Martini

Seeteufel mit gefülltem Kohlrabi

Samstag ist Markttag – und was liegt näher am ersten freien Samstag seit Menschengedenken, endlich mal wieder richtig auf dem Markt zu shoppen? Das Wetter ist grandiios, es ist eine Freude, die vielen Stände zu sehen, die mit den saisonalen Produkten jetzt richtig aus dem Vollen schöpfen können. Ich lande zuletzt wie immer beim Fischstand und kann nicht widerstehen – ein riesiges Seeteufelfilet liegt dort in der Auslage, da muss ich zuschlagen. Passend finde ich abends in Claudias Blog einen Eintrag über Seeteufelzubereitung, der Fisch wird gekocht. Gekocht? Gewöhnungsbedürftig, aber mit meiner Seeteufelbraterei war ich nie so richtig zufrieden, da wird es Zeit für alternative Methoden…

fertig!

Die Kohlrabi-Idee ist mir schon an verschiedenen Stellen begegnet. Oskar Marti macht eine Schnittlauch-Pfifferling-Füllung und eine Mehlschwitze mit den Inhalten des Kohlrabis. Das ist mir zu grob heute zu dem feinen Fisch, ich folge lieber der Idee von Michael Laumen, der diverse Sommergemüse in einer Noilly-Prat-Sahnesauce gart und den Kohlrabi damit füllt.

Dazu soll es noch eine kleine Portion Kartoffelgratin geben. So, genug der Vorrede, es geht los.

Teil 1: Kohlrabi
Zuerst koche ich zwei mittelgroße Kohlrabi ungeschält in Salzwasser in 30 Minuten “al dente”. Dann schälen und einen Deckel abschneiden. Mit dem Kugelausstecher entferne ich das Innere, es wird morgen zu Schmorgemüse verarbeitet. Während der Kohlrabi kocht, bereite ich die Füllung zu. 150 g Pfifferlinge, eine kleine Möhre, ein paar Erbsen frisch aus der Schote und einige wenige dicke Bohnen, gepalt und geschält, dünste ich in der Pfanne in ein wenig Butter gar. Salzen, pfeffern und in die Kohlrabi füllen. Dann kann ich die zunächst zur Seite stellen.

Gefüllter Kohlrabi

Teil 2: Kartoffeln und Sauce
Der Gratin ist Euch wohlvertraut, inzwischen ist die Vorgarmethode zum Standard geworden. Ich erhitze 250 ml Milch in der Pfanne, gebe Salz, Pfeffer, Muskat, Thymian, Oregano und ca 3 EL geriebenen Bergkäse dazu. Dann hobele ich zwei mittelgroße Kartoffeln mit dem Trüffelhobel hinein, lasse alles kurz aufkochen und dann bei kleiner Hitze zugedeckt 15 Minuten garen.

Die Sauce ist einfach, muss aber eine Weile reduzieren, daher ist sie jetzt schon dran. Ich bereite sie parallel zu den Kartoffeln zu. Eine Schalotte und eine Knoblauchzehe dünste ich in ein wenig Butter weich. Dann kommen 100 ml Weißwein und 50 ml Martini Bianco dazu. Beides kocht fast komplett ein, dann gebe ich ca 300 ml Fischfond dazu, den habe ich noch gefroren aufbewahrt vom letzten Fischevent. Auch der Fond kocht wieder gut ein, der Boden der Sauteuse ist vielleicht noch 2 cm bedeckt. Ich siebe die Sauce durch ein Teesieb, gebe 100 ml Sahne dazu und lasse erneut einkochen.

Mittlerweile habe ich einige Safranfäden in einem Porzellanmörser im Ofen auf 50° aufgewärmt. So soll er sein Aroma besser entwickeln. Ich zerstoße die wenigen Fäden und gebe den Safran in die Sauce, die sich prompt gelb färbt. Nach weiterer Reduktion wird sie schön orange.

Safran im Mörser

Teil 3: Gratinieren und Fisch zubereiten
Die Kartoffeln und den Kohlrabi gebe ich pro Portion auf eine lange Porzellanplatte. In das Gemüse kommt schon ein wenig der Sauce hinen. Auf die Kohlrabideckel gebe ich die eingekochten Schalottenstücle aus der Sauce, die bräunen beim Gratinieren schön mit. Die beiden Platten gebe ich nun für 15 Minuten bei 220° in den Ofen, den Kohlrabi decke ich nach der Hälfte etwas mit Alufolie ab.


