Erste Wahl?

Oh ich habe es getan! Obwohl ich mein Blog werbefrei halte, bekomme ich des öfteren Post von diversen Anbietern mehr oder weniger skurriler Produkte und/oder Dienstleistern, die mithilfe meiner Website mein bzw. ihr Lebensglück steigern wollen, indem ich irgendetwas Schönes zu ihrem Produkt sage und dann alle kommen und es kaufen. Diese mails landen meist ohne großes Federlesen im Papierkorb.

Diesmal kam eine angenehm kurze mail mit der Frage, ob ich denn wohl mal die neue Sarah Wiener DVD rezensieren wolle. Ich überlegte kurz und entschied dann, dass ich will. Zum einen war es mal kein getarnter Verkaufsversuch und zum anderen wollte ich nun endlich mal meine Vorurteile zu Frau Wiener im allgemeinen und ihren Kochambitionen im Besonderen auf den Prüfstand stellen. Ehrlich gesagt, hab ich bisher von ihr kaum etwas wahrgenommen, außer die Meinung Dritter, dass sie eben keine “richtige” Köchin sei und sich daher eben über “was anderes” vermarkten müsse (im Gegensatz zu Lafer, Schubeck und wie sie alle heißen…)

Erste Wahl

So, genug der Vorrede. Das Päckchen kam dann irgendwann. “Erste Wahl” heißt das gute Stück, besteht aus einer Klappbox mit 2 DVDs und einem Rezeptheft der in den 10 Sendungen gekochten Rezepte. Die Sendungen sind von Arte/ORF produziert (kamen die schon im TV? Keine Ahnung, ich guck ja nich) und zeigen in je 45 Minuten die Suche von Sarah Wiener nach “den Wurzeln des Geschmacks”. Die besten Grundnahrungsmittel sollen es sein und so reist Frau Wiener kreuz und quer durch Europa zwecks Betrachtung von: Honig, Brot, Tomaten, Äpfel, Milch, Huhn, Olivenöl, Kabeljau, Schaf, Kartoffel. Fällt was auf? Stimmt – eine gewisse Beliebigkeit bei der Auswahl dieser “Wurzeln” irritiert. Wieso Kabeljau, aber kein Schwein? Wieso Brot aber keine Nudeln? Wieso Honig und keine Wildkräuter? Nun ja, Marketing ist nun einmal keine leichte Aufgabe und so eine Kompilation braucht nun mal ein knackiges Motto. “Sarah Wiener findet ursprüngliches Erzeugen von Lebensmitteln gut und besucht deswegen 10 Produzenten” hätte wahrscheinlich auch nicht so gut geklungen.

Also die Wurzeln des Geschmacks. Die einzelnen Sendungen sind strukturell ziemlich gleich aufgebaut – Sarah Wiener mit Päckchen vom Besuch, dass sie sich selber geschickt hat. Dann Rückblende. Sarah Wiener kommt mit Rucksack irgendwo an und erklärt, was gleich passiert – Heike Götz lässt grüßen. Dann Eintritt in die Produzentenfamilie mit kurzer Biografie und dann steckt Sarah Wiener auch schon in den Gummstiefeln/unter der Imkerhaube/in der Fischerhose und macht mit. Dann noch ein Besuch bei einem lokalen Gastronomen, der auch mal was kochen darf und dann zum Abschluss kocht Sarah Wiener für ihre Gastgeber was mit ihren eigenen Produkten. Dazwischen hier und da ein paar Infobits als Zeichentrick. Zum Ende packt sie ihr Päckchen, verabschiedet sich und wandert wieder los mit ihrem leeren roten Rucksack.

Der Vergleich mit Heike Götz ist nicht ganz fair – Sarah Wiener springt wirklich ins (Arbeits-)Leben der Produzenten und ist sich für keinen Dreckjob zu schade. Zumindest wirkt sie so, als würde sie reinklotzen und sich für ein paar Tage mit dem harten Job der herstellenden Kleinbauern und -fischer identifizieren. Da macht es auch nichts, wenn man mal total verstrubbelt ist oder sich ekelt vor toten Fischen oder Angst hat vor den vielen Bienen. Im Gegenteil, diese persönliche, manchmal etwas kratzbürstige Art macht das Format erst interessant. Die ersten Folgen sind noch etwas holprig (“irre, Wahnsinn, toll” ist am Anfang der häufigste Wortbeitrag in der Sendung), später wird es besser, es läuft runder, Sarah Wiener hat sich an den Rhythmus gewöhnt und kommt gut in die Themen rein. Schön auch, dass ihre Stilblüten (“ich will etwas kochen, dass saisonal hierher passt”) unverfälscht mit übernommen und nicht vom übereifrigen Redakteur entfernt wurden. Und – man merkt ihr an, dass sie es ernst meint mit dem Interesse an den ursprünglichen Nahrungsmitteln und den teils sehr speziellen Leuten, die sie oft auf althergebrachte Art produzieren. Vielleicht, weil sie auch ein Kämpfer ist, das kommt in den Sendungen gut rüber.

