Kochwerkzeuge

Womit ich arbeite in der Küche

Das neue Kochfeld

Wie zuletzt angedeutet, ist mein geliebtes Kochfeld DTI308 von DeDietrich einem jähen Hitzetod erlegen – und das auch noch durch eigenes Verschulden… (ok, ich könnte mich damit rausreden, dass ich kein französisch kann, aber der Comic ist eindeutig – ich hatte vorne die mittlere Variante und hinten die Schotten dicht).

DeDietrich

Der erste Gedanke nach dem Infarkt war „Reparatur“, aber DeDietrich ist in Deutschland eigentlich nicht vertreten. Es wäre also kompliziert und/oder teuer und langwierig geworden. Da ich schnell wieder kochen wollte, habe ich mich auf dem Markt einmal umgeschaut. Das wegen Renovierung eh schon strapazierte Haushaltsbudget sollte dabei nicht über Gebühr belastet werden. Zum Glück gibt es inzwischen auch günstige Induktionsherde – beim Kauf des DeDietrich vor einigen Jahren war das noch nicht so. Gaggenau, Miele, die Top-Modelle von Siemens – alles leider gerade außerhalb der Möglichkeiten. Außerdem haben die meisten Modelle die eine oder andere Eigenschaft, die sie für mich unattraktiv machen – sei es die umständliche Knebelbedienung bei Siemens, die (zumindest für Linkshänder) ungünstige asymmetrische Plattenanordnung oder schlicht die Maße, die nicht zum frisch geschnittenen Loch in der Arbeitsplatte passen.

Schließlich fiel meine Wahl auf AEG (also eigentlich Elektrolux) HK854400. Kein Techie-Overkill (ohne eingebauten Fernseher oder so) und -wichtig!- eine einfache Bedienung der einzelnen Kochfelder. Auch interessant: die Möglichkeit, eine Bodenplatte unterzubauen, damit man noch eine Schublade unter das Kochfeld bekommt.

Das neue Kochfeld

Information vor dem Kauf
Jetzt wird es spannend – bekomme ich die Detailinfos, die ich benötige? Erst einmal kämpfe ich mich auf der AEG-Seite durch die Produktvarianten. XS, XB, IS, IB – mit Rahmen, ohne Rahmen, mit Facette, in Silber – alles da, nur teilweise etwas schlampig gepflegt. Da aber alle Handbücher zum Download bereitstehen, findet sich nach einiger Suche die Info.

Und wie war das jetzt mit der Bodenplatte? AEG listet den genauen Typ dieses Zubehörteils nicht etwa beim Kochfeld, sondern nur im Gesamtprospekt – und dann auch noch den falschen. Das habe ich erst herausgefunden, nachdem ich mit dem Händler, bei dem ich letztendlich gekauft habe, mehrfach nachgefragt habe, warum er für den 80cm-Herd die 70cm-Bodenplatte anbietet. Die Auskunft war, dass es ein AEG-Fehler ist und dass das Kochfeld von unten schmaler ist.

Die nächste Hürde – welchen Stromanschluss hat das Kochfeld? bei AEG steht 220-240 V, 7200 W. Unwahrscheinlich, aber bestätigt sowohl durch den Händler (sofort) als auch durch den AEG-Support (nach 3 Tagen). Eine andere Seite listet das Feld auch mit 2 Phasen 400V. Die brauche ich auch. Ich lasse es darauf ankommen und bestelle es. Vorsichtshalber buche ich den Elektriker schon mal für einen möglichen Leitungsumbau.

Installation
Das Paket kommt nach einigen Tagen, alles drin. Das Feld passt in den Ausschnitt der Arbeitsplatte (puh!), der Stromanschluss stimmt auch. Die Bodenplatte passt und lässt sich mithilfe der beiliegenden Anleitung mit winzigen Bildern und einer Leselupe auch fachgerecht montieren. Alles gut. Und siehe da – das Feld kommt mit einem 400v Anschluss. Man kann es auf 240V umrüsten, aber so passt es genau. Der Umbau wird wieder storniert.