Jetzt kommt noch der Fisch an die Reihe. Ich zerteile das 400 g schwere Seeteufel-Filet in vier Scheiben, je drei Zentimeter dick. Soll ich wirklich…? Ich fasse mir ein Herz und erhitze 1 Liter Wasser mit Salz in der Pfanne. Die Fischstücke kommen hinen und sieden leicht für 5 Minuten. Dann schnell raus, kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und dann auf die Platten aus dem Ofen geben.

Sauce drüber, ein paar Schnittlauchröllchen und fertig ist das Gericht. Es kommt noch zu einer kleinen Krise, weil ich die langen Platten nicht mit meinem Makro im Ganzen fotografiert kriege, aber kurz danach können wir endlich essen.

Sehr feine Kombination, der Fisch ist kräftig, aber nicht zäh und die Sauce, die fast sirupartig-süß schnmeckt, ergänzt ihn gut. Ohne so eine intensive Sauce wäre der Kochfisch vermutlich zu langweilig… Das gilt auch für den Kohlrabi, die Sauce verbindet sich ideal mit dem Gemüse. Und der Gratin … geht sowieso immer!

Und es war diesmal nicht viel zu viel, auch wenn ich mir schon Sorgen gemacht hatte….
Gratiniertes

Mediterrane Fischsuppe

Nun habe ich mich entschieden – heute gibt es eine Fischsuppe. Die Brotstangen von vorhin sind schon fertig und passen gut zu einem mediterranen Gericht.

Mediterrane Fischsuppe

Gestern auf dem Markt habe ich Fisch eingekauft

100g Rotzungenfilet, das sind 2 Stück
150g Schellfischfilet
250g Seelachsfilet

Das ist alles ziemlich preiswerter Fisch, so bleibt die Suppe bezahlbar. Ich putze den Fisch und schneide ihn schon einmal in Portionsstücke. Die Rotzungenfilets teile ich längs und bestreiche die Stücke mit einem Pesto aus

1 Handvoll Basilikumblätter, kleingemörsert
1/2 Handvoll geriebener Pecorino
1 Knoblauchzehe, kleingemörsert
1 EL Olivenöl

Anschließend fixiere ich die Röllchen mit einem Zahnstocher. Der Fisch wandert nun erstmal wieder in den Kühlschrank.

Ich putze das Gemüse:

1 Fenchelknolle, klein gewürfelt
2 Handvoll Spinat, entstielt und grob gehackt
6 Tomaten, gehäutet, entkernt, klein gewürfelt.

Drei Fische

Ich entkerne die Tomaten immer über einem Sieb, das auf dem meist dazu gehörenden Brühetopf lieft. So fange ich den klaren Tomatensaft auf, der zwischen den Kernen sitzt.

3/4 Liter selbstgemachte Hühnerbrühe

nehmen in diesem Fall die Tomatenflüssigkeit auf. Zusätzlich kommt in die Brühe

Reste vom Fisch
1 Messerspitze Safran
1 EL Pernod
1 EL Martini bianco
Weißer Pfeffer

Die Fischreste ziehen in der Brühe und sorgen schon einmal für einen ersten leichten Fischgeschmack.
Nun setze ich noch

250g mehlige Kartoffeln

als Pellkartoffeln auf. Wenn sie fertig und gepellt sind, kann das Essen fertig gestellt werden, daran richten sich also die folgenden Garzeiten aus.

Den Fenchel dünste ich in der Pfanne in Olivenöl an, bis er noch ein wenig Biss hat. Dann lösche ab ich mit

2 EL Zitronensaft.

Ich schiebe den Fenchel zur Seite und dünste den Spinat in der nun mit Deckel versehenen Pfanne. Sobald er zerfallen ist, nehme ich die Pfanne vom Herd.

Nun muss der Fisch in die Suppe. Ich siebe die Reste aus der Suppe raus und gebe die Filets dazu. Seelachs 8 Minuten, Schellfisch 6 Minuten, Rotzunge 4 Minuten. Zum Schluss gebe ich den Fenchel vorsichtig in die Suppe.

Die Teller richte ich mit halbierten Kartoffeln, dem Spinat, je einem Fischstück jeder Sorte und dem Tomaten-Fenchel-Sud an. Die restlichen schwarzen Oliven können mit auf den Teller und der “Faden” ist diesmal das übrig gebliebene Pesto.

Guten Appetit!

Zutaten für die Suppe