Die Besten

They came from Outer Space…

Ihren Raumschiffen sah man die lange Reise an. Verbeult, verkohlt, an manchen Stellen aufgeplatzt, die Isolierschicht verletzt und in langen Fäden aus dem Inneren heraushängend. Insgesamt recht mitgenommen. Ganz anders, als sie aufgebrochen waren. Da waren die stromlininenförmigen Körper noch glänzend, grün, ohne Makel, wie alles in ihrer Welt. Sie waren jung gestartet.

Die Älteren hatten sie gewarnt. Sie würden in feindliche Welten kommen, sagten sie. Körperfresser würden kommen und sich durch die Schutzschicht bohren, in den Insassen einnisten und sie aussaugen. Auf manchen Planeten würden sie bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen, nur um später verspeist zu werden. Vic Faba, ihr Anführer, hatte nur gelacht. Besser als sie war keiner ausgestattet! Gepolsterte Schiffe, Schnellverschluss zum Aussteigen, wenn die Reise am Ende angekommen war, integrierte Lebenserhaltungssysteme, und noch ein individueller Schutzanzug. Was sollte ihnen schon passieren? So machten sie sich auf die Suche…

Outer Space
…und nun waren sie hier. In einem grünen (immerhin!) halbtransparenten Energiefeld, das ihr Gefängnis wurde, waren sie transportiert worden. Die Raumschiffe waren gewaltsam an den Schnellausgängen geöffnet worden und alle Insassen, die die lange Reise überlebt hatten, mitsamt ihren Schutzanzügen minutenlang in kochendes Wasser geworfen worden, genau, wie die Alten es vorhergesagt hatten. Vielleicht war das ihr Schicksal? Das Ziel? Der Zweck der langen Mühen?

Körperanzüge
Die Körperanzüge brauchten sie nun nicht mehr. Schnell ließen sie sie zurück, ein Berg leerer Hüllen, die ihnen lange gut gedient hatten. Blendendes Licht umgab sie. Sie wurden sanft auf ein weißes Tableau gelegt, und dann in die Kryokammer gebracht, um auf ihren nächsten Einsatz zu warten…..

Mit Essen spielt man nicht

Wieso darf man mit Essen eigentlich nicht spielen? Die Ermahnungen aus der Kindheit klingen noch heute im Ohr.

Vermutlich war unser Kinderessen einfach nicht gut genug. Zerkocht, geschmacklos, farblos, mit Fondor gedopt, oder gleich aus dem Glas kurz aufgewärmt auf den Teller. Wir wollten es nicht essen, durften aber nicht gehen. So haben wir mit den Gummimöhren Schiffsexpeditionen ins grüne Erbsenmeer unternommen oder gekochte(!) Fleischbällchen im Kohlrabisumpf versenkt. Unsere Eltern konnten nichts dafür, sie begannen ja gerade erst die Verlockungen der entstehenden Food-Industrie kennenzulernen. Frisch, regional und saisonal, wie wir es heute er-leben, war damals eher Ausdruck von Ärmlichkeit.

Also: „Spiele nicht, sondern iss!“ als verzweifelter Versuch, dem Kind doch noch ein wenig Nahrung angedeihen zu lassen.

Dabei wird doch überall gespielt, was das Zeug hält. Man schaue sich nur die Möhrenrosetten beim Chinesen an oder die Tellerlandschaften der Sterneköche, nur um einmal zwei Extreme zu nennen. Jede Dekoration ist Spiel, und jedes Spiel mit Essen schafft eine Beziehung zu dem, was wir da anbauen oder beschaffen, verarbeiten und schließlich zu uns nehmen, auf dass es ein Teil von uns werde.

So, dieses theoretische Fundament musste sein, damit ich mir dieses Foto erlauben konnte.
Gestatten: die Leek Lizards!

