Zutaten

Beschreibung von Zutaten, die ich verwende oder die ich herstelle.

DAS Olivensalz

Ich bin kein großer Freund von vorgefertigten Lebensmitteln, am liebsten koche ich mit frischen, unverfälschten Zutaten und bereite Gewürzmischungen, Saucen etc. selber frisch zu. Eine deutliche Ausnahme ist dieses Olivensalz, das ich bei meinem Besuch bei Frank Buchholz kennen gelernt habe.

Flor de Sal d'Estrenc

Schon wenn man die Dose öffnet, strömt ein intensiver Geruch nach schwarzen Oliven heraus. Das Salz selber ist dunkel violett von den vielen kleinsten Olivenstückchen, die mit den Kristallen eine innige Verbindung eingegangen sind. Ganz anders als man so oft bei Mischungen sieht, werden die Olivenstückchen nicht einzeln sichtbar, sondern überzeugen nur durch ihren intensiven Geschmack und die Farbgebung.

Das Salz hat sich bei uns inzwischen als “Lebensretter” für alles etabliert, was zu blass oder zu langweilig ist, um es so zu essen. Eine Prise an die Suppe, auf’s Käsebrot oder in den Salat lässt die Gerichte regelrecht aufblühen. Ich bin begeistert! Man kann es direkt beim Hersteller online bestellen. Nicht ganz billig, aber auf jeden Fall seinen Preis wert.

Mit Essen spielt man nicht

Wieso darf man mit Essen eigentlich nicht spielen? Die Ermahnungen aus der Kindheit klingen noch heute im Ohr.

Vermutlich war unser Kinderessen einfach nicht gut genug. Zerkocht, geschmacklos, farblos, mit Fondor gedopt, oder gleich aus dem Glas kurz aufgewärmt auf den Teller. Wir wollten es nicht essen, durften aber nicht gehen. So haben wir mit den Gummimöhren Schiffsexpeditionen ins grüne Erbsenmeer unternommen oder gekochte(!) Fleischbällchen im Kohlrabisumpf versenkt. Unsere Eltern konnten nichts dafür, sie begannen ja gerade erst die Verlockungen der entstehenden Food-Industrie kennenzulernen. Frisch, regional und saisonal, wie wir es heute er-leben, war damals eher Ausdruck von Ärmlichkeit.

Also: “Spiele nicht, sondern iss!” als verzweifelter Versuch, dem Kind doch noch ein wenig Nahrung angedeihen zu lassen.

Dabei wird doch überall gespielt, was das Zeug hält. Man schaue sich nur die Möhrenrosetten beim Chinesen an oder die Tellerlandschaften der Sterneköche, nur um einmal zwei Extreme zu nennen. Jede Dekoration ist Spiel, und jedes Spiel mit Essen schafft eine Beziehung zu dem, was wir da anbauen oder beschaffen, verarbeiten und schließlich zu uns nehmen, auf dass es ein Teil von uns werde.

So, dieses theoretische Fundament musste sein, damit ich mir dieses Foto erlauben konnte.
Gestatten: die Leek Lizards!

Leek Lizards

Der Winterlauch aus dem eigenen Garten ist zahlreich gewachsen, aber etwas spärlich. Die Reihen habe ich also heute gelichtet und diese Wurzeln waren einfach zu verlockend ;) Daher wurde es heute etwas später mit dem Essen, weil die Stars erst noch abgelichtet werden wollten. Was es gab? Das folgt dann morgen im nächsten Post…

P.S.: Während des Shootings sind alle Pflanzen durch einen Trainer betreut gewesen und niemand ist vorsätzlich zu Schaden gekommen. Alles Bespielte wanderte hinterher in den Kochtopf :)

Deutschland sucht die Superbrühe…

Lieber Leser,

verbringst Du auch Stunden vor dem Fernseher, am liebsten bei Kochrennen oder Castingshows? Fieberst Du mit den Kandidaten bei Jauch & Co, ob sie alles richtig machen, in der stillen Überzeugung, Du könntest das viel besser machen?

Jus

Hast Du andererseits geheime Kenntnisse, die es Dir ermöglichen eine “Gemüsebrühe zum Niederknieen” zuzubereiten, wie Henssler es formulieren würde? Nicht so eine labbrige fade Suppengemüsebrühe, die immer so ein bisschen seifig schmeckt! Nein, es muss schon eine Aufguss vom Kaliber einer kräftigen Geflügelbrühe sein, beim Essen soll das Glücksgefühl so hochkochen wie bei manchen beim ersten Stück Schokolade des Tages – oder der ersten Tasse Kaffee ( mit Betonung auf “ee” ;) )!

