Kulinarisches auf Reisen

Was einem so begegnet im Urlaub, auf Dienstreise…

Oh you fröhliche

Eine der weit verbreiteten urban legends ist die Geschichte, dass unverkaufte Schoko-Saisonware mit neuem Alukleid auch für das nächste Fest noch vertrieben wird – zumindest hielt ich es bis heute für eine Legende. Bis zu dem Moment, als auf dem elterlichen Weihnachtsensemble auf dem Couchtisch ein Diorama mit Weihnachtsmann und Schlitten, aus den Augenwinkeln betrachtet, Störsignale zu senden begann. Irgendwas stimmte nicht, nur was? Irgendwann überschritt das Störsignal die Wahrnehmungsschwelle. Der putzige Weihnachtsschlitten vor winterlichem Stimmungsbild wird von drei Osterhasen gezogen! Liebe Leute von Lindt, Ihr werdet doch nicht… Doch! Ganz unverkennbar – der “Gold Reindeer Sleigh” wird von neu eingekleideten Osterhasen begleitet! Renhasen

Auf dem nächsten Foto kann man es sehen: die Hasen haben Geweihe!
Also doch Rentiere, oder Renhasen ?!

Renhasen

Bei näherer Betrachtung erklärt sich das Rätsel zumindest zum Teil: ganz offensichtlich ist diese Packung für die USA bestimmt, man erkennt es an der beipackzettelähnlichen Zutatenliste auf der Rückseite und am Distributor Lindt USA. Aber warum tun die das? Dass unsere amerikanischen Freunde es nicht immer so genau nehmen mit der Evolutionslehre und man daher Hasen und Rentiere auch mal verwechseln kann, ist nachvollziehbar. Dass die bei uns Ostern nicht verkauften Hasen nun in neuem Gewand eine Fernreise unternommen haben, hoffentlich nicht.
Auf jeden Fall ein amüsanter Einblick in die Irrungen und Wirrungen des internationalen Süsswarenmarketings ;)

In diesem Sinne: Weiterhin frohe Weihnachten!

Wilde Hausmannskost

Urlaubszeit ist die Zeit der kulinarischen Entbehrungen – wer einmal an der klassischen Ausflugsgastronomie entlang geradelt ist -wie ich gerade am Dortmund-Ems-Kanal-, weiß, wovon ich spreche. Da trifft es sich gut, dass wir mittendrin Station bei einer Freundin machen können. Aus der geplanten Kurzvisite wird eine spontane Mittagesseneinladung. Und da die Freundin einen herrlichen Garten mit vielen Wildkräutern hat, gibt es ein schnelles Essen fast komplett aus dem eigenen Garten – nur Butter, Salz und Olivenöl kommen von woanders.

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Wir pflücken schnell ein paar Kräuter

Brennnesselspitzen
Giersch (junge Blätter)
Beinwell (kleine Blätter)

Im Verhältnis 4:3:1, eine große Schüssel voll. Die werden gewaschen und tropfnass in einem Topf gar gedünstet. Eine zuvor angeschwitzte kleingeschnittene Zwiebel sorgt für ein bisschen Pep.

Währenddessen kochen Salzkartoffeln gar. Parallel bräunt Butter, in die wir eine gute Handvoll abgerebelte weibliche Blütenstände der Brennnessel gegeben haben. Nach 10 Minuten sind die Blüten knusprig und passen perfekt zu Butter und Kartoffeln.

Aus den restlichen gesammelten Kräutern (siehe Zutatenliste) machen wir Feinschnitt und geben sie zum Rührei.

Alles mäßig salzen, die Wildkräuter bringen ihr Aroma schon mit. Zur Abrundung noch etwas Olivenöl über den Spinat.

Ein Festessen, dass wir im Garten unter einer Linde zu uns nehmen.

Danke nochmals an Gisela und Leo!

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Kochcluburlaub in Brensbach

Exhausted but energized – ein anregendes Kochwochenende mit dem XING-Kochclub liegt hinter mir.