Leek Lizards

Der Winterlauch aus dem eigenen Garten ist zahlreich gewachsen, aber etwas spärlich. Die Reihen habe ich also heute gelichtet und diese Wurzeln waren einfach zu verlockend 😉 Daher wurde es heute etwas später mit dem Essen, weil die Stars erst noch abgelichtet werden wollten. Was es gab? Das folgt dann morgen im nächsten Post…

P.S.: Während des Shootings sind alle Pflanzen durch einen Trainer betreut gewesen und niemand ist vorsätzlich zu Schaden gekommen. Alles Bespielte wanderte hinterher in den Kochtopf :)

Lieblings-Kartoffelbrot

Es trat immer wieder mal in diesem Blog auf, am Rande, ganz unscheinbar, aber es ist der Star meiner Alltagsbäckerei – ein Brot aus Hefe-Kartoffelteig, dass sich schon in verschiedensten Kombinationen in unseren Brotkonsum eingeschlichen hat und so langsam das gekaufte Dinkelbrot verdrängt. Daher ist es nun Zeit, ihm einmal einen eigenen Beitrag zu widmen.

Kartoffelbrot

Das Basisrezept ist ganz einfach:

Zunächst einen Vorteig aus 50 g Mehl mit einem zerpflückten Würfel Hefe und 100 ml warmem Wasser herstellen. Etwas gehen lassen, eine Prise Zucker hilft der Hefe beim Wachsen. Während der Vorteig geht, 100 g Kartoffeln kochen, pellen und dann zerdrücken.

Nun folgt der Hauptteig aus 500 g Mehl, 1 EL Salz, 1 TL Zucker, den Kartoffeln, dem Vorteig und ca. 230 ml warmem Wasser. Alles gut verkneten und an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen.

Dann den Ofen auf 230° vorheizen (wer eine dunklere Kruste mag, backt die ersten 10 Minuten bei 250°). Den Teig mit einem Schaber aus der Schüssel so auf das Blech schieben, dass eine Brotform entsteht. Wenn der Teig fest genug ist, die eine Seite noch nach oben ziehen, so dass oben eine Kante entsteht (daher auch der Name „Schopfbrot“). Wenn nicht, geht es auch so. Der Teig sieht zunächst sehr flach aus, das Brot geht während des 50-minütigen Backens aber noch gut auf. Dann aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

Die angegebene Menge ergibt ungefähr einen 800 g-Laib. Meistens verschwindet davon mindestens die Hälfte noch am selben Abend 😉 Ich habe mittlerweile einige Varianten probiert – vor allem die Mehlmischung gibt dem Brot immer wieder ein neues Gesicht, ohne dass es seinen knusprigen, großporigen Charakter verliert. Am besten finde ich die Variante aus 630er Dinkelmehl, aber auch mit selbst gemahlenem Dinkelvollkorn ist das Brot ein Hit. Und als Füllung geht alles von Tomaten über Oliven, gerösteten Zwiebeln bis hin zu Wildkräutern wie den Wiesenbärenklaustängeln.

Kartoffelbrot

Superschlerkiger Schokokuchen mit roter Bete

Ich bin ja normalerweise kein großer Schokoliebhaber und Backen gehört auch eher zu den Randgebieten meines kulinarischen Schaffens. Dieser Kuchen jedoch wollte unbedingt gebacken werden. Versteckt zwischen lauter genialen Gemüsegerichten im Buch Tender von Nigel Slater steht ganz unscheinbar im Kapitel „Beet Root“ dieses Rezept. Der Inhalt des Kuchens hat es in sich! Da es das Buch nur auf englisch gibt, hier die deutsch übersetzte Variante.

Schokokuchen mit Creme Fraiche und Mohn

250 g rote Bete

Die rote Bete koche ich ungeschält in ca. 40 Minuten weich. Danach pellen (Gummihandschuhe!) und mit der feinen Gemüsereibe zu einem groben Mus reiben.

135 g Mehl
einen gehäuften TL Backpulver
3 EL dunkles Kakaopulver

mische ich und stelle es für später bereit.

5 Eier
190 g Rohrohrzucker

Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Langsam den Zucker unter die Eiweiße unterschlagen, bis eine cremige Masse entsteht.

200 g dunkle Schokolade (70%)
4 EL Espresso
200 g Butter

Die Schokolade schmilzt in Stücke gebrochen im Wasserbad. Nicht rühren, einfach schmelzen lassen. Dann den Espresso darübergeben und einmal umrühren. Zum Schluss die kleingeschnittene Butter hineingeben und so unter die Oberfläche drücken, dass sie schmilzt.

Jetzt kommt die Schlussmontage. Die Zutaten sollten in Ruhe, aber stetig zur Schokomischung dazu gegeben werden, damit sich alles optimal verbindet.

