Die Frage aus dem letzten Artikel bleibt – warum isst das Kind nicht? Vielleicht ist die Alltagsernährung trotz saisonal-frisch-regional einfach zu langweilig? Farbe muss her! Außerdem soll es natürlich so schmecken “wie immer”, wobei Überraschungen wie eine knusprige Gratinkruste auch gerne genommen werden.
Ich versuche mich also an einem Gemüseauflauf, zu dem die Leek Lizards und einige Kompagnons beitragen.
Ich koche ein Pfund Pellkartoffeln und schneide 1 große Möhre, 4 sehr kleine Lauchstangen, 3 große Champignons in kleinere Würfel. Das Gemüse dünste ich in der Pfanne weich, als Gewürze füge ich Bohnenkraut, Muskatblüte, süßen Paprika, Pfeffer und Salz hinzu. Die Kartoffeln stampfe ich gepellt grob und gebe 1 EL Margarine und Salz hinzu. Dann rein in die Pfanne mit den Stampfkartoffeln und alles schön durchrühren. Es gibt eine zusammenhaltende, aber nicht sehr klebrige Masse, die sich mit Servierringen gut aufs Backblech (mit Backpapier) verteilen lässt. Obenauf kommt die Krümelkruste. Dazu mische ich grob geriebenes trockenes Brot mit ordentlich Margarine, Salz und getrockneten Brennnesselfrüchten, bis eine krümelige, aber noch zusammenhaltende Masse entsteht. Die drücke ich portionsweise in Scheiben, die genau auf das Gemüse-Kartoffel-Gemisch passen.
Mittlerweile ist auch der Ofen auf 200° vorgeheizt und der Gratin kommt für 15 Minuten hinein. Er ist dann noch ein wenig blass um die Nase, so gebe ich nochmal ein wenig Margarine drauf und schalte den Grill für ein paar Minuten an.
Wie schwer, seine größten Erfolge zu übertreffen! Auf meinem Blog ist das skurrilerweise das seltsame Gericht Seeteufel mit gefülltem Kohlrabi, das irgendwann auf den Radar von scheissewaskocheichheute geriet und seitdem beständig der meistgeklickte Artikel ist. Und vermutlich der am wenigsten nachgekochte…
Daher versuche ich heute gar nicht, das durch neue eigene Kreationen zu übertreffen und setze auf Nachgekochtes. Der eigene Garten spuckt zuverlässig große Gemüsemengen aus, heute tritt wieder Kohlrabi und Möhre auf. Ich wähle ein Rezept von Mestolo, dass beim bekennenden Kohlrabihasser nur auf mittlere Begeisterung stieß. Für mich klingt es gut, ich spare mir das Abtippen des Rezepts. Die einzige Abweichung ergibt sich bei der Garzeit. Nach den 10 Minuten im Ofen übergrille ich die Kohlrabi nochmals 5 Minuten bei mittlerer Hitze.
Nur ein Kohlrabi für jeden? Nee, das reicht ja nie. So überlege ich, was dazu noch ginge und komme auf Safranrisotto. Schuhbeck hatte doch da was mit einer eigenartigen Gewürzkombination… ach ja, hier:
150 g Risottoreis (ich nehme in Ermangelung von Vorräten skandalöserweise einfach Milchreis)
500 ml Gemüsebrühe – kommt bei mir aus dem TK, Reste vom letzten Suppengemüseblanchieren
200 ml Weißwein – bei Schuhbeck nur 3 EL. Das ist mir für Risotto definitiv zu wenig
1 Zwiebelchen – ich nehme das Weiße einer Frühlingszwiebel, die sind eh fällig für die Kohlrabifüllung
1 Scheibe Ingwer
1 Knoblauchzehe
ein paar Safranfäden
1 gute Messerspitze Vanille (Schuhbeck kocht eine Viertel Schote mit)
1 gute Messerspitze Cayennepfeffer
Der Reis kommt in die angeschwitzten Zwiebeln und wird glasig angebraten. Dann nach und nach die Brühe und den Wein dazu, die Gewürze waren schon in der Brühe und kommen nun mit in den Reis. Ich ignoriere das Dauerrührgebot und schiebe nur ab und zu den Reis durch die Pfanne. Trotzdem (deswegen?) gelingt er gut, Klumpkatastrophen wie in manche Foren bei der Nutzung von Milchreis ankündigen, bleiben aus. Würzig, der Reis! Ich gebe in Ermangelung der vorgeschriebenen 50 g gehackter Nussmischung einfach ein paar Pinienkerne dazu. Ingwer und Knobi kommen vor dem Servieren wieder raus. Eine schöne Ergänzung zum Kohlrabi!