Dann bewirb Dich bei diesem Wettbewerb unter Angabe Deines Geheimrezepts! Die Jury ist hochkompetent besetzt: Mir soll die Brühe schmecken! Daher werde ich sehr subjektiv die Rezepte betrachten und probieren, auf dass die Beste hervortreten möge.

Der Lohn? Mein ewiger Dank und die lobende Erwähnung Deiner Könnerschaft in diesem Blog :)

Los geht’s!

Zitronengurke

Dieses Jahr konnten wir wie schon berichtet die Freuden der ersten eigenen Gartensaison genießen. Neben viel Schufterei natürlich vor allem in Form von Früchten und Gemüse. Eine späte Kürbisernte brachte auch diese faustgroßen, gelb-orange-farbigen Kugeln mit eher harter Schale ins Haus. Sie lagen dann noch einige Zeit im Kühlschrank, um dann zu Suppe verarbeitet zu werden.

Zitronengurke

Beim ersten Anschnitt kam jedoch Erstaunliches zutage. Kein festes Kürbisfleisch wie erwartet, sondern eine weißliche, runde Gurke. Sehr saftig, im Geschmack noch frischer als eine klassische Salatgurke. Beachtlich! Diese Varietät habe ich zuvor noch nicht gekannt. Leider hatten wir uns so auf “Kürbis” geeinigt, dass die Früchte zu lange gelagert hatten. Nur noch einige wenige konnten überhaupt noch genutzt werden. Im nächsten Jahr werden wir sie eher ernten und dann wohl auch mit Schale genießen können…

Pocket Gelly

Zum Nachtisch gibt es bei uns neuerdngs immer zwei Würfelchen Pocket Gelly. Was das ist? S. hat beim örtlichen Feinkosthändler Mesters diese neue Köstlichkeit aufgetan. Hochwertiges Fruchtgelee in verschiedenen Geschmacksrichtungen, das quadratische 100g-Stück in 25 Würfel vorgeschnitten.

Pocket Jelly

Ich bin ja sonst nicht so durchgängig für Süßes zu haben, aber das hier ist anders. Kein Vergleich mit den üblichen Geleefrüchten, sondern Aroma pur. Man muss sich noch nicht mal beherrschen, gleich die ganze Packung aufzuessen, so intensiv ist das Aroma dieser kleinen Geleestückchen. zwei reichen durchaus. Die Internetrecherche fördert Trausners Genusswerkstatt als Hersteller zutage, neben den quadratisch-guten Gelees machen sie noch süße & pikante Konfitüren. und das auch noch in bio & fair.

Wir haben bisher die Sorten Minze (gut!), Ingwer (sehr gut!) und Earl Grey (sensationell!) probiert, weitere Sorten werden bestimmt folgen. A besten bewahrt man die bei diesen sommerlichen Temperaturen im Kühlschrank auf, sonst werden sie ein bisschen klebriger als es sein sollte.

Schön, dass es diese kleinen engagierten Hersteller gibt, die mit höchster Qualität unseren Alltag verschönern. Das hat natürlich seinen Preis, aber mit 2,80 EUR für eine Packung ist man nicht überfordert.

Sehr zu empfehlen, und wie immer ohne gesponsorte Werbung ;)

Grüner Käse

Nicht nur der Mond besteht aus grünem Käse – gerade im Bioladen habe ich diesen “Pestokäse” entdeckt. Sonst bin ich ja nicht so sehr ein Freund seltsamer Gewürzmischungen im Käse, aber diesen hier gabs auf dem Probierteller an der Käsetheke uind er hat mich gleich überzeugt. Pinienkerne sind drin, jede Menge Basilikum und vermutlich Bärlauch – das muss ich nochmal nachsehen beim nächsten Mal. Die Basis ist wie meist bei diesen Käsen ein goudaartiger relativ salziger aber ansonsten milder Käse.

Kann ich weiterempfehlen.

Pestokäse

Ochsenherz

Leute. kauft Ochsenherztomaten! Jeder bessere Händler hat sie nun vorrätig. Auch wenn sie bösartig und schwerfällig aussehen – sie sind ein Genuss! Viel Fruchtfleisch, wenig Geschwabbel mit Kernen drin und ein fruchtiger Geschmack. Und weil sie so groß sind, sich gut schneiden lassen und wenig tropfen, sind sie der ideale Kandidat für Sandwiches.