Schoko-Eiweiß-Mischung

Den Topf vom Wasserbad nehmen, ein wenig abkühlen lassen. Dann das Eigelb untermischen und gut verrühren. Jetzt folgt die rote Bete, dann das geschlagene Eiweiß. Wie immer rührt man das nicht heftig um, sondern hebt das Eiweiß unter die Masse. Zum Schluss gebe ich die Mehlmischung zu und hebe sie auch darunter. Der Teig hat eher etwas von Muffinteig als von einem richtigen Rührteig, er wird nur gerade so vermischt, dass alle Zutaten nicht mehr separat sind.

Der Teig kommt nun in eine gefettete und beschichtete 20 cm-Springform. Nigel Slater macht noch Backpapier drunter, ich lasse es weg und habe dank der Beschichtung auch später keine Probleme beim Rausnehmen.

Dann in den Ofen, der auf 180° vorgeheizt ist. Nachdem der Kuchen drin ist, stelle ich die Temperatur auf 160° zurück und lasse den Kuchen für vierzig Minuten im Ofen. Es war wohl ein bisschen zuviel Backpulver bei mir, der Teig geht gut auf und läuft fast über den Rand. Aber dann besinnt er sich und bleibt gerade noch rechtzeitig stehen. Später fällt der Kuchen in der Mitte ein wenig ein, das soll er auch laut seinem Erfinder.

Man nimmt den Kuchen heraus, auch wenn er in der Mitte noch ganz wabbelig ist! Ich hab mich nicht wirklich getraut und ihn noch fünf Minuten länger im Ofen gelassen. Dann ist er aber fällig.

die Form öffne ich erst, als er ganz erkaltet ist. Anschneiden ist nicht ganz einfach, aber der Kuchen hält, obwohl er oben am Rand sehr krümelig ist. In der Mitte ist er durch die rote Bete eher feucht und schwer, so dass die Stücke zusammenhalten.

Und ich bin im Schokohimmel! Zusammen mit einem Gemisch aus

Creme Fraiche
Blaumohn

dass oben auf die Kuchenstücke gestrichen wird (das macht jeder für sich) ist der Kuchen ein großartiges Resultat! Danke Nigel!

Zutaten

Yabba Dabba Doo!

Steinzeitküche – das Wort fiel mir direkt ins Auge neulich in der Tageszeitung. Ein Berliner Kiezrestaurant (das „Sauvage“ in Neukölln) macht Furore mit diesem Thema, die Fernsehreporter stehen Schlange… Mal ein bisschen nachgeforscht – was ist das eigentlich? Immerhin dauerte die Steinzeit fast 2,5 Millionen Jahre, da kann man eine Menge an Rezepten ausprobiert haben…

Also: die „paläolithische“ Ernährung hat sich zum Ziel gesetzt, uns nur mit den Dingen zu versorgen, die auch der Neanderthaler vor der Flinte – äh, Keule hatte. Also Fleisch, Fisch, Beeren, Wurzeln, Obst, Gemüse, Nüsse. Keine vorproduzierten Lebensmittel, kein Zucker, kein Mehl (wieso eigentlich nicht? In der Spätsteinzeit wurden ja schon die erstern Bauern aus der sicheren Umgebung der Alien-Raumschiffdecks beobachtet ), keine Milchprodukte, kein Öl, … regional und saisonal also – soll gesund sein… Die Theorie ist umstritten, immerhin wurden genetische Anpassungen des Menschen seit der Jungsteinzeit auf die veränderte Nahrungssituation nachgewiesen. Oder waren das auch die Aliens? Jedenfalls klingt die Zutatenliste kompatibel genug mit meinen normalen Kochaktivitäten, dass ich einmal ein „Steinzeitgericht“ wage.

Schweinefilet mit Cranberries und Röstgemüse

Ich erlege ein Wildschwein und schneide eins der Filets heraus, die traditionell dem Clan-Chef zustehen. Das hacke ich mit dem Faustkeil in Medaillons, die werde ich kurz auf offener Flamme braten. Die Frauen haben Pastinakenwurzeln und ein paar Zwiebeln gesammelt, die werden mit Thymiankraut aus dem Vorrat gebacken (wenn der Neanderthaler digitale Backöfen kennen würde, würde er sagen: 90 Minuten bei 180°, dann kurz übergrillt. Aber wir würden ihn ja sowieso nicht verstehen mit seiner Ursprache).