Brennnessel für die Pasta

Gemeinsam mit 16 anderen Unerschrockenen und zwei Kindern verbrachte ich die Zeit von Donnerstag abend bis Sonntag Mittag auf dem idyllisch gelegenen Weberhof, der normalerweise als Bauernhof-Urlaubs-Kinderparadies von sich reden macht. Genaugenommen liegt der Hof nicht in Brensbach, sondern in Brensbach-Affhöllerbach, was klar machen sollte, dass er weit ab vom Alltagstrubel ist… Dank vieler Ferienwohnungen und einem großen Aufenthaltsraum mit Küche bot sich die Lokalität auch für das seit langem geplante Gruppenevent an. Die Kinder haben wir die ganze Zeit über praktisch nicht mehr zu Gesicht bekommen, dank “der Katrin” -das ist die Hofherrin- wurden sie mit genug Abenteuern versorgt, dass wir uns unseren eigenen widmen konnten.

Los ging es nach Ankunft der einzelnen Teilnehmer mit Begrüßung und Hofbesichtigung (unter besonderer Würdigung der zahlreichen Tiere – Hasen, Schweine, Ponies, Hühner, Enten, Gänse, Ziegen, 1 Schaf, 1 Hund…) am Donnerstag abend mit einem gemeinsamen Essen beim örtlichen Italiener. Kein Sensationsmenü, aber uns hat’s im Wesentlichen geschmeckt. Es ging ja auch mehr um’s “Aufwärmen”, das gute Essen wollten wir ja selber kochen. Das Wetter war noch schön, so konnten wir lange draußen sitzen.

Freitag Morgen dann der Start des offiziellen Programms. Ein Besuch in der Hofkäserei am Schlossberg in Beerfelden-Gammelsbach, ein engagierter Ein-Frau-Betrieb, der sich gegen viele Widerstände in mehr als 10 Jahren zum erfolgreichen “Garagenbetrieb” gemausert hat. Nicht alle von uns waren dabei, so passten wir gerade in die Räumlichkeiten, versehen mit Schutzkleidung, wie es sich gehört. Und so konnten wir unseren Käse selber ansetzen, begleitet von den fachkundigen Erklärungen von Heidi Trumpfheller. Neu war für mich, dass das “Nebenprodukt Molke” um die 80-90% der eingesetzten Milch ausmacht und zum echten Sorgenkind wird. Die Molke darf nicht in die Kanalisation entsorgt werden, so bleibt nur Sondermüll oder verdampfen, eintrocknen und in Tütensuppen u.ä. geben. Wenn man sich mal die täglich produzierten Käsemengen vergegenwärtigt, kann man sich vorstellen, wie groß die dazu passenden Molkepulverberge werden!

Werdender Käse

Fleißig in der Käserei

Den hergestellten Käse konnten wir nicht mitnehmen, da er noch einige Tage reifen muss. Wir bekommen ihn nachgeschickt. Aber zum Trost konnten wir aus der Käsereiproduktion probieren – Raubritter (eine Fetaart aus Kuhmilch mit Kräutern) und Kochkäse (wohl der Ursprung des Schmelzkäses? Es handelt sich um mit Natron behandelten Frischkäse, der gummiartig wird und gut bindet – wie Schmelzkäse. Ich war sehr angetan). Auf dem Rückweg noch schnell ein paar Forellen für den Grill besorgt und dann zurück zum Hof.

Abends dann Grillen mit selbst gebackenem Brot, Salaten, gebackenem Gemüse und verschiedenen Salsas – wir waren schon recht produktiv an diesem ersten Tag!

Gemüse auf Salsa

Steaks

Kartoffelbrot "ohne"

Samstag war dann unser fleißigster Tag. Morgens nach dem Frühstück führten die angehenden Kräuterpädagogen Andrea und ich die Gruppe 2 Stunden durch die nähere Umgebung, um Essbares für die Pastavariationen zu finden, die wir uns vorgenommen haben. Nach dem warmen Mai und einigem Regen in den letzten Tagen wurden wir fündig. Giersch, Knoblauchsrauke, Gundermann, Brennnesseln, Sauerampfer, Schafgarbe, Wiesenbärenklau und vieles mehr kreuzte unseren Weg und wurde in kleinen Dosierungen mitgenommen. Die Führung war unsere Premiere, kam gut an und macht Mut zu mehr :)

