Der Sonntag bei Freitag

Mein Kochtag mit Björn Freitag ist zu Ende. Wir haben den ganzen Tag gedreht, ohne dass es uns lang wurde. Morgens bei der Ankunft wurden wir schon mit Kaffee und Brötchen begrüßt, dann ging es zur Maske und dann durften wir endlich kochen. 3 Gerichte mit ähnlichen Zutaten. Ich durfte als letzter kochen, was mir sehr recht war.

Bevor es losging

Im Gegensatz zu anderen Sendungen helfen hier die jeweils anderen Kandidaten bei der Zubereitung mit, was die ganze Veranstaltung bunter macht. Teilweise ging es ein bisschen chaotisch zu in der Mischung aus Küche, Lebensmitteln, Kamera- und Tonleuten und der Redaktion, die uns vom Nebenraum aus Regieanweisungen zurief. Zu guter Letzt hatten wir dann aber gegen 18 Uhr alles “im Kasten”. Eine müde Crew und 4 satte Köche (wir mussten ja auch alles testessen :) ) konnten ihr Tageswerk beenden.

Am Freitag, 14.12. um 18:20 Uhr wird die Sendung nun im WDR-Fernsehen ausgestrahlt. Bis dahin muss ich leider Stillschweigen bewahren über die Zutaten, unsere Gerichte und wer letztlich gewonnen hat.

Mir hat die persönliche Atmosphäre (die “servicezeit-Küche ist in einer Privatwohnung) und das aufmerksame und nette Team sehr gut gefallen. Vielen Dank nochmal an alle in Köln!

Diverse Leuchtkörper

Kochen mit Björn Freitag

Nachdem die Anfragen aus Hollywood nach meinem letzten Fernsehauftritt ausgeblieben sind, versuche ich es nun erneut – diesmal beim WDR in einer Kochshow mit Sterne- und Schalkekoch Björn Freitag. Dieses Wochenende ist der Drehtermin! 3 Kandidaten treten an, aus 3 vorgegebenen Zutaten ein Gericht zu zaubern. Zukaufen ist erlaubt, und so steht allen offen, wie sie ihre Fantasie spielen lassen…

TV Dreh mit Björn Freitag

Es ist mehr ein Mit- als ein Gegeneinander, die Kandidaten helfen sich gegenseitig bei der Zubereitung und Björn Freitag drängelt sich nicht unangenehm in der Vordergrund wie so manche Kochprominenz. Die Stimmung ist gut, das Team ist klasse. Heute war der Kreativ- und Einkaufstag, morgen wird gekocht!

Ich bin gespannt, kann aber an dieser Stelle natürlich noch keine Details verraten. Stay tuned!

Quinoa-Pilz-Taler mit roter Bete

Reste-Essen: ich habe noch gekochten Quinoa im Kühlschrank und die Gemüsekiste enthält noch rote Bete, die ebenfalls langsam gegessen werden sollte. Außerdem steht da noch ein Töpfchen mit Schafsquark…

Quinoa-Taler mit roter Bete

Zuerst kommt die rote Bete in den Ofen. Ich nehme 4 gewaschene kleine Knollen für zwei Personen. Zusammen mit 2 geschälten Knoblauchzehen, etwas Majoran und etwas Salz und Olivenöl kommen die Knollen in Alufolie gewickelt in den Ofen, 70 Minuten bei 200° reichen aus.

Als nächstes bereite ich einen passenden Dip zu. 100 g Schafsquark, dazu kommt etwas Milch etwas Zucker, 2 Teelöffel von fein geriebendem frischem Meerrettich, etwas Algavendicksaft, ein halber Teelöffel Senf und eine Handvoll grüne kernlose Weintrauben, die ich auf der feinen Microplane so durchreibe, dass die Haut nicht mit in den Quark wandert. Mit Salz abgeschmeckt, ergibt sich eine feine frische Meerrettichsauce.

Für die Quinoataler würfele ich 4-5 Champignon in kleinste Würfel, ebenso eine halbe kleine Zwiebel. Beides dünste ich kurz an, dann kommt es zum Quinoa (vielleicht 250 g gekochte Menge), dazu ordentlich Salz, fein gehackte Macisblüte und ein Ei. Aus der Masse kann ich nun mit 2 größeren Löffeln kleine Frikadellen formen, die in Öl gebraten werden. In der Pfanne werde ich sie dann flach drücken, so das sich eher eine Talerform ergibt.

Aber zuerst muss die rote Bete gar sein. Die Zeit passt, ich wickle das Gemüse wieder aus und pelle die rote Bete. Aua, heiß! Derweil brät das Quinoa-Gemisch und ich wärme zwei Teller im Ofen. Schnell drauf mit dem Gemüse und den Talern, ein wenig Zwiebeldeko und mit dem Meerrettichquark ist unser leckeres Mittagessen komplett!

Deutschland sucht die Superbrühe…

Lieber Leser,

verbringst Du auch Stunden vor dem Fernseher, am liebsten bei Kochrennen oder Castingshows? Fieberst Du mit den Kandidaten bei Jauch & Co, ob sie alles richtig machen, in der stillen Überzeugung, Du könntest das viel besser machen?