Gebackene rote Zwiebeln

Auf einer Steinplatte schmoren indes ein bis zwei Handvoll großfrüchtige Moosbeeren, mit ein wenig Wasser versehen, so dass sie nicht anbrennen. Auch dazu geben wir Thymiankraut. es soll böse Geister vertreiben, die uns husten lassen und die Atmung erschweren. Auch ein Stück von der erbeuteten Honigwabe geben wir dazu, weil wir die Süße zu schätzen wissen. Einer unserer Abenteurer hat aus dem Süden eine seltsame orange Frucht mitgebracht, sie riecht sehr aromatisch und ist saftig. Wir geben ein Stück der Schale dazu, denn die saftigen Stücke essen wir lieber roh.

Dann legen wir das Fleisch auf die heiße Platte, auf dem ein Stück von dem fetten Zeugs unter der Haut erst einmal flüssig gemacht wurde und bräunen es von beiden Seiten, bis das Blut nicht mehr herausläuft. Zu Ehren der Hustengeister geben wir nun etwas von den gegarten Beeren darauf. Dazu kommen die gegarten Zwiebeln und Wurzeln. Damit die so richtig schmecken, geben wir etwas von den vergorenen und sauer gewordenenen Trauben dazu, die sich so wundersam seit dem Sommer halten. So verspeise ich das herzhafte Mahl.

Medaillon, erlegt.

Kartoffel-Safran-Suppe mit Wittling

Der Tag ist grün-gelb-braun herbstlich, es beginnt am Abend zu regnen. Vom Sonntagsspaziergang zurückgekehrt, wird es zuhause in der Wärme richtig gemütlich – vor allem wenn es eine Suppe zum Abendessen gibt.

Kartoffel-Safran-Suppe mit Wittling

Die Suppe ist schnell aufgesetzt – ich koche 10 kleinere Kartoffeln geschält in gut 1 Liter Gemüsebrühe. Dazu gebe ich ein Stück Lauch in Scheiben, Möhre und Sellerie in kleinen Würfeln. Nun köchelt das Gemüse vor sich hin, ca. 20 Minuten, bis es weich ist. Nach 10 Minuten gebe ich einen halben Bund Dill zusammengebunden dazu. Außerdem 1 gute Messerspitze Safran, vorher angewärmt und zermörsert.

Die Kartoffeln sind gar, nun kommt der Zauberstab zum Einsatz. Der Bund Dill kommt raus aus der Suppe, nur die Spitzen schneide ich ab und gebe sie wieder hinein. Schnell habe ich die Suppe püriert, nun schmecke ich ab: etwas Senf, ein wenig Zucker, ein Schuss Olivenöl, Muskat, Pfeffer Salz,…

Vom Fischhändler d.V. hatte ich noch zwei Wittling-Filets im Tiefkühler. Leider zu spät dran gedacht, um sie noch ganz aufzutauen, daher werden sie separat im Sud gegart, den ich schnell aus Wasser, 1/2 Lorbeerblatt, ein paar Pfefferkörner, 1 Wacholderbeere, gut Salz, etwas Sellerie und Lauch herstelle. Die Filets zerteile und restentgräte ich (der Wittling teilt mit den anderen Mitgliedern der Dorschfamilie die fiesen kleinen Grätenreste, die beim Filetieren zurückbleiben) und gebe sie in den Sud. Während sie dort gar ziehen (nicht kochen!), zerbrösele ich eine Scheibe Dinkeltoast und röste sie in Butter zusammen mit einem Esslöffel Brennnesselfrüchte knackig.

Ein Gedicht! Die Aromen verbinden sich wie sie es nur in einer guten Suppe können. Den reichlich bemessenen Topf leeren wir zu zweit.

Geschmolzene Waldmeistertomaten und Holunderlauch mit Chicken Nuggets

Dunkelheit. Schritte. Die Tür öffnet sich knarrend und es wird plötzlich blendend hell. Eine Hand nähert sich und greift zwei Flaschen aus der Mitte der versammelten Gläser, Flaschen und Schachteln mit verschiedenen meist selbst zubereiteten Saucen, Ölen, Pesti, Chutneys, Sirupsorten. Sie warten sehnsüchtig darauf, verarbeitet zu werden – und heute ist es wieder einmal soweit. Ich greife zu Waldmeisteröl und Holunderblütensirup und produziere aus den mitgebrachten Zutaten ein kurzweiliges Abendgericht.