Nutzung
Die Sensorfelder für die Bedienung sind ok. Mir war wichtig, dass man jede Platte unmittelbar steuern kann, ohne vorherige „Kanalauswahl“ oder ähnliches. Die Scroll-Leiste ist ein bisschen eng zusammen, eine exakte Anwahl eines Werts ist (zumindest mit meinen Fingern) etwas knifflig, wohl aber auch meistens nicht notwendig. Die Features sind ok, praktisch ist „Stop-and-Go“. Ein Druck schaltet alles auf kleinste Stufe, ein erneuter Druck wieder auf die vorherige Einstellung. So kann man auch mal schnell zwischendurch ans Telefon o.ä. Etwas gespart wurde beim Timer. Es gibt nur einen Zähler und einen Schalter für alle vier Felder, man muss sich dann etwas mühselig jeweils „durchklicken“. Da hätte auch für jedes Feld ein eigener hingepasst.

„Auf diesem MaxiSense®-Kochfeld können Sie Ihre Töpfe und Pfannen nahezu an jede beliebige Stelle platzieren – es muss nur jeweils eine Kreuzmarkierung bedeckt sein“ ließ mich vermuten, dass es sich um eine Werbeaussage handelt, die man nicht zu ernst nehmen muss. So ist es auch. Die einzelnen Kochstellen sind 21cm groß, ab 12,5cm werden Töpfe erkannt. Natürlich kann man den Topf so stellen, dass er nicht konzentrisch zur Platte ist. Dann kocht es eben nur da, wo auch eine Induktionsspule darunter ist. Dieses Feature ist nicht neu, das hatte vor 25 Jahren mein erster WG-Herd mit 4 rostigen Heizplatten auch schon.

Töpfe auf dem Kochfeld

Ich habe meist eine 28cm-Pfanne im Einsatz, dazu ein 16cm-Topf und je nach Gericht einen 20er oder einen 28er Topf (auf dem Bild rot markiert). Leider muss man die größeren Töpfe etwas „quetschen“, damit sie optimal beheizt werden. Die Leistung ist bei Töpfen mit mehr als ca 24 cm Durchmesser nicht mehr gut verteilt, sondern zentriert sich um das Kreuz. Auch rutschen die größeren Töpfe und Pfannen gerne einmal auf die Bedienungsfelder und lösen irgendwelche unerwünschten Aktivitäten aus. Vielleicht durch die Größe bedingt, habe ich das subjektive Gefühl, dass die Heizleistung geringer ist als früher, auch wenn die nominelle Leistung der großen Platten mit der der vorherigen übereinstimmt.

Aber ich gebe zu, dass das alles Jammern auf hohem Niveau ist. Ich gewöhne mich gerade schnell an das neue Feld – nur werde ich ab und zu ein bisschen jammern, dass früher eben doch alles viel besser war 😉

Essen ist fertig!

Schon wieder sind einige Wochen vergangen, die Zeit vergeht im neuen Heim wie im Flug. Und es scheint nie genug Zeit zu sein, all die Dinge weiter zu machen, die an jeder Ecke auf uns warten. Noch keine Gardinen, Fußleisten, Flurteppiche, Kellerregale, Sichtschutzgitter im Garten, Lampen, Sessel,…!

Da vergisst man gerne einmal, was wir schon alles geschafft haben. Seit 10 Tagen ist zumindest die Küche „98% fertig“, und jeder, der schon mal programmiert hat, weiß, was ich meine 😉

Ein großer Schub war der 14.6. Da kamen nicht nur unsere neuen Fenster, sondern auch die letztendlich bei IKEA bestellte, langersehnte Arbeitsplatte. Wird sie passen? Sieht sie gut aus in der neuen Küche? Hätten wir nicht vielleicht doch lieber Holz oder Corian nehmen sollen? Aber ersteres war uns zu empfindlich, letzteres zu teuer. So endeten wir wieder mal im beliebten blau-gelben Möbelhaus und erstanden eine anthrazitfarbene Kunststeinplatte. Also Acryl und Steinmehl, schön angemischt und ordentlich poliert.

Die Unterschränke sind noch rechtzeitig fertig geworden, das Mäuerchen ist sogar schon gespachtelt, geschliffen, grundiert, gestrichen.

