „normaler“. Zu den Pici gab es Panko-Knoblauch, in Butterschmalz angebraten, dazu marinierten Spargel und eingelegten Paprika und Zucchini.

Pici-Produktion

Pici und Spargel

Nudeln mit Kräutern

Nun kamen die mit Kräutern gefüllten Nudeln an die Reihe. Wir haben sie einfach als gerollte Quadrate gemacht und mit verschiedenen Pesti (Steinpilz, Radieschenblätter, Zitronenthymian) gegesen. Normalerweise würde man Lasagne oder große Ravioli daraus machen.

Gemüsearbeiten

Angebratene Beinscheiben

Jetzt musste das Hauptgang vorbereitet werden – Osso Buco und Polenta. Die Beinscheiben wurden angebraten und kamen dann mit viel kleingeschnittenem Suppengemüse und selbt gemachtem Kalbs- und Gemüsefond in den Backofen.

Schnittlauchblüte
Wildkräuter

Werder-Schnitten

Als nächstes die schon einmal gebloggten Spargel-Brokkoli-Bruschette, diesmal auch auf Tollkötter-Brot und mit einem Pesto aus Walnuss, Gundermann, Giersch und Knoblauchrauke. Die Farbgebung hat uns spontan zur Umbenennung des Brotes in „Werder-Schnitte“ verleitet 😉

Die nächste Nudelrunde brachte uns die Maronen-Ravioli, mit Ricotta-Zitronen-Salbei-Spargel-Brokkoli-Füllung, dazu Butter mit gebratenem Salbei und Parmesan.

Maronenravioli

Ferrazzuoli und Garganelli

Garganelli-Produktion

Garganelli und Teig

Der letzte Nudelgang waren Ferrazzuoli und Garganelli aus normalem und dem übrigen Maronen-Nudelteig, jeweils in interessante Formen gerollt. Es ergab sich, dass wir sie nach dem Kochen noch einmal kurz angebraten haben. Die erste Runde gab es mit Parmesan, dazu ein sehr leichter Erdbeer-Gurken-Basilikum-Salat, eine schöne Erfrischung. Die zweite mit San-Marzano-Tomatensauce und einem Basilikumblatt.

Erdbeer-Gurken-Basilikum-Salat

Ja wir waren ganz schön genudelt bis hierhin! Aber es kam nun noch besser. Der Hauptgang überrundete das nun eigentlich geplante Tomatensorbet mit Basilikumsauce, da das Fleisch überraschend schnell gar war. Aus dem Schmorgemüse und dem Bratenfond haben wir mit Weißwein eine sämige Sauce püriert, dazu die Polenta gebraten.

Polenta braten

Das "Hauptgericht"

Und dann ging der Grand Prix d’Eurovision los! Die ARD hat ihn im Internet live gezeigt, Leider hatten wir nur mein Notebook mit UMTS-Zugang, so dass wir leider mit deutlichen Aussetzern beim Streaming zu tun hatten. Der Begeisterung tat es keinen Abbruch, zumal wir ja nun auch Schlagerkaiserin geworden sind, wie der überflüssige Moderator zum Abschluss verkündete,

Tomatensorbet

Panna Cotta mit Früchten und Granite

Zum Tomatensorbet, das nun folgte, gab nur sehr wenig von der Basilikumsauce, die mit Mascarpone die letzten Löcher im Bauch fast füllte. Und zu guter Letzt Panna Cotta mit verschiedenen Granaite – Espresso, Kakao und Maulbeer. Dazu noch Beerenmix – ein schöner Abschluss! Nun mussten wir uns nochmal durch das Loft rollen und die gröbsten Spuren unseres Wirkens beseitigen – die richtige Endreinigung übernimmt der Vermieter. Punkt 23 Uhr waren wir wie vereinbart fertig und konnten nach diesem schönen Tag wohlgenährt die Heimreise antreten.

Aufräumen notwendig

Und im November Oktober geht’s weiter mit dem Foodbloggertreff. Ich freu mich drauf!

