Literatur

Wer schreibt über Essen?

Schwedenwochen

Kein Umzug, keine Renovierung ohne einen Besuch im blau-gelben Möbelhaus! Wie schon berichtet, hat auch unsere Küche viel damit zu tun.

Aber nicht deswegen feiern wir die Schwedenwochen, sondern weil unser Buchprojekt endlich seinen würdigen Abschluss gefunden hat! Seit ein paar Tagen halten wir die ersten Exemplare in der Hand. Und da ich nicht der Autor, sondern nur technischer Projektleiter bin, ist es auch kein Kochbuch geworden, sondern -na? richtig!- ein Reisebuch, das Schweden zum Thema hat. Andrea erzählt von ihren Abenteuern als familienradwandernde Mutter in einem der nassesten Sommer der letzten zig Jahre – naja, abgesehen von diesem…

Das muss gefeiert werden. Aber wie? Abgesehen von der kulinarischen Tubenwelt, für die die Schweden ein großes Faible haben, gibt es wenige klar herausragende schwedische Gerichte. Neben den klassischen Fischvariationen finden sich zwei immer wieder, die es in dieser Woche in verschiedenen Varianten gab: Fleisch “à la Lindström” und natürlich die schon oft verbloggten Hasselback-Kartoffeln. Letzteres findet man wie alles Klassiker historisch gut erklärt in der kulinarischen Zeitreise von Petra Foede, so dass ich mir hier das Rezept spare. Ich habe nach der Probekartoffel (Foto) lediglich die Backzeit auf 70 Minuten verlängert und die Temperatur auf 180° verringert. Kommt wohl auch auf die Kartoffelsorte an… Varianten gab es mit Brennnesselfrüchten statt Petersilie und mit Parmesan. Die Kinder liebten sie, sogar die Pelle ging unbeanstandet durch!

Hasselback

das “Biff” wie die gemeine Bulette auf schwedisch charmant heißt (wer erinnert sich noch an den Brocken in “Zurück in die Zukunft? Passt!), wird besonders durch beigemischte rote Bete und Kapern (zumindest in meiner Portion). Das Fleisch färbt sich schön rosa, kein Farbfehler auf dem Foto! auch gebraten bleiben die Klopse innen noch so. Ich bereite sie bis auf die ungewöhnlichen Zugaben so zu wie normale Fleischbällchen.

rosa Biff

500 g Rinderhack
3 Eigelb
Pfeffer
Salz
1 kleine Zwiebel
150 g rote Bete, klein gewürfelt
25 g Kapern (für die Hälfte des Fleischteigs beigemengt), klein geschnitten

dan wie immer alles vermengen und mittelgroße Bällchen rollen. Diese flachdrücken und von beiden Seiten braun braten. Wir essen sie mit Spiegelei und den Hasselbacks.

Die fertige Boulette

Nettes Alltagsessen mit dem Charme, die sonst so ungeliebte rote Bete in Kindermünder zu bekommen. Ansonsten stellt sich wieder einmal die Erkenntnis ein, dass Schweden touristisch mehr zu bieten hat als kulinarisch. Zum Feiern werden wir dann doch lieber noch mal was anderes versuchen ;)

Aussortiert

Ein Umzug steht an. Wie schön, vorher noch die Regale auszulichten!

Daher fliegt heute der Anteil der Kochbücher raus, die für mich nicht mehr relevant sind. Nicht unbedingt schlecht, aber einfach rausgewachsen, fehlgekauft oder durch andere Lieblingsbücher überrundet….

Kochbücher

Ich gebe sie nun ab, nur im Gesamtpaket. Vielleicht findet sich hier jemand, der Interesse daran hat? Dazu starte ich jetzt mal eine kleine Auktion. Wer sie haben möchte, antwortet hier im Blog mit einem Betrag, den er/sie für eine gemeinnützige Organisation spenden möchte. Der Meistbietende gewinnt und erhält ein Buchpaket (oder auch zwei) nach Zusendung einer Kopie der Spendenquittung und des Portos (ca 12 EUR).