Fazit: Einen Originalitätspreis wird die DVD wohl nicht gewinnen – zu Recht. Als Bio-Infotainment-Serie taugt sie allemal und wer Sarah Wiener mag, kommt mit ihrem Auftritt sicher gut zurecht. Ein paar Folgen habe ich ganz gern gesehen (Kabeljau und Tomaten sind meine Favoriten) und zumindest weiß ich nun besser, wer Sarah Wiener ist ;)

Ach ja, als DVD kostet der Spaß 22,99, bei iTunes für 9,99 – dann allerdings vermutlich ohne Rezeptheft.

Schneller Teller – Kürbissuppe mit Ingwer

Abends soll es eine schnelle Suppe geben. Ein Hokkaido-Kürbis liegt bereit, ich entkerne ihn und schneide ihn mit Schale in kleinere Stücke. Zusammen mit einer klein geschnittenen Zwiebel, zwei Knoblauchzehen und etwas geriebenem Ingwer dünste ich ihn an und giepe dann mit Gemüsebrühe auf. Ein wenig Salz und Sojasauce zum Würzen kommt dazu.

Kürbissuppe mit Ingwer

Die übliche und notwendige Deko kommt diesmal aus dem Restetopf: ein paar letzte Schnittlauchhalme aus dem Garten, ein wenig Mascarpone, in die ich etwas der Suppe einrühre und mit Vanille-Chili-Öl mische und, schnell in einem Viertelliter Sonnenblumenöl frittiert, ein paar Ingwerscheiben und ein paar zerpflückte Reste von Buchweizenpfannkuchen. Erstere sind mir zu bitter, letztere werden gesalzen und mit etwas Curry bestreut zu einer attraktiven Einlage.

Fertig ist der schnelle Teller – und wohlschmeckend dazu!

Gerollte Hähnchenbrust mit Mangold und Limettenreis

Im Garten steht als eines der letzten Gemüse nun der Mangold in zwei Reihen und fordert seine Verwendung. Im Gegensatz zum käuflichen ist er mit dünnen Stielen versehen und die Blätter sind noch nicht ledrig-riesig, sondern haben gerade Handgröße. Ideal also, um sie in ein Hühnerbruststück einzuwickeln. Das folgt umgehend, nachdem ich ein mittelgroßes Filet in 5 dünne Scheiben geschnitten habe, die ich mit reichlich Piment d’Espelette, dünnen Knoblauchscheiben und geriebenem Ingwer ausgestattet habe. Noch schnell mit etwas Sojasauce beträufeln und dann zusammen mit je einem passend großen Blatt (ohne Stiel) einrollen. Zahnstocher halten die Gebilde in Form, wie immer ist es knifflig, sie so zu stechen, dass sie beim Braten später nicht im Weg sind.

Gerollte Hähnchen mit Mangold

Für den Reis koche ich zwei Tassen Hühnerbrühe auf, in die ich einen Teelöffel frisch gemörserten Szechuanpfeffer gebe. Dazu eine Tasse Basmatireis, der in der üblichen Zeit, knapp 20 Minuten, auf kleiner Flamme gart.

Die Rollen kann ich nun in der Pfanne rundum in ein paar Minuten goldbraun anbraten. Währenddessen schneide ich die Stiele in kleine Stücke, die restlichen Blätter in schmale Streifen. Beides kommt neben dem Huhn in die Pfanne.

Huhn und Mangold in der Pfanne

Der Mangold braucht Flüssigkeit! ich gebe etwas Weißwein in die Pfanne, noch etwas Hühnerbrühe und würze mit Sojasauce. Dann kommt der Deckel auf die Pfanne , ein Löffel unter die Pfanne auf der Hühnerseite. Warum? Die Garflüssigkeit soll sich beim Mangold sammeln, der Dampf in der geschlossenen Pfanne reicht, um das Huhn zu garen, ohne es zu verwässern. Das klappt übrigens nur bei Gas und Induktion ;)

Löffeltrick

Nach 10 Minuten ist alles fertig. Schnell etwas Limettensaft und abgeriebene Schale in den Reis und diesen in der Form auf den Teller gestürzt, dazu halbierte Hähnchenrollen, das sieht nett aus. Und abschließend den Mangold. Ich lasse die Kochbrühe in der Pfanne und trinke sie später – lecker! Das eigentliche Gericht soll nicht so in Flüssigkeit schwimmen.