Samstag ist Markttag – und was liegt näher am ersten freien Samstag seit Menschengedenken, endlich mal wieder richtig auf dem Markt zu shoppen? Das Wetter ist grandiios, es ist eine Freude, die vielen Stände zu sehen, die mit den saisonalen Produkten jetzt richtig aus dem Vollen schöpfen können. Ich lande zuletzt wie immer beim Fischstand und kann nicht widerstehen – ein riesiges Seeteufelfilet liegt dort in der Auslage, da muss ich zuschlagen. Passend finde ich abends in Claudias Blog einen Eintrag über Seeteufelzubereitung, der Fisch wird gekocht. Gekocht? Gewöhnungsbedürftig, aber mit meiner Seeteufelbraterei war ich nie so richtig zufrieden, da wird es Zeit für alternative Methoden…
Die Kohlrabi-Idee ist mir schon an verschiedenen Stellen begegnet. Oskar Marti macht eine Schnittlauch-Pfifferling-Füllung und eine Mehlschwitze mit den Inhalten des Kohlrabis. Das ist mir zu grob heute zu dem feinen Fisch, ich folge lieber der Idee von Michael Laumen, der diverse Sommergemüse in einer Noilly-Prat-Sahnesauce gart und den Kohlrabi damit füllt.
Dazu soll es noch eine kleine Portion Kartoffelgratin geben. So, genug der Vorrede, es geht los.
Teil 1: Kohlrabi
Zuerst koche ich zwei mittelgroße Kohlrabi ungeschält in Salzwasser in 30 Minuten “al dente”. Dann schälen und einen Deckel abschneiden. Mit dem Kugelausstecher entferne ich das Innere, es wird morgen zu Schmorgemüse verarbeitet. Während der Kohlrabi kocht, bereite ich die Füllung zu. 150 g Pfifferlinge, eine kleine Möhre, ein paar Erbsen frisch aus der Schote und einige wenige dicke Bohnen, gepalt und geschält, dünste ich in der Pfanne in ein wenig Butter gar. Salzen, pfeffern und in die Kohlrabi füllen. Dann kann ich die zunächst zur Seite stellen.
Teil 2: Kartoffeln und Sauce
Der Gratin ist Euch wohlvertraut, inzwischen ist die Vorgarmethode zum Standard geworden. Ich erhitze 250 ml Milch in der Pfanne, gebe Salz, Pfeffer, Muskat, Thymian, Oregano und ca 3 EL geriebenen Bergkäse dazu. Dann hobele ich zwei mittelgroße Kartoffeln mit dem Trüffelhobel hinein, lasse alles kurz aufkochen und dann bei kleiner Hitze zugedeckt 15 Minuten garen.
Die Sauce ist einfach, muss aber eine Weile reduzieren, daher ist sie jetzt schon dran. Ich bereite sie parallel zu den Kartoffeln zu. Eine Schalotte und eine Knoblauchzehe dünste ich in ein wenig Butter weich. Dann kommen 100 ml Weißwein und 50 ml Martini Bianco dazu. Beides kocht fast komplett ein, dann gebe ich ca 300 ml Fischfond dazu, den habe ich noch gefroren aufbewahrt vom letzten Fischevent. Auch der Fond kocht wieder gut ein, der Boden der Sauteuse ist vielleicht noch 2 cm bedeckt. Ich siebe die Sauce durch ein Teesieb, gebe 100 ml Sahne dazu und lasse erneut einkochen.
Mittlerweile habe ich einige Safranfäden in einem Porzellanmörser im Ofen auf 50° aufgewärmt. So soll er sein Aroma besser entwickeln. Ich zerstoße die wenigen Fäden und gebe den Safran in die Sauce, die sich prompt gelb färbt. Nach weiterer Reduktion wird sie schön orange.
Teil 3: Gratinieren und Fisch zubereiten
Die Kartoffeln und den Kohlrabi gebe ich pro Portion auf eine lange Porzellanplatte. In das Gemüse kommt schon ein wenig der Sauce hinen. Auf die Kohlrabideckel gebe ich die eingekochten Schalottenstücle aus der Sauce, die bräunen beim Gratinieren schön mit. Die beiden Platten gebe ich nun für 15 Minuten bei 220° in den Ofen, den Kohlrabi decke ich nach der Hälfte etwas mit Alufolie ab.
Jetzt kommt noch der Fisch an die Reihe. Ich zerteile das 400 g schwere Seeteufel-Filet in vier Scheiben, je drei Zentimeter dick. Soll ich wirklich…? Ich fasse mir ein Herz und erhitze 1 Liter Wasser mit Salz in der Pfanne. Die Fischstücke kommen hinen und sieden leicht für 5 Minuten. Dann schnell raus, kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und dann auf die Platten aus dem Ofen geben.