Die Bücher sind in ordentlichem Zustand. Sicher gibts ein paar wenige Kochspuren, aber bei den heftigeren Aktivitäten hab ich immer Kopien gemacht ;)

Na, wie wärs? Die Aktion endet am 25.2. 24:00 Uhr

Amuse Gueule: Die Explosion ultimativen Genusses
Backen. Die große Schule
Das große Buch vom Fisch
Desserts für jeden Tag, für Feste und Gäste. Fruchtiges, Zartes, Cremiges, Üppiges, Warmes und Eisiges
Die echte deutsche Küche: Kochen & Verwöhnen
Die echte italienische Küche
Die Japan Küche. Traditionell und neu komponiert
Dr.Oetker Schul-Kochbuch elektrisch. Bearbeitet von der Versuchsküche der Firma Dr.August Oetker Nährmittelfabrik Bielef
Dumonts kleines Gewürzlexikon: Herkunft, Geschmack, Verwendung, Rezepte
Dumonts kleines Kräuterlexikon: Anbau, Küche, Kosmetik, Gesundheit
Favourite SCOTTISH Recipes: Traditional Caledonian Fare
Fisch und Meeresfrüchte. Vielfalt ohne Grenzen.
Italienische Küche
Kaiserliche Mehlspeisen. Die besten Backrezepte aus dem privaten Kochbuch der österreichischen Kaiserfamilie
Kochen ist wie Sex
Kochen mit Kräutern und Gewürzen. essen und trinken
Lehrbuch der Küche
Natürlich Suppe. Aufregend köstlich
Pasta!
Rezeptbuch der Küche. 789 Rezepte aus der Praxis
Schweden deckt den Weihnachtstisch
Tapas
Geständnisse eines Küchenchefs
Klevers Kompass – Kalorien & Fette
Das GU Wein-ABC
Kochen ist Krieg!
Ernährung nach dem Stoffwechseltyp
Das goldene Kochbuch (kriegt man in Münster, wenn man heiratet – ehrlich!)
Schneidetechniken der Küchenprofis
Jacques Küchenkochbuch – die mediterrane Sommerküche
Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Hannover, Braunschweig und Umgebung
Die große Weinenzyklopädie

Details zu den Büchern findet Ihr hier in der Kategorie “Aussortiert”: http://www.librarything.de/catalog/kochessenz
Es gäbe noch mehr, aber die kommen dann beim Wiedereinräumaussortieren dran ;)

Review: Effilee

Erst jetzt in der essfreien Zeit komme ich mal dazu, den Schreibtisch abzuräumen und einiges Versäumtes nachzuholen. Dazu gehört ein kurzer Bericht über Effilee, ein Magazin, das seit August 2009 Oktober 2008 erhältlich ist. Ich habe Anfang Januar vom Verlag ein Promotion Päckchen bekommen, in dem die letzten zwei Ausgaben enthalten waren. “Essen und Leben” steht in der Kopfzeile, also keine reine Kochzeitschrift, sondern ein Magazin, das sich mit allerlei Themen rund um Ernährung, Kulinarik, Lebensmittelproduktion und -vertrieb auseinandersetzt.

effilee Cover

Das Heft hat ca. 140 Seiten. In wechselnder Folge gibt es Info-Bits (über neue Kochthemen, neue Produkte, “die Kantine des Monats” usw.), Rezepte (diesmal 5 schnelle Gerichte, eine längere Strecke über Eintöpfe, Schokoladerezepte, Winterpicknick), Portraits und Firmenstories (Künstler, Carlsberg Weihnachtsbier, Restaurantkritiker, Wurstproduzent, etc.), Warenkunde (Wein, Käse, Abalone), eine Modestrecke (Model in Restaurant), Gericht eines Sternekochs mit Nachkochanleitung, Bücherrezensionen und anderes mehr.

Mir hat die Mischung gut gefallen. Vor allem, dass es in dem Magazin ein paar neue Ideen in Inhalt und Präsentation gibt, die sich angenehm vom G+J-Einerlei abheben. Die längerern Portraits und Berichte erinnern (wie eigentlich viel in diesem Heft) an die Aufmachung von brand eins, die ich ebenfalls sehr schätze.

Etwas bemüht finde ich die Modestrecke, aus der auch bisher die Titelbilder entstammen (aber da bin ich als Modemuffel vielleicht nicht repäsentativ ;) ), und der Report über verschiedene Grünkohlrezepte war auch ein bisschen mager. Insgesamt aber wenig Ausfälle in so einem umfangreichen Heft.

Das Magazin erscheint im Eigenverlag und ist interessanterweise ein Spinoff einer Internetplattform. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an Kochpiraten.de ? Das war der Ursprung des Hefts, jetzt heißt auch die website www.effilee.de .

Fazit – interessantes Magazin für Leute, die gerne im wahrsten Sinn ein bisschen über den Tellerrand sehen wollen und die genug Aufmerksamkeitsspanne für das Lesen mehrseitiger Artikel haben.