Schrank, geplant

Die Hermes-Spediteure ächzen zwei große, zwei mittlere und zwei kleine Pakete in die Wohnung. Nachdem die Solvenz des Kartenbesitzers mehrere Telefonate und ausgefüllte Formulare später geklärt ist, zieht Hermes von dannen und wir in die Küche. Schnell weg mit den alten Pappen, die uns als Arbeitsplattenersatz gedient haben, und Auflegen der neuen Platte(n). Es sind mehrere Stücke, weil die L-Form und das große Spülbecken keinen Zuschnitt aus einem Guss erlauben. Puh! alles passt! Ich habe also richtig gemessen und gerechnet, und auch der heldenhafte IKEA-Software-Bediener hat keinen Bug eingeschleust.

Platte, geplant

Es ist auf einmal etwas vornehmer geworden in unserer bisher eher kruschteligen Fast-Küche 😉

Ein paar Tage gehen ins Land, da passiert das Malheur. Der bisher so treue DeDietrich-Induktionsherd klingt plötzlich wie ein sterbender PC-Lüfter und
nachdem die Sicherung rausgeflogen ist, hat die linke Seite wohl einen Schlaganfall gehabt. Jedenfalls rührt sich da gar nichts mehr… Rechts gehen die beiden Platten zwar noch, aber der Ventilator dröhnt zum Erbarmen. Hab ich da etwa… ein Blick in die Anleitung bringt Gewissheit – Mist, die Lüftungslöcher fehlen! So hat der arme Herd eine Woche im eigenen Saft geschmort, bevor er nun den Geist aufgegeben hat. Was nun? Ein neues Kochfeld muss her, ich will jetzt endlich keine Baustelle mehr in der Küche! Letztendlich haben wir auch das gemeistert. Die Abenteuer mit der neuen Herdbeschaffung sind mir jedoch einen Extraartikel wert, kommt in Kürze.

Danach kam „nur noch die Fußleisten und ein bisschen aufräumen“, was nochmal einen Tag in Anspruch nahm, nun sind wir einsatzbereit!

Die neue Küche

Moment, da fehlen doch noch die Fliesen hinter der Spüle…

Abluftentsorgung

Die neue Küche nimmt Gestalt an… nach einiger Planerei entscheiden wir, dass die Küchenzeile nicht flach an der Wand stehen soll, sondern der Herd soll in den Raum hinein. Dazu bedarf es einer Insel-Dunstabzugshaube. Die soll hoch gehängt werden, damit ich nicht von den Ecken die üblichen Beulen am Kopf bekomme. Mein Kochfeld ist 80 cm breit, so dass ich mich für eine 120cm-Haube entscheide. Nach einigem Recherchieren lande ich wieder bei der Firma Bosch. Wie geschildert, hatte der Backofen hatte ja so seine Probleme mit der Benutzerschnittstelle, aber bei einer Dunstabzugshaube kommt es ja eher auf die inneren Werte an. Das Modell 80DIB12T151 bietet was ich brauche und kostet ein Drittel weniger als das baugleiche Siemensmodell (ok, da sind LEDs drin statt Halogen, für mich kein Killerfeature).

Die neue Haube, noch vor der feierlichen Enthüllung

Mit einigen Mühen hieve ich das spontan „Monstrum“ getaufte Gerät an die zuvor angebrachte Aufhängung in die höchste Stufe. Wanddurchbrüche und Abluftkanal sind schon gebaut, so dass einem ersten Test nichts im Wege steht. Die Geräuschentwicklung -so man sie so nennen kann- ist sensationell. Selbst auf höchster Stufe hört man nur ein Säuseln. Den Abzugseffekt kann ich mangels eingebautem Herd noch nicht testen – ich werde berichten. Und dann gibts auch ein Foto ohne Baustellenambiente 😉

Abluftkanal

Housekeeping

Was für ein schönes Herbstwochenende! Die einzige, die nicht mitspielt, ist meine tropfende Nase. Ich fühle mich ein wenig dösig, nicht schlimm genug, um im Bett zu liegen, aber nicht gut genug, um draußen etwas zu unternehmen. Was also tun mit dem langen freien Wochenende? Oh, oh, da war doch noch der Plan, endlich mal wieder klar Schiff zu machen in der Küche… Fühle ich mich dem gewachsen? Leider ja, also auf ans Werk.

