Apfelsaft

Newtella – Schokocreme aus Eicheln

Nutella-Ersatz aus Eicheln – jetzt wird es exotisch! Ich war mir erst nicht so sicher, ob ich dieses Experiment wirklich hier publizieren sollte oder lieber in meinem Parallelblog Natürlich! Wildkräuter. Aber nachdem die Ostfriesische Zeitung am Wochenende einen längeren Artikel über mein Wirken gebracht hat und auch auf diesen Versuch Bezug nahm, habe ich mich nun entschlossen, das kulinarische Ergebnis zu betonen und nicht die „natürliche“ Herkunft.

Habe ich es schon erwähnt? Aufgrund diverser Allergien in unserem Haushalt sind wir darauf angewiesen, die kulinarischen Standard-Kindervergnügungen sparsam einzusetzen, und wir sind immer auf der Suche nach gesunden Alternativen. Nutella stand bei uns als Industrieprodukt mit über 50% Zuckergehalt und gut 30% Fett nie wirklich auf dem Tisch, aber auch alternative Bio-Nusscremes scheitern bei uns eben an der Haselnuss. Eines Tages, im Rahmen meiner Wildkräuterweiterbildung, lief mir ein Rezept über eine selbstgemachte Schokocrema auf Eichelbasis über den Weg. Damals fand ich es zumindest interessant genug, um es aufzubewahren. Jetzt ist es so weit – die große Eiche, die unseren Garten im Herbst mit Unmengen von Eicheln bombardiert, gab genug Anlass zum Sammeln (Bombardierte, muss man leider sagen, der Orkan Ende Oktober hat sie nun leider zerlegt. Ich verarbeite also sozusagen den Nachlass).

Newtella

Das Foto zeigt es bereits – optisch kann die Creme mithalten. Das „Streichgefühl“ ist mangels Fett nicht ganz so „gleitend“ wie bei Nutella, aber wie ich finde gut genug. Geschmacklich stehen noch weitere Testreihen an, das Originalrezept ist noch nicht so ganz kinderkompatibel 😉

Wie geht’s also? Man nehme: reife Eicheln, am besten welche, die sich später gut pellen lassen (hängt von der Sorte ab, man merkt es leider erst später). Diese Eicheln kommen in eine große Schüssel Wasser auf’s Fensterbrett und werden mit frischem kalten regelmäßig (d.h. alle 2-3 Tage) durchgespült, bis sie ordentlich keimen. Das ist bei mir nach ca. 3 Wochen der Fall. Dann pellen, die braune Haut muss mit ab. Ein scharfes, stabiles kleines Messer hilft hier sehr, denn die Eichelschalen sind zwar teilweise aufgeplatzt, aber trotzdem recht zäh. Ich brauche über 2 Stunden für die notwendigen 500 g geschälte Eicheln. Nun kommen die Eicheln in den Ofen – 15 Minuten bei 200°. Ob es reicht? Im Original gibt es dazu keine Angaben. Ich habe auch Eichelkaffee gemacht, da waren die Eicheln deutlich länger im Ofen, allerdings werden sie dann eben auch bitterer. Das will ich für die Creme nicht.

Eicheln

Anschließend kommen die Eicheln in den Topf, zusammen mit 1 Liter Apfelsaft (ich nehme naturtrüben) und koche sie, bis der Saft fast vollständig reduziert ist. Dann die Eicheln pürieren, mit dem Kartoffelstampfer ein mühseliges Geschäft. Dei Eicheln sind schon zerkocht, aber trotzdem deutlich stabiler als z.B. Kartoffeln. Jetzt kommt noch einmal 500 ml Saft dazu, ich mische alles mit dem Zauberstab. Das geht nicht sehr gut, so passiere ich nochmal durch die feine Scheibe der flotten Lotte. Jetzt wieder erhitzen und 250 g Gelierzucker 2:1 einrühren und ordentlich kochen, bis die Creme fest ist. Abschließend gebe ich 4 gute EL Kakaopulver, in wenig Wasser klumpenfrei gerührt, zu der Creme dazu. Es hätte mehr sein können, aber leider war der Vorrat verbraucht. Nun kommt die Creme in sterilisierte Gläser und ruht erst einmal einen Tag. Frisch und warm schmeckt sie nämlich nicht besonders gut. Bei zwei Gläsern gebe ich zusätzlich noch Zimt hinzu.