Ochsenherzschnitt

Ochsenherz

Römische Leckereien

Mitbringsel von unserer Studienreise nach Rom – dank der vielen Tipps haben wir viele schöne Ecken entdeckt und Shoppen waren wir natürlich auch. Wie es in der Natur der Dinge liegt, sind hier ziemlich viele kulinarische Besonderheiten zusammengekommen…

Kulinarische Andenken

Verschiedene Pasti, eingelegte Sardellen, Kapernpaste, kleine Fenchelsaatkekse, Olivenöl mit verschiedenen Aromen, Weißwein aus Frascati, einige Kochbücher,…

Sieht aus als gäb es demächst öfter was Italienisches :)

Marktbesuch

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – das kann ich bestätigen, wenn ich mir den Plan vom Münsteraner Wochenmarkt ansehe. Ich habe inzwischen meine Lieblingsanbieter gefunden und gehe immer dieselbe Strecke ab.

Markt in Münster

Zuerst geh ich immer zu Maria Büning. Der Hühner- und Fleischstand bietet ausschließlich Fleisch aus eigener Aufzucht an, wir haben uns den Hof schon einmal angsehen, sehr schön. Unzählige Hühnerkarkassen sind von hier aus in unsere Hühnersuppe gewandert, auch die Steaks kommen meist von hier.

Schweine bei Büning

Direkt gegenüber ist die Ross- und Lammschlachterei Schmelter. Hier merkt man den Profischlachter. Die im Januar zubereitete Lammkeule habe ich hier erworben, genauso wie die Wildschweinmedaillons. Leider komme ich nie zum Pferdefleisch oder zu mehr Wild, muss ich dieses Jahr mal nachholen!

Dann geht es weiter zu Holkenbrink, hier gibt es meiner Meinung nach die besten Kartoffeln und vor allem auch die größte Sortenauswahl. Egal ob Vitelotte, Bamberger Hörnchen, La Ratte, Highland Red oder die “normaleren” Sorten wie Laura oder Sieglinde, Holkenbrink hat sie alle.

Als nächstes ein Brot von Cibaria. Die Vollkornbäckerei ist zwar bei uns in der Nähe mit ihrer Backstube angesiedelt, aber gerade knapp außerhalb Zu-Fuß-Radius.

Cibaria am Tag der offenen Tür

Daher ist es einfacher, hier ein Brot zu erwerben, üblicherweise ein Paderborner. Das Vollkornsortiment von Cibaria hat es in sich, hier werden keine Kompromisse gemacht. Daher gibt es manchmal mit dem Hausbrot von Tollkötter einen kleinen Wettbewerb, den letzteres auch manchmal gewinnt. Allerdings ist Tollkötter nicht mit einem eigenen Stand auf dem Markt.

Langsam füllt sich der Rucksack. Zum Glück ist eine Seitentasche noch frei, denn jetzt kommen die Kräuter von Rohlmann. Der große Gemüsestand ist kein Bioanbieter, aber die Kräuter sind im Süden Münsters selbst angebaut. Die Qualität ist hier immer Top, nicht umsonst hat Rohlmann vor einigen Jahren eine Auszeichnung von “der Feinschmecker” erhalten.

Dill von Rohlmann

Jetzt kommt der Hauptanteil des Einkaufs – Obst, Gemüse und Eier. Bei Ökullus, dem Stand von Schulte-Buschhoff bekomme ich eine gute Auswahl vom Bioanbieter aus der Nähe und vor allem ist an diesem Stand nicht so ein großes Gedrängel. Das hat mich von meinem vorherigen Gemüsestand Meyer vertrieben, dort ist normalerweise kein Durchkommen.

Saisonales Gemüse von oekullus

Sehr schön finde ich, dass bei Ökullus vorwiegend regionales Obst und Gemüse angeboten wird. Das ist im Winter dann nicht so bunt (Einspruch: siehe oben!), aber mit genügend Kochfantasie kann man diese Zeit gut mit dem saisonalen Angebot überstehen! Auch seltenere Sorten, wie den Postelein bekomme ich hier am besten.