Ab Nachmittags dann die große Pastaschlacht – wir produzierten Pici (handgedrehte Spaghetti), Spargelravioli, Brennessel-Tagliatelle und Kräuter-Lachs-Lasagne, dazu Ragout, Pesti, Saucen, nochmal Brot, weil es uns so gut geschmeckt hat. Zwischendurch machten wir noch Vanilleeis und Rhaberber-Baiser-Blätterteigpasteten – alles gehaltvoll, aber lecker. Am Ende stellte sich eine gewissen Müdigkeit ein – vielleicht war es ein bisschen viel auf einmal? Aber wir haben tapfer durchgehalten und wurden mit tollen Nudelgerichten aus Gemeinschaftsproduktion belohnt! Mein Fotografieren kam etwas zu kurz – die Finger steckten meist in irgendeinem Teig und zu guter Letzt gab auch noch die SD-Karte auf. Ich habe zum Glück mit photorec die meisten der Fotos restaurieren können – besser als mit allen anderen probierten Tools.

Rhabarber und Eierresteverwertung

Pici in spe

Pici

Lange Lasagne

Zum Schluss noch Sauerampfereis, dann konnte der Abend mit Wein und Bier ausklingen…

Am nächsten Morgen noch einmal ein ordentliches Frühstück, dass wir für jeden Tag beim Weberhof geordert haben – und dann setzte sich die Karawane langsam wieder in Bewegung.

Es ist erstaunlich, wie in so kurzer Zeit aus so vielen verschiedenen Leuten ein gemeinsames Team wurde – wir haben uns gut verstanden, viel miteinander gelacht und “am Genuss gearbeitet”. Der allgemeine Tenor war – das machen wir nächstes Jahr wieder!

Brot und Wein

Ach ja, die weiteren Rezepte? – die folgen später ;)

Apfel-Rote-Bete-Saft

Neulich in Vorpommern konnte ich den Apfel-Rote-Bete-Saft der Mosterei Remy probieren. Für rote Bete bin ich ja immer zu haben, und diese Kombination hat mich sehr überzeugt.

Apfel_Rote-Bete-Saft

Mangels Saftpresse mache ich es mir zuhause einfach und mische

1 Teil Rote-Bete-Saft (Achtung, nicht den milchsauren, sondern frischen)
2-3 Teile Apfelsaft naturtrüb

beides gekühlt und natürlich aus dem Bioladen.
Mixen – Fertig!

Mecklenburger Ziegenkäse

Anlässlich eines Aufenthalts in Mecklenburg-Vorpommern hatte ich endlich auch wieder einmal die Gelegenheit, am Schaalsee bei Kunst & Käse einkaufen zu können. Der kleine Hofladen im schönen Gutshof von Rögnitz bietet selbstgemachten Ziegenkäse vom Feinsten. Ich hab diesmal die festen Käse “Lilie” und “Meck Prom” mitgenommen, der erste fest-würzig, der zweite krümelig-scharf, beide sehr aromatisch… Abgerundet wird die Sammlung durch in Rapsöl mit Kräutern eingelegte Ziegentaler und ein Frischkäsesortiment. Das ganze lässt sich wunderbar zu einer Käseplatte arrangieren…

Ziegenkäse

Römische Leckereien

Mitbringsel von unserer Studienreise nach Rom – dank der vielen Tipps haben wir viele schöne Ecken entdeckt und Shoppen waren wir natürlich auch. Wie es in der Natur der Dinge liegt, sind hier ziemlich viele kulinarische Besonderheiten zusammengekommen…

Kulinarische Andenken

Verschiedene Pasti, eingelegte Sardellen, Kapernpaste, kleine Fenchelsaatkekse, Olivenöl mit verschiedenen Aromen, Weißwein aus Frascati, einige Kochbücher,…

Sieht aus als gäb es demächst öfter was Italienisches :)

Regen in Rom

Da ist man schonmal in Rom und dann das:

Schon beim Anflug auf Rom fallen die verstreuten, aber hohen Cumulonimbus-Wolken auf – es sieht aus wie bei uns, wenn ein Gewitter bevorsteht. Der Schein trügt nicht, gegen 4 geht es los mit dem Platzregen und dem schwarzen Himmel. Ich flüchte unter eine Bushaltestelle an der Piazza del Risorigmento und schaue dem feuchten Treiben in diesem interessaten Viertel zwischen Vatikan und Tiber zu – die Römer nehmen’s gelassen, die Touristen weniger. Man sieht zahlreiche nasse Gestalten in bunten mülltütenartigen Behängen – sehr pittoresk.