Sauce drüber, ein paar Schnittlauchröllchen und fertig ist das Gericht. Es kommt noch zu einer kleinen Krise, weil ich die langen Platten nicht mit meinem Makro im Ganzen fotografiert kriege, aber kurz danach können wir endlich essen.
Sehr feine Kombination, der Fisch ist kräftig, aber nicht zäh und die Sauce, die fast sirupartig-süß schnmeckt, ergänzt ihn gut. Ohne so eine intensive Sauce wäre der Kochfisch vermutlich zu langweilig… Das gilt auch für den Kohlrabi, die Sauce verbindet sich ideal mit dem Gemüse. Und der Gratin … geht sowieso immer!
Und es war diesmal nicht viel zu viel, auch wenn ich mir schon Sorgen gemacht hatte….
Schon wieder ein Schnellgericht nach der Dienstreise. Im Moment bin ich viel unterwegs, da kommt es mir zugute, immer ein paar Vorräte im Haus zu haben, die ein kurzentschlossenes Abendessen ermöglichen.
Schnell ein paar Gemüsewürfel herstellen: 1 Fenchelknolle, fein gewürfelt, 2 Möhren, fein gewürfelt, 3 kleine Knoblauchzehen, sehr fein gewürfelt. Nun nehme ich ein Glas Couscous und lasse es kurz in der doppelten Wassermenge aufkochen. Dann quillt es 10 Minuten. In der Zeit brate ich die Gemüsewürfel in etwas Olivenöl knackig-gar und würze mit Thymian, Salz, rotes Schalotten-Confit (ich habe am Sonntag die doppelte Menge gemacht. wer das nicht hat, nimmt einfach eine Zwiebel und etwas Zucker dazu) dann kommt alles in den Couscous.
3 kleine Zucchini schneide ich mit dem Trüffelhobel in lange, schmale Streifen und brate sie in 2 EL Traubenkernöl kurz und heiß. Dann kommt noch etwas fein geriebene Zitronenschale auf die Zucchini und 2 EL Zitronensaft in den Coucous.
Es ist immer noch heiß… Heute bin ich nicht so richtig in Kompositionsstimmung, ein paar asiatisch anmutende Zutaten im Kühlschrank (Chinakohl, Möhren, Ingwer, Knoblauch) verdichten sich zu einem Gemüsecurry, dazu gibt es Reis. Interessant wird es erst, als ich ein Thairezept wieder ausgrabe, was ich lange einmal wieder machen wollte.
300 g Austernpilze
dämpfe ich in einer Schüssel, die ich in einem großen Topf mit Wasser auf ein paar Tafelmessern als Abstandhalter platziert habe, in 10 Minuten weich (“glibberig” sagt S.) Dann mariniere ich sie, noch in der Schüssel im Topf liegend, in dieser Würzsauce:
1 EL Zitronensaft
1 EL Fischsauce
1 EL Sojasauce
1/2 TL Piment d’Espelette
1/2 TL Zucker
Das Grüne einer Frühlingszwiebel, in Ringen
einige kleine Minzblättchen
ein paar rohe Tomatenwürfelchen
das geht schnell und schmeckt interessant – die Fischsauce, die ja pur kaum zu geniessen ist, verbindet sich hier zu einer aromatischen Kombination. Trotzdem vermutlich nichts für Zartbesaitete. Ich mach einen Deal mit S. – sie bekommt die Möhrchen aus dem Curry, ich dafür ihre Pilze.
Schnellgericht – hab heute “versehentlich” Fisch gekauft, weil ich für’s Samstagdinner beim Fischhändler zum Vorbestellen war. Aber ohne was geh ich da nie weg…
2 kleine Möhren
2 Stangen Sellerie
1/2 Stange Lauch
1 Tomate, gehäutet
etwas Weißwein
etwas Sahne
3 TL Gundermann-Brennessel-Pesto
werden schnell zu einer Sauce, indem ich alles klein würfele und nach etwas Anschmoren in Weißwein und Sahne gare. Die Tomatenwürfelchen kommen erst kurz vor Schluss dazu.
150 g Pasta (bei mir müssen jetzt die Nudeln aus Rom dran glauben)
kochen dann in 10 Minuten gar. Diese grünen Pasta sind echt hartnäckig, die angegebenen 5-7 Minuten sind eher römisch – die Nudeln sind dann noch knackig.
Parallel dazu brate ich
300 g Kingklip-Filet
in gut Butter und versehe es mit
Majoran
Pfeffer
Salz
Nach wenigen Minuten ist der Fisch gar und bleibt mit den Tellern bei 80° im Backofen warm.
Fertig! Ein eher unambitioniertes Essen, aber leckere Alltagsküche!