Normalerweise habe ich lagermäßig alles im Griff, aber die längeren Pausen der letzen Zeit haben einiges ins Stocken gebracht. Kühlschrank zuerst. Der ist fast voll mit Gläsern, Flaschen, Töpfen, viel Selbstproduziertes schaut mir da erwartungsvoll entgegen. Ein paar Kandidaten sind nervös, und in der Tat zerre ich die überfälligen Senfgläser, Chutneyreste, Sirupbodensätze und ein paar seit langem abgelaufene Joghurts ans Tageslicht, um sie nach einem prüfenden Blick auf das Haltbarkeitsdatum oder die innere Konsistenz dem Orkus zu überantworten.

Das Gefrierfach wird endlich mal inventarisiert und ein paar Yetikoteletts aus dem ewigen Eis herausgeschlagen. Leider nicht mehr zu gebrauchen… Ein alter Plan wird jetzt endlich realisiert. Ich habe mir einen Whiteboardmarker besorgt und nun kann ich außen auf die Tür des Gerfrierschranks die Inhalte vermerken. Ich weiß, das ist eine Nerd-Lösung, der WAF (Women’s Acceptance Factor) ist vermutlich ziemlich niedrig, aber ich finde das echt praktisch. Solange ich noch keinen Kühlschrank mit digitaler Vorratshaltung und Display habe jedenfalls.

So, nun weiter zum Ölregal. Wieso stehen da vier geöffnete Flaschen Olivenöl? Dazu noch zwei gleiche Sorten? Fragen über Fragen… Sortenrein zusammengekippt, schon lichten sich die Reihen. Ein unbenutztes abgelaufenes Sesamöl wird weggetan, sonst sieht der Bestand noch ok aus. Muss mal mehr mit Arganöl machen…

Schrank (nachher)

Der Schank mit den Kolonialwaren – ein Chaos. Ich rette zunächst den Mixer mit verhedderter Schnur und etliche angebrochene Zuckertüten. So erhalte ich Zugang zu den tiefer liegenden Schichten. Auch hier können etliche angefangene Packungen zusammengelegt werden, so, sieht doch gleich viel ordentlicher aus.

Fertig! Aber was ist das? Mein prüfender Blick durch die Küche bleibt nun beim Bücherregal mit den Kochbüchern hängen. Ok, die am häufigsten gebrauchten sind griffbereit, aber die evolutionäre Verdrängung hat in den hinteren Reihen einen Tsunami verursacht, das gehört gleich mit aufgeräumt. So fördere ich noch einige ungelesene Schätze zutage, sie werden in ein Extra Fach gestellt und inventarisiert. Ich verspreche mir zum wiederholten Mal, keine neuen Kochbücher mehr zu kaufen, bis die alten alle gelesen sind… mal sehen, wie lange das gut geht!

Wo ich den Blog nun schon vor mir habe, kann ich gleich mal das Zutatenverzeichnis aufräumen und die Rezeptliste und den Vorratskalender aktualisieren. So langsam kommt richtig Schwung in die Sache, es macht Spaß, endlich mal wieder für Ordnung zu sorgen. Nebenher produziere ich aus dem Korb voller Quitten auf dem Balkon (ich habe aus dem letztjährigen Desaster im Kühlschrank gelernt) ein paar Gläser Quitten-Ingwer-Marmelade und trockne die selbstgemachten Röstzwiebeln und die Orangenschalen im Ofen (nacheinander versteht sich).

Selbstgemachtes

Nun schnell noch saugen und wischen, es läuft die zweite Ladung in der Spülmaschine… Es wird abend und der stolze Blogger schaut auf eine wohlgeordnete Küche und kümmert sich mit einer heißen Brühe um seine tropfende Nase.

Quitte killt Kühlschrank

Sind wir nicht alle Freunde der alten Obstsorten? Und sind wir nicht seit einiger Zeit auch wieder ein Fan von Quitten? War ich auch, bis vor vier Wochen, als ich einige Quitten im Obstfach meines Kühlschranks eingelagert hab.