Jus

Hast Du andererseits geheime Kenntnisse, die es Dir ermöglichen eine “Gemüsebrühe zum Niederknieen” zuzubereiten, wie Henssler es formulieren würde? Nicht so eine labbrige fade Suppengemüsebrühe, die immer so ein bisschen seifig schmeckt! Nein, es muss schon eine Aufguss vom Kaliber einer kräftigen Geflügelbrühe sein, beim Essen soll das Glücksgefühl so hochkochen wie bei manchen beim ersten Stück Schokolade des Tages – oder der ersten Tasse Kaffee ( mit Betonung auf “ee” ;) )!

Dann bewirb Dich bei diesem Wettbewerb unter Angabe Deines Geheimrezepts! Die Jury ist hochkompetent besetzt: Mir soll die Brühe schmecken! Daher werde ich sehr subjektiv die Rezepte betrachten und probieren, auf dass die Beste hervortreten möge.

Der Lohn? Mein ewiger Dank und die lobende Erwähnung Deiner Könnerschaft in diesem Blog :)

Los geht’s!

Zitronengurke

Dieses Jahr konnten wir wie schon berichtet die Freuden der ersten eigenen Gartensaison genießen. Neben viel Schufterei natürlich vor allem in Form von Früchten und Gemüse. Eine späte Kürbisernte brachte auch diese faustgroßen, gelb-orange-farbigen Kugeln mit eher harter Schale ins Haus. Sie lagen dann noch einige Zeit im Kühlschrank, um dann zu Suppe verarbeitet zu werden.

Zitronengurke

Beim ersten Anschnitt kam jedoch Erstaunliches zutage. Kein festes Kürbisfleisch wie erwartet, sondern eine weißliche, runde Gurke. Sehr saftig, im Geschmack noch frischer als eine klassische Salatgurke. Beachtlich! Diese Varietät habe ich zuvor noch nicht gekannt. Leider hatten wir uns so auf “Kürbis” geeinigt, dass die Früchte zu lange gelagert hatten. Nur noch einige wenige konnten überhaupt noch genutzt werden. Im nächsten Jahr werden wir sie eher ernten und dann wohl auch mit Schale genießen können…

Laugenbrötchen

Skandal! E500 im Backwerk! Und es ist noch nicht einmal deklarierungspflichtig! Die Aufreger können sich beruhigen – es geht hier nur um eine einfache und schnelle Methode, Laugenbrötchen selber herzustellen.

Laugenbrötchen im Ofen

Professionell hergestellte Laugengebäcke werden tatsächlich vor dem Backen in Natronlauge (NaOH) gebadet. Diese Lauge ist schwer ätzend und damit ziemlich gefährlich. Im Privathaushalt hat sie daher in der Küche nichts zu suchen – zumindest wenn Kinder in Reichweite sind! Die entschärfte Variante gelingt ganz einfach mit einem Sodabad – Natriumcarbonat (Na2CO3), oder lebensmittelrechtlich eben E500, entsteht, wenn man ganz normales Haushaltsnatron in heißem Wasser auflöst. Gibt es anderes als das von Kaiser? Ich habe nie andere Packungen gesehen ;) Das chemisch korrekt mit Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) benannte Salz zersetzt sich dann prompt unter Sprudeln.

Wie kommt das Soda nun aufs Brötchen? Ich nutze ungebacken eingefrorene Brötchenrohlinge. Bei mir sind sie natürlich aus dem Kartoffelbrotteig – das Rezept reicht für 16 kleine Brötchen. Da sie gefroren sind, lassen sie sich gut für 2 Minuten in der kochenden Lauge baden, ohne sich in zerlaufene Matschklumpen zu verwandeln. Dann gleich aufs Blech, mit grobem Salz bestreuen und sofort in den auf 230° vorgeheizten Ofen, für 25-30 Minuten. Die Brötchen werden dunkler als ungelaugte, aber das ist so gewollt. Ein Renner auf dem heimischen Frühstückstisch!

Herbstfreuden

Wow! Erdbeeren im September! Ein Gang durch den Garten gab die Ausbeute auf dem Foto, obwohl doch eigentlich schon alles abgeerntet war. Mini-Paprikas und -Tomaten, Zucchini in gelb und ein paar letzte Erd- und Himbeeren ergeben im Abendlicht ein schönes Stilleben…
Herbstfreuden
Gegessen haben wir dann aber nicht alles zusammen ;)

Alles nur geklaut – Gorgonzola-Kohlrabi mit Safranrisotto

Wie schwer, seine größten Erfolge zu übertreffen! Auf meinem Blog ist das skurrilerweise das seltsame Gericht Seeteufel mit gefülltem Kohlrabi, das irgendwann auf den Radar von scheissewaskocheichheute geriet und seitdem beständig der meistgeklickte Artikel ist. Und vermutlich der am wenigsten nachgekochte…

Überbackener Kohlrabi und Safranrisotto

Daher versuche ich heute gar nicht, das durch neue eigene Kreationen zu übertreffen und setze auf Nachgekochtes. Der eigene Garten spuckt zuverlässig große Gemüsemengen aus, heute tritt wieder Kohlrabi und Möhre auf. Ich wähle ein Rezept von Mestolo, dass beim bekennenden Kohlrabihasser nur auf mittlere Begeisterung stieß. Für mich klingt es gut, ich spare mir das Abtippen des Rezepts. Die einzige Abweichung ergibt sich bei der Garzeit. Nach den 10 Minuten im Ofen übergrille ich die Kohlrabi nochmals 5 Minuten bei mittlerer Hitze.