Das Ergebnis der vielen Mühen? Wie oben schon beschrieben, ist es eine recht ordentlich Creme geworden. Schokoladig ist sie schon, und durch die Eicheln auch hinreichend gehaltvoll. Mich stört noch ein wenig der eher intensive Apfel(saft)geschmack. Ist zwar in Verbindugn mit Kakao auch mal ganz apart, aber für den Dauereinsatz würde ich den gerne noch wegbekommen. Und für die Kinder wäre es dann auch eher akzeptabel (bisher hielt sich die Begeisterung in Grenzen…). Malzbier ginge vielleicht auch als Kochflüssigkeit, oder einfach Wasser? Ein paar Eicheln habe ich noch, auf geht’s zu neuen Experimenten!

Rosenkohl-Passionsfrucht-Salat

So langsam kann man meine Baustelle wieder als Wohnung identifizieren und vor allem auch den Raum ausfindig machen, der einmal die Küche werden soll. Auch wenn der geplante Endausbau noch lange nicht erreicht ist, bin ich zumindest wieder weitgehend arbeitsfähig – wer mal von Induktion auf Gasherd „downgegradet“ hat, weiß, wovon ich rede…

Deswegen bleibt heute die Küche kalt und ich gönne mir ein Experiment mit Rosenkohl. Ein aus meiner Sicht durchaus gelungenes, so dass ich Euch am Ergebnis teilhaben lassen möchte.

Rosenkohl-Passionsfrucht-Salat

Ich nehme für eine kleine Portion 15 Rosenkohlköpfe, die ich erst putze und dann entblättere. Die Blätter blanchiere ich 2-3 Minuten in Salzwasser, schrecke sie ab und tupfe sie trocken. Dann mariniere ich sie in einer Vinaigrette aus 1 EL Zitronensaft, 1 EL Apfelessig, 1 EL Apfelsaft, 2 EL Walnusskernöl, Salz, Pfeffer, Muskat. Was Fruchtiges soll in den Salat. Erst weiche ich ein paar getrocknete Sanddornbeeren in etwas Apfelsaft ein – nicht schlecht. Aber dann entdecke ich noch die Passionsfrucht im Kühlschrank. Viel besser! Der Apfelsaft scheidet aus. Ich gebe den Inhalt der Passionsfrucht zum Salat, samt Kernen. Abschließend hebe ich noch 4 grob gehackte Walnusskerne und 2 EL klein gewürfelten Feta darunter. Fertig ist der Salat. Eine schöne Kombination, kann auch gut als Vorspeise durchgehen. Blue Cheese oder Mozzarella betonen die Würze des Salats mehr bzw. weniger als in meiner Variante.

Dazu passt Dinkeltoast mit Rumschlehenbutter. Eine nette Verwertung der ausgezogenen Schlehen aus dem Schlehenlikör: 4-5 Schlehen aus dem Glas fischen (gar nicht so einfach…) und entkernen, dann klein hacken. mit 2 EL Butter und einem Schuss Schlehenlikör vermischen, eine Prise Fleur de Sel dazugeben und das Ganze auf den Toast streichen.

Ein Beitrag für:
Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Apfel-Rote-Bete-Saft

Neulich in Vorpommern konnte ich den Apfel-Rote-Bete-Saft der Mosterei Remy probieren. Für rote Bete bin ich ja immer zu haben, und diese Kombination hat mich sehr überzeugt.

Apfel_Rote-Bete-Saft

Mangels Saftpresse mache ich es mir zuhause einfach und mische

1 Teil Rote-Bete-Saft (Achtung, nicht den milchsauren, sondern frischen)
2-3 Teile Apfelsaft naturtrüb

beides gekühlt und natürlich aus dem Bioladen.
Mixen – Fertig!