Quitte, kalt

Da ich einige Zeit nicht zuhause war (nein, nicht soo lange, dass da was wächst im Kühlschrank), konnte sich der Duft der Quitten im Kühlschrank gut entwickeln, und das angebliche Aphrodisiakum weht mir nun bei jedem Öffnen des Kühlschranks entgegen. Irgendwann ging mir der Geruch dann auf die Nerven. Also Putzaktion – alles raus, alles ausspülen und -wischen, kein Effekt. Essigwasser nehmen, nochmal die Prozedur – kein Effekt. Natron in den Kühlschrank – kein Effekt. Im Gegenteil, der Geruch beginnt langsam aus dem Kühlschrank herauszukriechen und die Küche in Beschlag zu nehmen. Ich hab mir dann mal das Innenleben meines Liebherr-Kühlschranks genauer angesehen. Hinter der inneren Rückwand sitzt noch eine Styroporplatte, die auch nicht abgeschlossen ist gegenüber dem Innenraum. Möglicherweise ist die nun verseucht…

Hilfe! Ich hab keine Idee mehr, will aber diesen Geruch loswerden. Weiß einer Rat? Zur Belohnung gibts bei Erfolg ein Glass Quittengelee :)

Der neue Backofen

Der Kauf eines neuen Backofens steht an! Es muss schnell gehen, also suche ich im Internet an den üblichen Quellen. Bisher war ich mit meinem Siemens Backofen der vorletzten Generation recht zufrieden, ordentiches Design und gute Funktionsviefalt bei leichter Bedienung. Und da ja bekanntermaßen Siemens, Bosch, Neff (wer noch?) in Wirklichkeit nur noch Labels auf denseben Geräten sind, fällt die Wahl diesmal auf einen Bosch HBA 78B750.

Die Komanndozentrale

Gesagt, bestellt. Geht ja übers Internet leicht und schnell und ein paar Tage später steht er vor der Tür. „Die Beule ist aber nicht von uns“ sagt der Spediteur. „Ist mir egal, bitte vermerken“, sage ich und grummelnd fummelt er sich rückwärts durch das Menü seines mobilen Erfassungsterminals, weil Kundenwidersprüche nicht vorgesehen sind im Programm des Geräts. Ein Zeichen?

Die Beule ist klein und an der unsichtbaren Seite, also auspacken, einbauen, einschalten. Zeit einstellen, sagt mir der Ofen höflich. Ja mach ich gerne. Nur bin ich zu langsam, als ich bei 00:13 angekommen bin, reicht es dem Ofen und ich beschließe, dass ich das auch später noch machen kann.

Und nun? Hm, ich bin immerhin Informatiker und mit DIP-Schaltern und Hexcodes großgeworden, da werd ich doch jetzt nicht anfangen, ein Handbuch zu lesen! Ok, wir haben 7 Tasten, einen Drehregeler, 2 Displays. Die Tasten haben einen schlechten keinen spürbaren Druckpunkt, wie jeder vernünftige Nichtingenieur versuche ich durch erhöhten Druck nicht verfügbare Funktionen zu erzwingen. Die Tasten danken es mir mit Fingerabdrücken und die Frontblende wackelt ein wenig. Sonst tut sich nix.

Es dauert nur 15 Minuten, bis ich rausfinde, dass das zweite Display keins ist, sondern ebenfalls ein Tastenfeld. Schon gelingt es mir, das Licht einzuschalten im Inneren. Erfolg! Und wie wird es jetzt warm da drin? Wahloses Drücken der verschiedenen Tasten, führt zum Starten der Pyrolyse, zeigt „frisches Hähnchen“ im Display, und andere interessante Effekte. Die „i“-Taste funktioniert nur manchmal, da wo man gar nicht mehr weiter weiß, tut sie nichts. Hmmmm. Muss ich wirklich? Ok, sieht ja keiner. Also schnell das Handbuch gegriffen und nach 13 Seiten schonender Vorbereitung (ach so – „Nie heißes Geschirr ohne Topflappen aus dem Garraum nehmen“) kommt dann der Punkt „Backofen ein- und ausschalten“.

