Pottasche

Vegane Dominosteine

Meine Berliner Weihnachtkekssession fällt aus dieses Jahr. Kein gemeinsamer Termin mehr frei – in den vielen übereinandergelegten Kalendern gelingt der Durchstich nicht mehr. Schade, so fallen ein paar der Keksfavoriten ins Wasser. Aber auch gut, weil neue Wege gesucht und gefunden werden. Die Mohndominosteine habe ich gerettet und dieses Mal in einer belastungsarmen, veganen Variante hergestellt, die für viele Tiereiweiß- und Weizenallergiker interessant sein könnte.

Dominosteine

Der Ablauf ist hier schon ausführlich beschrieben, so dass ich mich in diesem Post auf die Abweichungen beschränken kann. Ich habe diesmal die einfache Menge gemacht, die etwa 120 Dominosteine ergibt.

Triebmittel
1/2 TL Pottasche
1 TL Kichererbsenmehl
2 EL Wasser

Teig
375 g Honig
450 g Dinkelmehl 630
4 TL Bio-Lebkuchengewürz
1 Päckchen Wwinstein-Backpulver
5 EL Rum

Mohnbackmischung
Ich habe diesmal auf die Mohnbackmischung aus der Fertigpackung verzichtet und sie selber zubereitet.

125 g Mohn
25 g Biomargarine
90 ml Reismilch
50 g Agavendicksaft
1 EL Dinkelmehl 630

Den Mohn habe ich gemahlen (mit der Handmühle ein ordentliches Stück Arbeit) und dann im Topf mit allen Zutaten erhitzt und unter ständigem Rühren ein paar Minunten kochen lassen.

Mohnmühle

Zweite Füllung
Durch einen Fehlgriff im Laden gab es diesmal Himbeermarmelade statt Pflaumenmus. Das macht die Steine ein bisschen süßer, aber es ist auch ganz apart – zumal Himbeeren zu meinem Lieblingsobst zählen.

Glasur
600 g 70%-Bio-Kuvertüre, es gab einen kleinen Rest

Zubereitung
Wie im alten Artikel beschrieben. Der Teig ist auch in dieser Variante höllisch klebrig, es ist eine ziemliche Herausforderung, halbwegs ordentliche Platten zustandezubringen. Das Rechteck, dass mit dem Teig ausgefüllt wurde, war 30*25 cm, die Seitenlänge der Würfel wie gehabt 2,5 cm.

Und diesmal stecke ich die Zahnstocher erst nach dem Kleinschneiden in die Würfel, das erspart einem die Arbeit am Nagelbrett ;)

Alles in allem drei bis vier Stunden Arbeit, aber es lohnt sich!

Pflaumenmus-Mohn-Dominosteine

Entstanden beim Weihnachtskeksevent 2009.

Das Grande Finale beim Kekswochenende ist immer die Produktion der Dominosteine, an der alle gemeinsam zusammenwirken. Da die Dominosteine sehr beliebt sind, produzieren wir immer Unmengen davon, diesmal wurden es ca. 240. Im Laufe der Zeit hat sich das Verfahren so weiterentwickelt, dass nun jeder Handgriff sitzt und wir mit unglaublicher Geschwindigkeit dieses Gebäck produzieren.

Die Dominosteine

Wir fangen am Vortag an mit dem Herstellen der Teigplatten:

1TL Pottasche
6 TL Eiweiß

mischen wir zusammen. Dann kneten wir einen Teig aus

750g Honig
900g Mehl
8 TL Lebkuchengewürz
2 Päckchen Backpulver
10 EL Rum

und rühren am Ende die aufgelöste Pottasche darunter. Der Teig ist klebrig und bleibt es auch, daher müssen wir beim Verarbeiten immer viel Mehl verwenden, damit die dünnen Teigplatten überhaupt produziert werden können.

Wir teilen den Teig nun in 2 gleiche Teile und stellen ihn für 2 Stunden kalt. Dann durchlaufen wir folgende Prozedur zwei mal:

Auf einem Backpapier ein Rechteck 30*25 cm markieren. Umdrehen und 3 mal ein Drittel des Teigstücks so ausrollen, dass genau das angezeichnete Rechteck herauskommt. Der Teig ist wie gesagt sehr klebrig, man muss vorsichtig mit ihm umgehen.

Dann legen wir die erste Teigplatte in eine Lasagneform dieser Größe (mit eingelegtem Backpapier, das über die Seiten hinausragt) oder wir benutzen ein Kuchenviereck mit variablen Seiten. Nun verstreichen wir

250g Mohn-Backmischung

darauf. Es folgt die zweite Teigplatte, die nun möglichst passgenau in die Form gelegt werden muss, eine etwas wacklige Angelegenheit. Sie wird mit Gabeln eingestochen und dann mit

250g Pflaumenmus (wenn es weich ist, eher 200g)

bestrichen. Abschließend kommt die dritte Platte obenauf, wir stechen sie wieder mit der Gabel ein und backen das Konstrukt bei 175° 25 Minuten auf der 2. Schiene von unten.