Die Hähnchenrolle

Es schmeckt ausgezeichnet – ein wenig Sojasauce muss ich noch nachgeben, sonst ist alles perfekt.

Schneller Victoriabarsch

Ein schnelles Strohwitwer-Abendessen…

Schneller Victoriabarsch

200 Gramm Victoriabarsch wird mehliert, in das Mehl habe ich zuvor Bärlauchsalz und Piment d’Espelette gegeben. Eine Stange Lauch schneide ich in dickere Scheiben, die ich in etwas Hühnerbrühe dünste. Eine Handvoll Pilze – Champignon und Pfifferling werden schnell geputzt und wandern in heißes Butterschmalz in der Pfanne. Nun ist auch der Fisch dran. Er kommt in eine separate Pfanne und brät von jeder Seite ca. 4 Minuten. In eine freie Ecke lege ich ein paar Graubrotwürfel, die ich mit Basilikum zu leckeren Beilagen-Croutons mache. Die Pilze gebe ich nach ca 5 Minuten auf den vorgewärmten Teller und bereite aus etwas Frischkäse, Muskatnuss und dem Lauchsud noch etwas Sauce für die Pilze.

Nach 15 Minuten ist der Küchenspuk vorbei und ich genieße ein leckeres Abendessen.

Mini-Cannelloni mit Pfifferlingen

Ein Abend allein zuhaus – das ruft nach einem Reste-Essen deluxe! Ich finde im Kühlschrank: Ein paar gekochte Rigatoni mit einem Rest Tomatensauce, viele gelbe Tomaten aus eigener Aufzucht, ein wenig Coppa, Frischkäse, eine halbe Zwiebel und einen Rest Rosmarin-Ziegenkäse.

Mini-Cannelloni mit Pfifferlingen

In weiser Voraussicht habe ich noch eine kleine Packung Pfifferlinge gekauft. Die sind vom Edeka, in Plastik eingepackt und matschig, aber die Versorgungslage hier ist halt eher mau. So putze ich die Pilze, dass ungefähr die Hälfte übrig bleibt, die Putzreste werden ausgekocht und geben Pilzfond für später.

Dann bereite ich eine Farce für die Rigatoni vor, die will ich füllen. Ich schneide die halbe Zwiebel sehr klein und dünste sie mit ein paar feingehackten Pfifferlingen in der Pfanne. 2 Scheiben Coppa schneide ich in kleine Stücke und reibe etwas Knoblauchzehe dazu. Dann fülle ich auf mit dem Zwiebel-Pilz-Gemisch und knapp 2 EL Frischkäse. Pfeffer, Salz, gut durchrühren und ab in die Spritztüte damit. Die Rigatoni lassen sich gut füllen, sie sind gut gegart und weiten sich am Ende etwas. 10 Stück schaffe ich mit der Füllung. Nun brate ich noch die restlichen Pfifferlinge an. Die Nudeln kommen auf ein Bett von 3 EL Tomatensauce, schön in Reihe gelegt, wie es sich für Cannelloni-Auflauf gehört. Dann die Pilze darüber und 3 Scheiben vom Rosmarin-Käse.

Die Packung kommt für knapp 15 Minuten bei 200° in den Ofen, die letzten Minuten mit Grill.

Ein paar Rucola-Blättchen aus dem Garten und ein paar gelbe Tomaten geben mit der immer vorrätigen Buchholz-Salatsauce einen kleinen frischen Klecks neben dem Gratin.

Sehr lecker! Und reichlich als Abendessen für 1.

Matjes

Naja, das ist ja eigentlich kein Rezept. Aber ich liebe Matjes! Und endlich hab ich mal wieder welche gekauft. Dazu ein bisschen Frühlingszwiebel-Basilikum-Gemisch, etwas hochprozentigen Kartoffelbrei (2 Teile Kartoffel, 1 Teil Butter, plus Kerbel) und die geröstete Reste vom Wochenend-Ciabatta. Was will man mehr!

Matjes

They came from Outer Space…

Ihren Raumschiffen sah man die lange Reise an. Verbeult, verkohlt, an manchen Stellen aufgeplatzt, die Isolierschicht verletzt und in langen Fäden aus dem Inneren heraushängend. Insgesamt recht mitgenommen. Ganz anders, als sie aufgebrochen waren. Da waren die stromlininenförmigen Körper noch glänzend, grün, ohne Makel, wie alles in ihrer Welt. Sie waren jung gestartet.