Aha – es ist ganz einfach:

  1. Power Taste drücken – der Ofen bootet
  2. Betriebsart wählen – Ich lade das Heizauswahlprogramm mit der Taste mit den 3 Punkten
  3. Jetzt kann ich mir mit dem Drehrad aussuchen, was ich Betriebsart nennen würde. Im Standard steht da immer 3D-Heißluft – cool, nein „hot“ wäre hier passender. Ich nutze aber meist Ober/Unterhitze, kann man das als Standard einstellen? Nein, leider nicht. Aber zum Glück gibt es die Memofunktion für das Lieblingsprogramm… puh, mir wird warm, dabei ist der Ofen noch nicht beim Heizen angelangt. Geduldig wartet er auf die nächste Taste.
  4. Pfeil-runter-Taste ermöglicht den Wechsel zum Temperaturänderungsmodus.
  5. Hurra, die Zieltemperaturanzeige bewegt sich!
  6. Jetzt nur noch der Doppelklick – Verzeihung, die Play-Taste rechts drücken und der Ofen startet mikrocontrollergesteuert die Aufheizphase, die ansprechend animiert im linken Display zu verfolgen ist – nach Drücken der i-Taste wird sogar die aktuelle Temperatur angezeigt. Beim Erreichen der Zieltemperatur wird ordnungsgemäß gepiept. Sensationell!

Liebe Leser, habt Ihr durchgehalten? Schön. Zur Belohnung erspare ich Euch die Beschreibung, wie man den Timer einstellt. Ich krame aus der Küchenschublade den alten Drehwecker raus, der hat auch so seinen Charme und ist mit einem Handgriff einsatzbereit.

Liebe Hausgeräteingenieure! Wir wollen doch nur kochen! Hat Siemens die Programmerer des stillgelegten Handybereichs in die Backofenabteilung versetzt? Oder hat das Marketing die „Miele hat jetzt auch Untermenüs“-Leier so lange gebracht, bis die Techniker entnervt gebaut haben, was Marketing wollte? Beim vorherigen Siemens-Backofen genügte noch Intuition, jetzt braucht man ein gutes Gedächtnis und Geduld.

Auch hier gilt – weniger wäre mehr, ich freue mich auf die Rückkehr der Drehknöpfe, die gleich alles zeigen, was sie zu bieten haben. Von mir aus auch als iPhone-App zur Fernsteuerung des Ofens, die sind wenigstens noch durchdacht designt. Und, liebe Ingenieure, auf die 68 Programme zur Zubereitung verschiedenster Fleischgerichte kann man getrost verzichten. Druckt lieber ein paar food blog-Links in eure Anleitungen, damit tut ihr Euren Kunden einen besseren Gefallen…

Bei allem Gemecker – heizen tut er gut! Und mit der Memo-Taste kann ich nun sogar Ober-/Unterhitze mit nur zwei Doppelklicks einstellen…

Nachmittagsgenuss – Joghurt-Holunderblüten-Rosmarin-Eis

Ach, die Eismaschine! Anlässlich des geplanten wochenendlichen Dinners gibt es wieder einen Investitionsschub im Hause kochessenz. Das schicke Unold-Gerät Cortina soll es sein, mit Kompressor, für 1,5 Liter Eis, aber trotzdem ziemlich kompakt.

Das erste Eis

Der Einkauf bei Saturn gerät typisch – halbinteressierte Verkäuferin in einem Seitengang gestellt, sie preist das Gerät an, das man sich schon längst ausgewählt hat, man schleppt es nach Hause und stellt fest – Ölwanne kaputt. Beim Auspacken bade ich die Hände in Maschinenöl. Also wieder zurück, „Mal sehen, ob ich das tauschen darf, das muss eigentlich repariert werden“. Kurzes Knurren genügt diesmal für den kundenfreundlichen Rückzieher, ich bekomme ein neues, unveröltes Gerät.

Zurück auf dem Nachhauseweg jongliere ich die schwere Kiste auf dem Fahrrad und beschließe, nicht noch Obst zu kaufen, sondern gleich mit einem Experiment zu starten. Ich nehme

500 g Naturjoghurt 3,7%
70 ml Schlagsahne
80 ml Holunderblütensirup mit Rosmarin.