Käse von Harms

Ziemlich schwer bepackt komme ich nun beim Käsestand von Harms an. Der Ziegenhof aus Neubeckum hat hier ein großes Angebot an eigenem und zugekauften Ziegen- Schafs- und Kuhkäse, sogar Käse von Kunst und Käse, unserem Urlaubsgut in Rögnitz am Schaalsee haben wir hier schon bekommen. Aber auch die “Standardkäse” wie Gouda und Bergkäse findet man hier in guter Qualität. Je nach Vorratslage erstehe ich hier drei bis fünf Käsesorten (“Kauf nicht so viel Käse”, ermahnt S. mich beim Losfahren). Im Frühjahr kann man auch Zicklein bekommen, ein halbes muss man dann aber schon abnehmen, was meist zu einer guten gefüllten Kühltruhe führt.

Zu guter Letzt besuche ich den Fischstand vom Fischhaus Kittner, damit der Fisch nicht so lange ungekühlt durch die Gegend getragen wird. Hier kaufe ich am liebsten ein, weil ich Fisch besonders gerne esse und weil man hier immer sehr zuvorkommend und kompetent bedient wird. Auch das Angebot ist hier gut – wenn ich auch manches Mal samstags zu lang geschlafen habe, um die volle Auswahl zu bewundern. Mein größter Fang war “Robert” ;) Immer gibt es auch Bio-Angebote oder vom MSC zertifizierten Fisch, so dass man bewusst wählen kann. Klein, aber fein – mir viel angenehmer als die riesigen holländischen Stände am anderen Ende des Marktes, wo auch viel mehr Gedränge ist. Und die Jakobsmuscheln sind hier unschlagbar!

Jakobsmuscheln und Garnelen von Kittner

Jetzt habe ich alles zusammen, was ich hier bekommen kann. Ich verlasse den Markt über die Gasse mit den Geflügel- und Kaninchenanbietern, selten erstehe ich dort einmal ein Kaninchen.

Nun muss ich noch in den Superbiomarkt in den Münster-Arkaden. Dort hole ich die Milchprodukte und was man sonst so braucht, Öl oder Hülsenfrüchte zum Beispiel. Nach 2 Stunden ist der gesamte Einkauf erledigt und ich bin bereit für ein neues Kochwochenende!

Star mit Schwächen – der erste Spargel

Es hätte mich stutzig machen sollen – auf dem Markt gestern gab es fast nur griechischen Spargel. Nur an zwei Ständen hab es deutschen. An einem zu horrenden Preisen – 18 EUR pro Kilo, und dort sah er schon nicht mehr so frisch aus. Und bei Eichner, einem der größeren Saisongemüsestände gab es neben Unmengen griechischem Spargel auch welchen vom Niederrhein für 13 EUR. Der sah recht gut aus…

Um es vorwegzunehmen – geschmeckt hat er gar nicht. Fast geschmacklos, teilweise etwas muffig, mit holzigen Stellen, die Köpfe blieben ziemlich hart. Zu lange gelagert? So hatte ich mir den Saisonauftakt nicht vorgestellt – wahrscheinlich ist es nach diesem langen Winter wirklich noch zu früh. Schade allerdings, dass derart minderwertiger Spargel auf dem Markt verkauft wird…

Spargel mit Hollandaise

Aber der Spargelkochprozess sitzt noch! Da wir jedes Jahr bestimmt 10-15 mal Spargel mit Sauce Hollandaise machen, geht die Zubereitung ohne viel Nachdenken und Planen.

  • 1 kg Spargel schälen, Schalen im Spargeltopf schon aufsetzen.
  • 500 g Kartoffeln (Sieglinde, noch vom Vorjahr. Die neuen sind noch zu “blass” und eh nicht von hier) abwaschen und als Pellkartoffeln aufsetzen.
  • 150 g Butter köcheln und das Fett von der Molke trennen. Ofen auf 80° vorheizen
  • Wenn die Kartoffeln kochen: 3 Eier trennen, Eigelb mit 3 EL Weißwein, Salz und Muskatnuss im Schlagkessel über den kochenden Kartoffeln schaumig rühren. Dabei nach und nach die Butter in dünnem Strahl hinzugeben. Wenn es zu dick wird, ein EL kaltes Wasser dazugeben.
  • 10 Minuten, bevor die Kartoffeln fertig sind, den Spargel ins kochende Wasser stellen. Köpfe bleiben frei.
  • Wenn die Kartoffeln fertig sind: Sauce im Ofen warmhalten, Teller im Ofen vorwärmen, Kartoffeln pellen
  • Schinken auspacken und anrichten
  • Nach 16-18 Minuten Spargel aus dem Wasser nehmen und auf die vorgeheizten Teller geben. Kartoffeln, Sauce und Schinken dazu.

Auf den nächsten Spargel werde ich einen genaueren Blick werfen!

Kartoffeln waschen