Warum steht das hier? Es muss im kochblog doch ums Kochen gehen oder? Die Auflösung: Ich bin auf dem Weg zum Shoppen. Jutta Lorbeerkrone hat mir den Tipp gegeben, beim “Kolonialladen” Castroni vorbeizuschauen, eine knapp 80 Jahre alte Institution in der Via Cola die Rienzo 196. Der Laden ist für Stöberfans ein Paradies. Hohe Regale beherrbergen alles, was man sich an italienischen Spezialitäten vorstellen kann. Interessanterweise beschränkt sich das Warenangebot nicht auf Italien, man bekommt auch Thai-Curry, deutsches Roggenbrot aus der Tüte und englische Marmeladenspezialitäten… Aber ich bleibe beim Italienischen und erstehe ein paar ausgefallene Pastasorten: weiße Croxetti, die münzenartig geprägt sind, grüne Foglie (Spinatnudeln in der Form von Olivenblättern) und bunte Cocciolette (kleine bunte Muscheln). Außerdem kann ich nicht widerstehen und nehme noch ein paar salzige Kekse mit Fenchelsamen mit. Zum Glück war der Koffer auf der Hinfahrt schon ohne Reserverplatz voll!

Pasta, diesmal aus der Tüte

Anschließend gibt es noch eine kleine Pizza Napolitana auf die Hand vom Feinkosthändler Franchi nebenan, ebenfalls ein Tipp von Jutta. Eine ganz einfache Speise, aber hier schmeckt sie so wie sie sein muss! Die anderen Theken dort mit frischen Spezialitäten lasse ich aus, ich kann sie nicht nach Hause transportieren!

Was für ein Kontrast zur Hotelküche des Holiday Inn Eur Parco dei Medici, die schlechter nicht sein kann – zähes Steak, lustlose Bedienung, unverschämte Preise.

Das soll’s erstmal sein für den Moment. Ab morgen hat mich meine Konferenz fest im Griff und ich komme erst Freitag wieder zu neuen Erkenntnissen.

Kulinarische Besonderheiten in Rom gesucht

Ich bin demnächst für 10 Tage in Rom – kennt irgendwer einen kulinarischen Geheimtipp? Das Hinterhofrestaurant, den Spezialitätenshop, das besondere Café, den individuellen Küchenshop?

Hinweise sind sehr willkommen – für die ersten 3 Tippgeber (nein, der MacDonalds an der spanischen Treppe gilt nicht!) gibt’s ein Glas Brennnessel-Gundermann-Walnuss-Pesto aus eigener Produktion ;)

Was ich heute gegessen habe

Start: Alpenhotel München
1 Semmel
1 Portionspackung Philadelphia
1 Portionspackung Becel
1 Portionsschüssel Himbermarmelade
4 kleine Scheiben Emmentaler, selbst geschnitten
1 Rührei mit Schnittlauch, vermutlich 2 Eier
1 Glas Orangensaft
2 Tassen Kaffee mit Milch
1 Becher Kaffee weiß aus dem Automaten
1 Consommee mit Rinderstreifen
1 St-Petersfischfilet mit Kartoffeln und Spinat
1 Espresso
1 Portion geschnittene Ananas
2 Mineralwasser 0,5l
1 Butterbrezel
1 Krustl (Baguettebrötchen) mit Kochschinken und Scheibe Ei
1 normale Brezel
1 Weißbier
1 Pils 0,3l
1 FischMac
6 Chicken McNuggets mit Currysauce
Ende: Hauptbahnhof Dortmund