Ich habe beim Sirupmachen ein 400ml-Glas mit einem Rosmarinzweig versehen, der hat sein Aroma nun schön an den Sirup abgegeben. Ich mische alles kühlschrankkalt zusammen und gebe es in den Eisbehälter. Nach dem Druck auf die Starttaste fängt der Rührer brav an zu rotieren, später setzt die Kühlung ein. Das Gerät klingt wie eine kleine Betonmischmaschine, gepaart mit einem Autokühler. Später, wenn das Eis fester wird, kommt noch ein gelegentliches Quietschen hinzu. Aber das macht nichts, es ist ja ein Produktionsgerät und steht nicht auf dem Esstisch 😉

Nach knapp 30 Minuten beignnnt das Eis fest zu werden, nach 45 Minuten ist es für mich fest genug. Den Behälter kann man aus dem Gerät nehmen, für das Entfernen des Quirls braucht man ein wenig Übung. aber letztlich gelingt das Vorhaben. Das Eis kommt abgesehen von einer Portion in den Tiefkühler und reift dort etwas nach. nach einer halben Stunde hat es die richtige „Eiskugelkonsistenz“. Allzulange sollte man so ein Eis nicht in den Tiefkühler tun, da es dann doch zu fest wird. Das Fehlen von Sahne, Eiern und üblichen industriellen Weichmachern erfordern eben ein bisschen mehr Sorgfalt beim Prozess.

Und das Eis? Sehr genial, diese Mischung, da muss ich mich selber loben. Ich mag Joghurteis sehr gerne, und Holunderblüte-Rosmarin könnte eine Lieblingssorte werden. Vor allem der Rosmaringeschmack, der leicht, aber durchaus präsent hinter dem holundrigen Eis liegt, macht es sehr reizvoll.

Die Maschine zum Eis

Schnittfix I

Apropos Lieblings-Küchengeräte. Aus den aerodynamischen 50ern: ein Alubrotmesser mit immer noch superscharfer Wellenschliffklinge und einer einfachen, aber sehr wirkungsvollen Klemmmechanik, die sie Klinge auf Abstand hält und gleichmäßge Brotscheiben verspricht. Wiederentdeckt in der Küchenschublade meiner Eltern. Für mich ist das eine Kindheitserinnerung, das Teil war in Gebrauch, bis wir in den 70ern dann von Krups elektrifiziert wurden…

Schnittfix I

Leider haben meine Eltern es nicht rausgerückt 😉

Welche 11 Küchenwerkzeuge würden Sie auf eine Insel mitnehmen?

Es liegt was in der Luft, und zwar nicht Holunder, wie es eigentlich sein sollte, sondern die Frage, ob Food Blogger sich mit privat initiierten Produktrezensionen der Schleichwerbung verdächtig machen oder nicht.

Ist mir egal, solange es eben nicht über gesponsorte „Tests“ abläuft. Leider sind wie immer die Grenzen fließend. „Natürlich“ lässt man sich nicht kaufen, aber wenn man einen netten Abend mit den Produkten des Herstellers und anderen netten Leuten verbracht hat – wer startet dann schon den Totalverriss?

Also mit Vorsicht angegangen das Thema – mir hat der open sky-Ansatz gut gefallen, aber diese unverkrampfte Art ist nun mal eher amerikanisch und nicht deutsch 😉

Ich finde Listen am besten, daher nehme ich mit auf die Insel

Mein absolutes Lieblingsmesser, absolut unverdächtig, da ich noch nicht mal mehr weiß, von wem es ist. Ich glaube. Zwilliing. Es ist ca. 15 Jahre alt und immer noch mein Universalschneidewerkzeug.