Nur ein Kohlrabi für jeden? Nee, das reicht ja nie. So überlege ich, was dazu noch ginge und komme auf Safranrisotto. Schuhbeck hatte doch da was mit einer eigenartigen Gewürzkombination… ach ja, hier:

150 g Risottoreis (ich nehme in Ermangelung von Vorräten skandalöserweise einfach Milchreis)
500 ml Gemüsebrühe – kommt bei mir aus dem TK, Reste vom letzten Suppengemüseblanchieren
200 ml Weißwein – bei Schuhbeck nur 3 EL. Das ist mir für Risotto definitiv zu wenig
1 Zwiebelchen – ich nehme das Weiße einer Frühlingszwiebel, die sind eh fällig für die Kohlrabifüllung
1 Scheibe Ingwer
1 Knoblauchzehe
ein paar Safranfäden
1 gute Messerspitze Vanille (Schuhbeck kocht eine Viertel Schote mit)
1 gute Messerspitze Cayennepfeffer

Der Reis kommt in die angeschwitzten Zwiebeln und wird glasig angebraten. Dann nach und nach die Brühe und den Wein dazu, die Gewürze waren schon in der Brühe und kommen nun mit in den Reis. Ich ignoriere das Dauerrührgebot und schiebe nur ab und zu den Reis durch die Pfanne. Trotzdem (deswegen?) gelingt er gut, Klumpkatastrophen wie in manche Foren bei der Nutzung von Milchreis ankündigen, bleiben aus. Würzig, der Reis! Ich gebe in Ermangelung der vorgeschriebenen 50 g gehackter Nussmischung einfach ein paar Pinienkerne dazu. Ingwer und Knobi kommen vor dem Servieren wieder raus. Eine schöne Ergänzung zum Kohlrabi!

Grüner Garten-Gazpacho

Gerade aus dem Urlaub zurück, wuchert uns der Garten schon fast ins Haus. Monster-Zucchini, die Tomaten sind reif, eine Riesengurke hat sich eingestellt und auch alles andere ist während unserer Abwesenheit gewachsen und gediehen. Was macht man mit all diesen frischen Sachen bei gar nicht so frischen 35 Grad? Da muss es wohl was leicht Verdauliches geben, ich denke an Suppe.

Eine mittelgroße Zucchini in weiß fält als erstes dem Erntemesser zum Opfer. dann folgen einige Blätter Mangold, von denen ich nur das grüne Blatt (und zwei Stiele für die Deko) verwende. Weiterhingibt es 6 orangefarbene Cherrytomaten, einen Miniporree (SEHR Mini, hat eher die Größe einer kleinen Frühlingszwiebel) und einige Blätter Basilikum “Magic Blue” aus der Klostergärtnerei sinnesgrün in Münster.

Grüne Gemüsesuppe

Und nun – Suppe kochen bei der Hitze? Ich entdecke im Internet ein Rezept für rohe Zucchini-Mangold-Suppe und lasse mich davon inspirieren. Die superfrischen Zutaten kommen so bestimmt viel besser zur Geltung! Allerdings lasse ich die dort aufgelistete Avocado weg und nehme stattdessen die oben erwähnten Tomaten, die ich vorher pelle – das geht erstaunlich gut, wenn sie frisch vom Strauch sind. Sonst kurz blanchieren. Ein Kaffeebecher warmes Wasser kommt mit in die Rührschüssel, ebenso der Saft von 1 Limette. Das ganze rühre ich mit dem Zauberstab cremig-flüssig, das dauert eine Weile, aber das treue Gerät gibt auch bei diesen tropischen Temperaturen nicht auf. So, nun noch abschmecken mit Kumin, Chili, Salz, Pfeffer – und mit einem guten Schuss Olivenöl (das gute, nicht von dem Zeug für Gäste). Alles noch einmal durchgemixt und fertig ist die erfrischende Suppe. Wer will, stellt sie nochmal kalt bis zum Essen, dann evtl nochmal nachwürzen.

Als Deko gebe ich noch eine Kapuzinerkresseblüte, ein paar Tomatenstücke, einen gedünsteten Mangoldstiel und mit Curry geröstetes Brot dazu.

Sehr angenehme kalte Suppe, ohne die üblichen für mich unangenehm scharfen rohen Paprika und ohne Gurken.