Geschmolzene Waldmeistertomaten mit Holunderlauch und Chicken Nuggets

Hatte ich schon erwähnt, dass Lauch zu meinen Lieblingsgemüsen gehört? Wenn nicht, ist es hiermit nachgeholt. Gelegentlich verlässt er seine Rolle als zwiebelgewächsiger Stichwortgeber in Suppen und Aufläufen und wird mit zum Hauptdarsteller. Heute nehme ich zwei Stangen Lauch, sie sind im Moment lang und dünn und lassen sich gut dünsten. Das tue ich in einem Gemisch aus einem Glas Holunderblütensirup, einem Glas halbtrockenen Weißwein, etwas Salz, ein paar Pfefferkörnern, einem kleinen Lorbeerblatt und einer Wacholderbeere. die klein geschnittenen Röllchen köcheln vielleicht 20 Minuten vor sich hin, bis sie weich sind.

In der Zwischenzeit pelle ich 3 blanchierte Tomaten, entferne Kerne und innere Flüssigkeit und schneide die Reste in Julienne. Sie werden später mit etwas Waldmeisteröl und Salz langsam erhitzt. Nicht kochen! Die Tomaten zergehen ein wenig, behalten aber ihren frischen Geschmack.

Die „Fleischbeilage“ besteht aus klein geschnittener Hühnerbrust – eine reicht. Ich paniere sie in Mehl, Ei und Dinkelpanade, mit gemörserten Koriandersamen und -kraut aromatisiert.

Ich habe eines der grünen Lauchblätter vorab ganz kurz blanchiert und in lange schmale Streifen geschnitten, das nehme ich nun und binde eine Schleife um die Lauchröllchen – sieht nett aus! Und schmeckt so richtig lecker!

Mengen sind für eine Person.

Fenchelauflauf

Ein Klassiker in meiner Küche: überbackener Fenchel mit Pilzen.

Fenchelauflauf

Ich nehme für eine Person 200 g Kartoffeln und 2 kleinere Fenchelknollen. Die Kartoffeln kochen als Pellkartoffel gar, der Fenchel wird gevierteilt und in ca 10 Minuten gekocht, bis ein Messer ohne Widerstand hindurch geht. Ich mag ihn auch gerne knackiger, aber im Auflauf muss er weich sein!

Ab damit in die Auflaufform, zusammen mit den gepellten Kartoffeln, die ich auch schon mal etwas zerdrücke, wenn ich Lust habe. Ein paar Frühlingszwiebeln braten in der Pfanne mit ein wenig sehr klein geschnittenem Suppengemüse. Abgelöscht mit Weißwein und Fenchelsud, kommt das Gemisch über das Gemüse. Dann noch schnell eine gute Handvoll Pilze klein schneiden und scharf anbraten, mit Pfeffer und Salz würzen. Wenn Saison ist, sind Pfifferlinge am besten, sonst gehen auch kleine Champignons, wie heute. Und heute gibts auch keinen Speck dazu, es bleibt vegetarisch.

Abschließend noch ein kräftiger Schweizer Käse obendrauf und für 20 Minuten bei 220° in den vorgeheizten Backofen.

Lecker!

Garten-Koch-Event August 2011: Fenchel [31.08.2011]

Nachmittagsgenuss – Avocado-Eis mit Sesamkrokant

Eis als Nahrungsersatz ist out – die Temperaturen sind wieder soweit im sommerlichen Normal, dass der Eisgenuss wieder auf die Zwischenzeit verbannt wird. Das nutze ich zum Herstellen einer herzhaften Eiscreme mit Avocado, die ganz wunderbar zu einem faulen Sonntagnachmittag passt. Allerdings teilt sich unser Haushalt inzwischen in BEE und KEE ein – bekennende experimentierfreudige Eisesser und keinesfalls experimentierfreudige Eisesser. So verarbeite ich von der angegebenen Menge nur die Hälfte zu Eis, das ich dann auch alleine verspeise. Der Rest wird mit Gemüsebrühe zu einer kalten Avocadosuppe.