Plötzlich ist es Hochsommer! Das Geburtstagsbüffet, zum dem wir heute eingeladen waren, war reichlich. Daher gibt es jetzt am Abend nur einen kleinen Salat für zwei.
1/2 Kopf Lollo Bionda
1 kleine Möhre, geraspelt
1 Tomate, in kleine Stücke geschnitten
6 Walnüsse, grob gehackt
200 g Spargelspitzen
6 braune Champignons, in dicke Scheiben geschnitten
1 Handvoll Wildkräuter (Brennnessel, Giersch, Knoblauchrauke, Gundermann, Gänseblümchenblüten, Löwenzahnblätter, Vogelmiere)
Den Spargel habe ich knapp 10 Minuten bei mittlerer Hitze gebraten, dann die Pilze in Scheiben dazugegeben und nochmal 5 Minuten gebraten. Das Dressing:
2 EL Holunderblütensirup
2 EL Apfelessig
3 EL Walnussöl
Pfeffer
Salz
Dann alles kunstvoll auf einen Teller häufeln und ein Stück getoastetes Tollkötterbrot dazu. Lecker! Besonders die Gundermann-Spargel-Kombination funktioniert gut, und die Vogelmiere bringt einen frischen Geschmack in den Salat…
Oh, und die Brennessel gut abstreifen, sonst ist es ein Gaumenkitzel der besonderen Art
Frei nach Schuhbeck krame ich im Gemüsefach und befördere so einiges zutage. Das passt fast zum Gemüserezept, so dass ich damit wieder ein Rezept der Serie “Schuhbecks fehlende Bilder” kochen kann. Na ja, um ehrlich zu sein, gibt es ein Foto dazu im Buch. Aber nicht mit Bulgur…
und schneide das Gemüse in grobe Stücke. Nun kommt es in einen Metalldurchschlag in den großen Topf über kochendes Wasser und dämpft dort in 15 Minuten gar.
Mittlerweile gebe ich
100 ml Gemüsebrühe in eine Pfanne und dann die Gewürze hinzu
und erwärme die Flüssigkeit langsam. Zum Ende der Gemüsegarzeit ist sie heiß und die Aromen sind übertragen. Die Orangenschale schneide ich nun klein und gebe sie über das Gemüse, ebenso ein paar Rosmarinnadeln und den Ingwer.
eine Tasse Bulgur
1 Messerspitze Zimt
habe ich parallel dazu in einem eigenen Topf in gut 10 Minuten gar gekocht. Nun kann ich alles in vorgewärmte Schüsseln geben und mit
Oh, da waren ja noch Kartoffeln in der Kiste! Die Highland Red haben inzwischen auch Frühlingsgefühle und treiben munter-rosa vor sich hin. Da muss eingeschritten werden! Ich unterbreche das junge Wachstum und mache die Kartoffeln zu Püree. Ein Stich Butter dran und fertig.
Ein knappes Pfund Kartoffeln
sind so schon einmal gerettet. Was tun damit? Der Kühlschrank gibt Folgendes her
2 Stangen Lauch
1 Möhre
1/2 Bund Dill
ein paar Bärlauchblätter
Die hellen Teile vom Lauch zertrenne ich nach dem Puzzen in ca 8 cm lange Stücke, die koche ich in knapp 10 Minuten in ein wenig Wasser mit
ein paar Pimentkörnern
so, dass er gerade weich genug ist. Der vom Waschen zerstrubbelte dunklere Rest wird in schmale Stücke geschnitten und wandert in die Pfanne, zusammen mit etwas von der Lauchbrühe vom Kochen. Wenn er weich ist, kommt der grob kleingeschnittene Dill dazu.
Die Möhre zerlege ich à la Julienne und dünste sie getrennt ebenfalls weich, hier helfen die Bärlauchblätter zum Aroma.
Nun kommt alles in die Aufaufform – erst der kleine Lauch und die Möhre, dann die Lauchstücke. Auf meine Hälfte des Auflaufs noch
2 EL braun geröstete Mandelblätter.
Dann noch
ein wenig (40 g?) Blauer Zwerg , ein Ziegenblauschimmelkäse
darübergekrümelt und abschließend ein fester Deckel aus dem Kartoffelpüree. Ein paar Luftschlitze mach ich noch rein und bepinsele die rote Fläche, die nun stark an Fahrradwegbelag erinnert, mit etwas Olivenöl.
Das Pakt kommt nun für 25 Minuten in den auf 225° vorgeheizten Backofen, davon die letzten 5 Minuten mit Grill.
Leider werden rote Kartoffeln nicht braun bzw. man sieht es nicht! Haptisch und geschmacklich hat sich aber eine prima Kruste gebildet, unter der das Gemüse dampft. Leider nicht sehr fotogen das Ganze, aber wir lassen es uns schmecken!