ein flacher Schlagbesen, No Name, aus den KaDeWe-Haushaltswochen. ca. 1994. Zusammen mit einem Schlagkessel, den ich heute immer noch besser finde als die von Rösle, haben die beiden schon hunderte von Hollandaise-Zubereitungen klaglos überstanden.
Mein Lieblingsbuchenholzspatel. Eckig, aber mit leicht abgerundeten Ecken kann er die Newcomer in jeder Pfanne entspannt abhängen. Leider knobiverseucht, also nicht für Süßes zu gebrauchen.
Das ultimative Spaghetti-, Spargel- und Marmeladendeckeldesinfiziertool, No Name, ebenfalls KaDeWe Mitte der 80er. In Memoriam meiner ersten WG, wo wir auch schon ein erstes ähnliches Werkzeug hatten.
Meine knapp 2m Rösleleisten mit allem was das Haus so bietet. S. verbietet mir inzwischen die Rösleabteilung :( Besonders klasse: der Schwamm- und Bürstenhalter rechts (nicht von Rösle, aber kompatibel). Leider dürfte es auf der Insel schwer sein, die Leisten anzubringen!
Der beste Induktionsherd, den ich je gesehen habe – ein 80cm breiter DeDietrich, mit symmetrischem Layout (2 große Platten außen, dazwischen senkrecht zwei kleine Platten) und nicht mit diesem Knebelspielzeug wie Guggenau oder Siemens. Das freut den Linkshänder, der mit den asymmetrischen deutschen Fabrikaten nie zurechtkommt. Und die Bedienung ist einfacher als ein iPhone 😀 Es ist schon der zweite, den ersten haben wir in der aufgegebenen Wohnung in Schöneck gelassen.
Mein großes Schneidbrett
Meine graue Green Pan, auf zahlreichen Rezeptbildern als grauer Hintergrund zu sehen. Her mal ganz: bei Mac’n’Cheese
Das Monofilio-Besteck, Mitte Ende der 80er erstanden in Berlin in der Knesebeckstraße, ist immer noch das Alltagsbesteck Nr. 1. Leider taugt es überhaupt nicht für lange Pasta, daher haben wir noch ein Tschibo-Pastabesteck. Aber das Messer ist eine Wucht!
Die beste Kaffeedose ever! Aus Vollmetall, absolut dicht, irgendwann vor 10 Jahren mal bei Manufactum gekauft und bis heute bedauert, dass ich nicht gleich mehr gekauft habe – jetzt gibt es sie nicht mehr. Prodotti Stella, Italy, sagt die Gravur, aber das hilft auch nicht.
Der einzige schöne Britta-Glasfilter, den es jemals gab. Mit einem Schottbecherglas, das in diesen Ausmaßen extra für Britta hergestellt wurde und deshalb nicht mehr ersetzbar ist, wenn es mal zu Bruch geht. Es ist ca 1417 Jahre alt und in Frankfurt Berlin erworben.

Na das ist ja schön. Als ich vorhin anfing zu fotografieren, wusste ich noch nicht, welche Werkkzeuge es sein werden. Aber so passt’s 😉

Ein neues Schneidbrett

hatte ich meinen letzten Brettkauf noch gar nicht erwähnt? Beim Suchen im Blog hab ich es nicht gefunden. Na, um so mehr wird es notwendig, den heutigen Neuerwerb zu beschreiben.

Ich wollte ein großes Schneidbrett haben, um z.B. endlich einmal ohne Platzangst auch einen ganzen Spitzkohl in Streifen schneiden zu können. Bei meinem heutigen Beutezug, der eigentlich der Beschaffung von RAvioli-Zubehör gewidmet war, entdeckt ich ein schön großes Brett von Epicurean mit den beachtlichen Ausmaßen von 43*35cm.

Epicurean Brett

Das Brett ist braun, etwa 6mm dick und hat ein Griffloch zum Aufhängen oder zum sicheren Anfassen beim Transport. Das Besondere ist das Material – es handelt sich um recycelte Wellpappe. Keine Angst – es ist stabiler als es sich anhört. Die Pappe wird so behandelt, dass sie so ungefähr die gleichen Schneid-Eigenschaften wie hartes Holz hat – mit ein paar Vorteilen:

  • Das Brett ist gleichmäßig geformt. Keine besonders tiefen Kerben wie bei Holzbbrettern beim Schneiden mit der Maserung
  • Das Brett kann man in die Spülmschine geben
  • Das Brett nimmt Gerüche nicht so an wie ein Holzbrett

Die Langzeitstabilität ist ok. Ich habe wie oben erwähnt ein schwarzes Brett schon seit ca. 1 Jahr im Einsatz. Man sieht natürlich die Schnittkerben, aber sie sind deutlich weniger ausgeprägt als beim parallel mitbenutzten Kirschholzbrett.

Von daher kann ich diese Bretter nur empfehlen, auch wenn sie ziemlich teuer sind. Das heute erworbene Brett kostet 46 EUR, es gibt verschiedene Größen und Farben, so dass man bei kleineren Brettern auch billiger wegkommt.

Disclaimer – dies ist keine bezahlte Werbung 😉