Ich lerne Wildkräuter kennen

Stellt Euch vor, Ihr findet eine Veranstaltungsankündigung, bei der Ihr sofort sagt „Da muss ich hin.“ Dann lest Ihr die Veranstaltungsdetails und stellt fest, dass der erste Eindruck sich verfestigt. Vorfreude ist die schönste Freude, oder? Dieses Wochenende war es nun so weit und ich habe meine ersten zwei Tage als Kräuterlehrling hinter mir. So kam es dazu:

Mitte März wurde ich durch einen Blogeintrag bei koch-und backoase auf die Gundermannschule aufmerksam. Das Thema „Wildkräuter“ interessiert mich schon seit geraumer Zeit, und hier bietet sich die Gelegenheit, in einem zertifizierten Lehrgang sehr viel mehr in dieses Thema einzutauchen und sich intensiv mit Kräutern auseinanderzusetzen. Da gerade das Lehrgangsjahr begonnen hatte, konnte ich mich noch anmelden und mit ein bisschen Kurs-Hopping noch alle Termine organisert bekommen. Aus diesem Grund war ich dieses Wochenende in Bad Münstereifel, die Folgetermine sind dann für mich in Leopoldshöhe.

Wildkräuterbüffet

Gemeinsam mit 23 Teilnehmerinnen und unserem Lehrer Dirk Holterman habe ich das Wochenende mit Theorie und Praxis zugebracht, ein guter Einstieg. Ziele und Zweck des Lehrgangs, die Philosophie der Gundermannschule, Theorie zu Pflanzen im allgemeinen und Kräutern im Besonderen standen auf dem Programm. Und auch wenn es sich nicht um einen Kochkuirs handelt, geht es natürlich auch um diesen Aspekt. So konnten wir das Gelernte gleich praktisch umsetzen und produzierten ein köstliches Wildkräuterbüffet mit Salaten, Broten mit Wildkräuterbutter und -tapenade, Wildkröuter-Kartoffel-Auflauf, Kräuterdrinks und anderen leckeren Sachen. Ich durfte mich mit Löwenzahnknospen probieren, eine interessante Erfahrung…

Löwenzahnknospen

Ich fand das Wochenende rundum gelungen. Dirk Holterman brachte uns auch die etwas schwierigere Theorie plastisch und amüsant bei, man merkt, wie wichtig das Thema ihm ist und wieviel Erfahrung er hat. Ich habe mich keinen Moment gelangweilt und habe viel Neues gelernt. Und die Lerngruppe in Bad Münstereifel war ein klasse Team, wir haben uns alle gleich wohlgefühlt. Jetzt hab ich erst recht Vorfreude auch die kommenenden Termine, ein Wochenende im Monat für das nächste Jahr… Ihr werdet davon hören!

Kochkurs bei La Cocina

Auf der Suche nach themenbezogenen Kochkursen fand ich im Internet die Kochschule La Cocina in Hannover. Die Website sprach mich an, das Programm auch und so besuchte ich heute den Kurs „Das gewisse Etwas – oder die Vielfalt der Saucen“.

Ich war früh dran und wurde als Erster freundlich begrüßt. Die Räumlichkeiten sind großzügig und modern und hochwertig eingerichtet. Eine große Küche mit 2 Kochfeldern und genug Platz für 10-15 Personen macht einen guten Eindruck. Ein getrennter Raum steht mit einem Tisch für ca 20 Personen zur Verfügung, ein großer Fernseher am Kopfende erlaubt die Videoberieselung beim Essen oder die Darstellung von Präsentationen bei Firmen-Events.

Insgesamt waren wir dann 9 Teilnehmer und haben in 4 Stunden ein sehr schmackhaftes 3-Gänge-Menü erstellt

  • Jakobsmuscheln in Panko mit Safransauce
  • Kalbsfilet mit sautiertem Spinat, Kräutersaitlingen und Backofenkartoffeln
  • Mousse au chocolat

Das Team war sehr angenehm und kooperativ, zusammen mit dem freundlich-professionellen Inhaber und Chefkoch Michael Pelka hat das Kochen viel Spaß gemacht.

Allerdings muss man als Einschränkung sagen, dass es kein „Saucenkurs“ war wie eigentlich angekündigt. Zwar wurden für Vorspeise und Hauptgericht jeweils eine Sauce hergestellt, aber eine besondere Betonung auf dem Thema wie in der Kursbeschreibung angekündigt gab es nicht. Auch fehlte ein Gang im Menü, im Kurs waren 4 Gänge angekündigt statt der gekochten 3.

In einen Themenkurs hätten also deutlich mehr Vorführungen / Anwendungen des Themas hineingehört, um wirklich der Sache gerecht zu werden.

Alles in allem war es aber ein angenehmer und interessanter Kurs.