Als Resultat haben wir dann abends zwei Quader für die Produktion der Steine am Folgetag.

Am nächsten Morgen markieren wir mit einem Messer früh die beiden Teigplatten mit 2,5*2,5 cm²-Quadaraten und stechen in jedes Quadrat einen Zahnstocher. Dann geben wir die beiden Igelplatten in die Tiefkühltruhe und frühstücken die nächsten 2-3 Stunden in aller Gemütlichkeit.

Nun geht die Produktion los: wir erhitzen in einem Topf

500g dunkle Kuvertüre
500g dunkle Kuchenglasur

Dann stellen wir uns in der Reihenfolge der Arbeitsschritte mit 7 Personen so auf

  1. Teigplatten in Würfel schneiden
  2. Würfel mit einem zweiten Zahnstocher auf der Gegenseite versehen
  3. Würfel über dem Topf zwischen den Fingern drehen
  4. Würfel mit einer kleinen Kelle mit flüssiger Kuvertüre überschütten, bis er rundum bedeckt ist
  5. Würfel über einem Teller langsam drehen, bis die überschüssige Schokolade abgetropft ist
  6. Einen Zahnstocher entfernen und Würfel mit dem anderen Zahnstocher in eine große, mit Folie bedeckter Styroporplatte stecken
  7. Stichloch des zweiten Zahnstochers mit einem Pinsel zukleben

Nach einer kurzen Einschwingphase läuft dieser Prozess sehr rund. Nach ein paar Stunden Trockenzeit können die Würfel dann eingepackt werden. Diesmal ist es wohl mehr Glasur als Kuvertüre gewesen, daher ist die Hülle eher weich. Wir halten die Dominosteine also kühl, damit sie nicht gleich wieder zerschmelzen oder beim Transport kaputtgehen.

Nach diesem Endspurt wird die Beute des Wochenendes auf alle Teilnehmer verteilt und jeder macht sich mit seinen Blechbüchsen versehen auf den Heimweg, erschöpft, aber glücklich aufgrund der vielen erzeugten Köstlichkeiten und des schönen Wochenendes mit Freunden.

Bis zum nächsten Jahr!

Igelbrett
gehackte Kuvertüre
Kuvertüre und Glasur
Einspießkeks
Zweispießkekse
Schokoguss
Transportweg
Spießablage
Spachteln

Basler Leckerli

Entstanden beim Weihnachtskeksevent 2009.

Auch ein Klassiker unserer Keksbäckerei, seit vielen dabei. Wie immer nervt die kombinierte Zuckerangabe, diesmal fallen wir darauf rein und geben den ganzen Zucker in den Teig, statt etwas für die Glasur zu behalten.

Fertige Leckerli

für etwa 80 Stück:
350g Honig
250g Zucker
je l00g abgezogene Mandeln, Haselnüsse und Walnüsse
je 125g Orangeat und Zitronat
500g Mehl
30g gemahlener Zimt
abgeriebene Schale von 1 Zitrone
2 TL gemahlene Gewürznelken
1 Messerspitze geriebene Muskatnuß
2 TL Pottasche
2 TL Hirschhornsalz
2 Schnapsglas Kirschwasser (4 cl)
Für das Backblech: Butter

Wir lassen den Zucker im Honig unter Rühren aufkochen. Die Mandeln, die Haselnüsse und die Walnüsse, das Orangeat und das Zitronat hacken wir klein und geben das Mehl dazu. Alle Gewürze von Zimt bis Hirschhornsalz verrühren wir mit der Mehlmasse und dem heißen Honig-Zucker-Gemisch. Das Kirschwasser kommt daz. Der Teig steht nun zugedeckt 3—4 Stunden bei Raumtemperatur. Wir rollen den Teig fingerdick aus und legen ihn auf das Backblech. Auf der mittleren Schiene backt der Teig 20 Minuten.

100g Zucker

kochen wir mit wenig Wasser auf, streichen ihn dick auf die noch warme Teigplatte und schneiden diese in Rechtecke, was dieses Mal wegen des zusätzlichen Zuckers im Teig ziemlich schwierig ist. Und das nächste Mal nehmen wir auch wieder Raffinadezucker, sonst wird die Glausur nicht weiß. Aber trotzdem schmeckts wieder!

Orangeat, Zitronat
Gewürze
Der Teig
Gebackene Teigplatte
Kleinschneiden