Avocado-Eis mit Sesamkrokant

Ich presse die Limette und schneide die Blätter vom Koriander ab. Beides püriere ich mit der Gemüsebrühe zu einer grünen Sauce. Dorthinein gebe ich die Avocado in Stücken und püriere die ebenfalls, es folgt der Naturjoghurt. Die Gemüsebrühe war bei mir ziemlich salzig, sonst muss man eventuell noch nachsalzen. Außerdem gebe ich das Piment d’Espelette hinzu. Abschließend kommen noch etwas Invertzucker in die Masse.

Nun gebe ich wie gesagt die Hälfte in die Eismaschine und lasse das Eis in gut 40 Minuten fest werden. In der Zwischenzeit stelle ich das Sesamkrokant her. Das ist ganz einfach – Zucker und EL Butter karamelisiere ich in der Pfanne. Dann gebe ich den hellen Sesam hinzu und lasse das ganze kurz aufkochen. Nun schnell auf eine leicht gefettete Alufolie auskippen und mit der Palette dünn vertreichen. Vorsicht, nicht die Finger reinstecken, das gibt Brandblasen! Nach dem Erkalten kann ich die Platte leicht von der Folie lösen und in Stücke brechen. Die Reste hebe ich luftdicht verpackt auf.

Nun ist das Eis soweit, ich richte es mit einer frischen Feige an, die ich in dünne Scheiben geschnitten habe. Ein paar Korianderblätter zur Deko kommen noch dazu.

Sehr apart, dieses Eis! Man kann es gut in ein Menü einbauen, dann aber als Vorspeise oder Zwischengang. In diesem Fall sollten die angegebenen Mengen für 4 Leute reichen.

Eis
1 Limette
1 Bund Koriander
50 ml kalte Gemüsebrühe (selbstgemacht)
1 große reife Avocado
150 g Naturjoghurt
1/2 TL Piment d’Espelette
Salz

Krokant
100 g Zucker
1 EL Butter
2 EL heller Sesam

Deko
1 frische Feige
ein paar Korianderblätter

Nachmittagsgenuss – Birnen-Bohnen-Gelee mit Speck

Heute kochen wir mit Freunden! Beim freitäglichen Einkauf auf dem Biomarkt habe ich spontan ein paar dicke Bohnen mitgenommen, weil die bei unseren Gästen vorab auf Stirnrunzeln stießen. Dabei sind dicke Bohnen so lecker! Da hilft nur Begeistern durch Probieren lassen… Einen Plan hatte ich in dem Moment noch nicht, nur ein Amuse Gueule sollte es werden.

Birnen-Bohnen-Gelee mit Speck

Nach dem Putzen zuhause blieb nur noch

eine Handvoll gepalte dicke Bohnen

übrig. Die hab ich schnell in 3 Minuten blanchiert, abgeschreckt und abgetropft, dann in Butter noch ein paar Minuten weiter gekocht. Wieder abgetropft. Zeitgleich koche ich

1 mittelgroße Kartoffel, klein gewürfelt
100 ml Hafercreme (Sahneersatz, ein Experiment von S. Sahne tut es auch)
2 Zweige Bohnenkraut
etwas Wasser

zusammen zu einer bechamelartigen Masse und gebe die Bohnen dazu. Das Bohnenkraut kommt raus, es hat sein Aroma gut abgegeben. Jetzt noch schnell

1 Blatt Gelatine

auflösen und in die warme Masse geben, dann alles in Portionsgläser füllen und fest werden lassen.

Nun zum Birnengelee. Ich püriere

eine geschälte Birne
3 EL Birnendicksaft
Saft von 1/2 Zitrone
100 ml Wasser

mit dem Zauberstab und erwärme die Masse leicht. Hier gebe ich

3 Blatt Gelatine

hinzu und gieße den warmen Brei in eine mit Klarsichtfolie ausgelegte flache Schüssel, so dass ein ca. 1cm dicker Spiegel entsteht. Das Gelee schmeckt ordentlich nach Birne und wird über Nacht fest.

Am nächsten Tag nehme ich

4 dünne Scheiben geräucherten Schinkenspeck

und trockne sie im Ofen bei 75° ca 90 Minuten.

Das Birnengelee schneide ich in Würfelchen und gebe sie zusammen mit dem Speck auf die fest gewordene Bohnen-Kartoffelmasse. Die sollte 2 Stunden vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank genommen werden!

Mal sehen, ob ich damit Überzeugungsarbeit leisten kann…

Bohnen ohne Speck