Die Älteren hatten sie gewarnt. Sie würden in feindliche Welten kommen, sagten sie. Körperfresser würden kommen und sich durch die Schutzschicht bohren, in den Insassen einnisten und sie aussaugen. Auf manchen Planeten würden sie bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen, nur um später verspeist zu werden. Vic Faba, ihr Anführer, hatte nur gelacht. Besser als sie war keiner ausgestattet! Gepolsterte Schiffe, Schnellverschluss zum Aussteigen, wenn die Reise am Ende angekommen war, integrierte Lebenserhaltungssysteme, und noch ein individueller Schutzanzug. Was sollte ihnen schon passieren? So machten sie sich auf die Suche…

Outer Space
…und nun waren sie hier. In einem grünen (immerhin!) halbtransparenten Energiefeld, das ihr Gefängnis wurde, waren sie transportiert worden. Die Raumschiffe waren gewaltsam an den Schnellausgängen geöffnet worden und alle Insassen, die die lange Reise überlebt hatten, mitsamt ihren Schutzanzügen minutenlang in kochendes Wasser geworfen worden, genau, wie die Alten es vorhergesagt hatten. Vielleicht war das ihr Schicksal? Das Ziel? Der Zweck der langen Mühen?

Körperanzüge
Die Körperanzüge brauchten sie nun nicht mehr. Schnell ließen sie sie zurück, ein Berg leerer Hüllen, die ihnen lange gut gedient hatten. Blendendes Licht umgab sie. Sie wurden sanft auf ein weißes Tableau gelegt, und dann in die Kryokammer gebracht, um auf ihren nächsten Einsatz zu warten…..

Riesengarnelen mit Bandnudeln

Auch eine Art Resteessen: vom gestrigen Steinbeißer sind noch Nudeln und Sauce übrig geblieben. Beides kommt in den Topf und erhitzt langsam. 3 Riesengarnelen habe ich noch, die brate ich in Olivenöl, in dem ich zuvor eine große halbierte Knoblauchzehe geröstet habe. Zum Abschluss kommt noch eine Handvoll gehackter Kerbel in die Nudeln – ein Luxus-Resteeseen!

Riesengarnelen mit Bandnudeln

Steinbeißer mit Taglilien und Bandnudeln

Lange keinen Fisch mehr verarbeitet! Der lokale Händler bietet Steinbeißer an, ich nehme ein großes Filet, das ich aufteilen werde.

Heute sind erst einmal die Taglilien fällig. Wir haben die tatsächlich im Garten! Ich mag den lauchig-trüffeligen Geschmack der Blüten und vor allem der Knospen und möchte sie nun endlich einmal auch zum Kochen verwenden.

Steinbeißer mit Taglilien

Zuerst bereite ich eine Sauce aus etwas kleingeschnittener Schalotte und 1/2 Zehe Knoblauch. Beides dünste ich in Butter an, gebe etwas Safran dazu und lösche mit Grauburgunder ab. dazu kommt etwas Hühnerbrühe und nach und nach, während sie Sauce köchelt, 150 ml Sahne. die Sauce kann nun auf kleinster Stufe vor sich hin köcheln. Ein paar übrig gebliebene Schalotten dünste ich ebenfalls in Butter. Später kommen die Taglilienknospen für ein paar Minuten dazu. Aber erst setze ich die breiten Bandnudeln auf, die etwa 15 Minuten kochen werden.

Das Steinbeißer-Filet schneide ich in handhabbare Stücke, mehliere es mit einem Dinkelmehl-Räucherpaprika-Salz-Gemisch und brate die Stücke in Butter und dem schwesterlich-selbstgemachten Chili-Vanille-Öl. Das dauert von jeder Seite 2-3 Minuten.

Schon kann angerichtet werden. Noch schnell eine Taglilienblüte schneiden und zur Dekor verwenden. fertig ist das elegante Gericht.

Taglilienknospen

Kartoffel-Gurken-Gemüse

Schnell noch Kühlschrank und Garten leeren vor dem Urlaub! Drei halbgroße Gurken werden die Abwesenheit nicht überstehen, außerdem gibt es noch ein paar Kartoffeln und ein paar junge Zuckererbsenschoten.

Zunächst mache ich eine leichte Mehlschwitze aus der Gemüsebrühe, die wir aus Schälabfällen herstellen und von der immer ein Krug im Kühlschrank steht. Die Kartoffeln schäle ich und gebe sie in kleine Stücke geschnitten zum Garen in die Sauce. Ich schäle auch die Gurken und entferne die Kerne. Ebenfalls in Stücke geschnitten, kommen sie kurz vor dem Servieren in den Topf. Sie sollen nicht weich gekocht werden, sondern nur erhitzen. Die Erbsenschoten blanchiere ich kurz, dann kommen sie dazu. Schnell abschmecken mit etwas Senf und Curcuma. Der Borretsch wuchert im Garten, ein paar Blüten schaffen den notwendigen Kontrast. Schon ist das einfache und leichte Sommergericht fertig und stärkt uns vor der Abreise.

20130724-192311.jpg